ein hoch! ein dreifach hoch! auf den kreisverkehr.

ein hoch! ein dreifach hoch!

auf den kreisverkehr.

 

einmal rein, dreimal raus, in fahrtrichtung weiter oder gleich rechts weg. oder dreiviertel rum. manchmal auch ganz drumrum.

roundabout heisst der kreisverkehr in uk, treffend wie die briten formulieren. geht halt andersrum dort.

 

meine ersten kreisverkehre hatte ich in frankreich.

ich erinnere mich gerne. mit meiner damaligen war ich auf dem weg nach barcelona, gaudi gucken; auf einer route national, mit einem toyota corolla kombi.

von hinten lief ein französischer irgendwas auf, ich sah im rückspiegel fahrer und beifahrer miteinander feixen. zweihundert meter vor uns ein kreisverkehr, einer von der offenen art, mit platz; kein verkehr drin, keiner drumrum. ich habe einfach stehen lassen. und den blattgefederten, starrachsigen blechkasten schleuderpfeifend da durchgeprügelt. kurz vor der einfahrt erhaschte ich noch einen blick aus erstaunt geweiteten augen.

 

zu der zeit gab es in deutschland noch keine kreisverkehre, fast keine jedenfalls. den um die berliner siegessäule, den gab es schon, damals noch unbeampelt. zum stehen lassen war der aber meist zu stark befahren. einmal fuhr ich ihn mit der vollen dröhnung von zappas „shut up and play your guitar“ im kopf. da hätte es dann beinahe gekracht.

 

auf dem platten land, im restlichen westen der republik, gab es kreuzungen.

 

heute gibt kreisverkehre zuhauf.

manchmal sind sie einfach da, eine kurve mehr im kurvigen terrain. manchmal sind sie aber auch weit und breit die einzige kurve in kurvenloser öde. die einzig achtbare einwirkung von seitenkraft nach vielen drögen kilometern stur geradeaus; labe für das ausgedörrte fahrerherz, so erquickend wie das nass in sengender wüste, ergötzlich wie ein überholvorgang in der formel 1, erfreulich wie diese nachricht, erbaulich wie eine gixxer zwischen fickenden fliegen, wohltuend wie die schwarze lederkombi unter tiraden neonfarbener motorradfahrer.

 

es gibt ganz enge, die so genannten minikreisverkehre; so richtig spass machen die aber nicht, weil sie einfach zu mini sind, um sie halbwegs schwungvoll zu durchfahren.

 

es gibt ganz grosse, wie der an der berliner siegessäule. und es gibt die so genannten kleinen kreisverkehre - das sind die normalen, die, die es allenthalben gibt. oft an den randbereichen von ortschaften, auch mal zwischendurch irgendwo von kleina nach kleinb. und eigentlich sind sie es, die mein fahrendes herz so jubeln machen.

mal sind sie ein bisschen weiter, mal ein bisschen enger, aber irgendwie sind sie doch immer gleich. im prinzip gilt: kennst du einen, kennst du alle.

 

ich weiss nicht, wie ihr kreisverkehre fahrt und ich sage euch auch nicht, wie ich sie fahre. ich erzähle aber, wie man sie fahren könnte, wenn man tagträumend im badewasser sitzt.

 

variante 1. rein und in fahrtrichtung wieder raus.

die beste von allen.

mit dem motorrad ist man vor der einfahrt nach möglichkeit an der mittellinie, zieht von dort nach rechts auf einen punkt kurz vor dem knick nach links, ein gutes stück entfernt von der kurveninnenseite. das motorrad hat wenig schläglage, man kann also stark bremsen, vorne und hinten. hat man den punkt kurz vor dem linksknick erreicht, löst man die vorderradbremse, bleibt aber hinten noch drauf und knickt dann nach links ab, geht erst jetzt ganz von der bremse. man bleibt so weit wie möglich innen. mit dem erneuten umlegen auf die rechte seite richtung ausgang des kreisels wartet man; legt dann kurz und hart um - je nach motorrad ist jetzt das vorderrad kurz in der luft - damit man so aufrecht wie machbar in die mitte der ausfahrt zielen kann. so lässt es sich durchladen auf die kommende gerade ohne gefahr zu laufen, auf die gegenfahrbahn zu geraten.

 

mit dem auto. auch hier gilt: vor der einfahrt möglichst nah an die mittelinie ran, nach rechts einlenken und bremsen, direkt auf den knick nach links zu; im unterschied zum motorrad den knick ganz innen nehmen, beim nach links lenken bremse lösen und gas geben. nicht zu viel bei einem fronttriebler, sonst wird man untersteuernd nach aussen gedrängt. sofern man eine gut bedienbare handbremse hat, könnte man einen kurzen brems“schock“ auf die hinterräder geben, damit das heck nach aussen geht. bei einem hinterrad angetriebenen auto macht es das eh. man bleibt relativ lange innen im kreis und lenkt dann kurz und hart nach rechts auf den ausgang; beim fronttriebler kann man sich jetzt beschleunigend auf die gerade ziehen, beim hecktriebler muss man aufpassen, dass das heck beim umlenken nicht zu weit nach links weg geht.

 

variante 2. rein und auf dreiviertel vor wieder raus.

auch schön, aber nicht ganz so schön wie die erste, weil man dieser variante da, wo bei variante 1 richtung ausgang bereits wieder action angesagt ist – umlegen, durchladen - noch weiter zum verhaltenen abwarten bis zum ende der biegung verdammt ist.

ansonsten fährt man diese variante rein und raus wie die erste.

dazwischen muss man eben, wie gesagt, warten; beim auto sollte das heck bereits wieder stabilisiert sein.

 

variante 3. rein und gleich wieder rechts raus.

die kurzanbindung quasi.

rein vom ausgang der mittellinie, das ist auch hier so, ob mit dem motorrad oder dem auto. dann aber bremst man mit dem motorrad geradezu auf einen punkt ganz innen, der noch vor dem linksbogen liegt; löst die bremsen und winkelt stark nach rechts ab und beginnt dann, das motorrad zum ausgang hin wieder aufzurichten. ein nach rechts gehängter oberkörper hilft dabei. wichtig ist, dass man den punkt, an dem man stärker nach rechts einlenkt, nicht zu früh setzt, weil man sonst mit einem ungünstigen winkel richtung gegenfahrbahn wenig bzw. erst spät beschleunigen kann.

 

mit dem auto verhält es sich im prinzip genauso. eine schiebende front ist hier genauso ungünstig wie ein drängendes heck; obwohl das stärkere einlenken nach rechts zum ausgang hin zackig gehen muss, sollte es doch so weich gesetzt sein, dass die kurve einigermassen rund bleibt.

 

ich glaube, die drei varianten kann man wie beschrieben gut fahren. zügig. vielleicht auch einen tacken schneller.

sollte jemand von euch sagen: „das ist doch quatsch!“ oder zu einzelnen einlenkpunkten eine andere meinung haben, dann freue ich mich über seinen kommentar.

 

natürlich gibt es einen supermotofahrstil; da ich den aber nicht mal im traum beherrsche, bleibt er hier aussen vor.

und natürlich bringt ein straff, besser noch, ein hart gefedertes auto mit niederquerschnittsreifen in einem kreisverkehr wegen der geringen wank- und walkbewegungen klare handlingsvorteile.

genauso wie ein superbikelenker beim motorrad das schnelle umlegen erleichtert.

 

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