mein kleines suvolvoich

 

 

mein kleines suvolvoich

 

 

der volvo xc 60 ist ein richtig gutes stadtauto.

er rollt kommod auf grossen, dicken, weichen rädern.

sein diesel hat genug druck von unten, um nach dem ampelstart erst mal freie spurwahl zu haben. mit einer hand lässt er sich in die parklücken drehen. sogar mit gebrochenen rippen. natürlich gäbe es mit einem halben meter weniger auto zehn parklücken mehr pro viertelstunde.

um ins unbekannte zu fahren, müssen die dicken wurstfinger keine sms in sein navi tippen, man kann mit ihm reden. auch wenn es oft was an den ohren hat. 

 

richtig sehr gut ist, dass ich den volvo nur in der stadt fahre. weil er ausserhalb aller 50ziger bereiche ein ziemlich schlechtes auto wäre. das pummelig wankend über wimmernde vorderräder durch die kurven schiebt – schon innerstädtisch fährt man, will man nicht unangenehm halbstark auffallen, besser schön sanft um die ecke.

der xc 60 ist halt was er ist: ein hüftschwer dickärschig grossbauchiger suv.

 

der trotzdem gut ausschaut. die volvomacher haben ihm eine ordentliche portion nicht vorhandener dynamik in seine linien gebacken. die r-design applikationen und die räder passen ihm gut. er sieht regelrecht schmissig aus im kreis der unförmigen suvkrapfen.

auch innen wirkt alles aufgeräumt, luftig, stimmig. die lehne lässt sich mit einem rändelrat passgenau verstellen; es gibt vernünftige ablagen (das sind solche, aus denen beim fahren nicht sofort alles rauskatapuliert wird).

 

relaxed cruist es sich mit ihm durch die grosse stadt. von ampel zu ampel. und genau dort, stehend an der ampel, liegt seine grösste stärke; die aus ihm den quanten mehr macht als einen blossen bürgerkäfig: die leute gucken. ich meine natürlich, die frauen gucken. die im auto auf der spur nebenan.

das machen sie nicht, weil der volvo ein volvo ist. sondern weil der volvo ein suv ist. und suvs ein bisschen grösser und ein bisschen breiter sind. und frauen eben immer gucken, wenn etwas grösser und breiter ist.

als kleiner dünner mann kenne ich diesen blick der frauen nicht, aber ich weiss, dass es stimmt, was grosse breite männer wissen: der phänotyp des männlichen beschützers ist tief im uterus der weiblichen entwicklungsgeschichte verwurzelt. davon profitiert jetzt mein kleines suvolvoich an der roten ampel.

in meinem fall sind es kurze, schnelle blicke, gerade mal lang genug, um mich in die “zu alt, zu hässlich” kategorie zu verfrachten, na gut.

aber doch besser, als gar nie beachtet zu werden.

manchmal gucken auch welche länger. die sind dann allerdings...

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"riding shouldn't be about electronics, the limit is yours and yours only" (simon crafar)