ja! bin wieder ein echter briefmarkensammler.

ja! bin wieder ein echter briefmarkensammler.

 

manchmal steht in büchern vorab eine danksagung, in welcher der autor die personen erwähnt, ohne deren hilfe sein buch nicht zustande gekommen wäre.

eine solche danksagung möchte ich meinem kleinen text ebenfalls voranstellen; denn meine schöne schwarze wäre nicht mehr zustande gekommen ohne: alex derb, der mir den richtigen hinweis gab, jogibär, der sich von seinen wertvollen teilen trennen konnte und bob, meinem akribischen schrauber.

 

letztes wochenende habe ich sie heimgeholt, aus dem tal im erzgebirge, noch bevor das im tiefen winterschnee versinken wird.

sie ist wieder so schwarz, wie sie war. und nahezu so schön; ein paar narben, die zeigen, wie schwer sie verwundet war, trägt sie noch.

 

ich habe sie ganz sachte mit kaum mehr als 100 über die autobahn gerollt. und ihr nur einige wenige kilometer landstrasse gegönnt. trotzdem war die fahrt schön. kurzweilig sogar. denn in dem einen jahr ohne sie hatte ich ganz vergessen, wie hart sie ist, wie sportlich die sitzposition in ihr, wie viel druck auf meinen handgelenken lastet, wie kantig ihr motor kurbelt, wie transparent das gefühl ist, wenn man in ihre hebel greift; an all das hatte ich mich vor meinem abflug längst gewöhnt; all das werde ich mir im kommenden frühjahr neu erfahren.

 

vermisst hatte ich es nicht. erstaunlich schnell habe ich mir anderes anverwandelt: banglen (eine feinnervige art des autofahrens) und biken (einmal biker, immer biker); wobei mir keins von beiden fremd, schon gar nicht wesensfremd ist.

bei lichte besehen und von etwas weiter weg, gibt es keinen wesentlichen unterschied zwischen briefmarken sammeln und motorrad fahren; je weiter man sich geistig aus der kulturellen überformung, in der man lebt, erhebt, desto geringer wird er. dieser unverstellte blick auf die wahrheit wird nicht allen briefmarkensammlern oder motorradfahrern gefallen. so unterschiedlich sich die beschäftigungen individuell auch anfühlen, beim einen wie beim anderen wie bei allen hobbys geht es dem wesen nach nur darum, das eigene ich zu penetrieren. welches steckenpferd man reitet, ist dabei nur eine frage des naturells und des persönlichen temperaments; meines hat offensichtlich in jedem fall räder.

 

ob ich nun noch einmal die tausend landstrassenkilometer am stück abreissende harte sau werde, die ich war, bezweifle ich; die knappe freizeit, in der all meine räder nun bewegt werden wollen ist hier ein arg restringierender faktor; vielleicht werde ich auf dem motorrad eher den behutsamen connaisseur geben, der nurmehr kostet statt sich den bauch voll zu schlagen.

 

so oder so: es geht weiter, mit meiner schönen schwarzen. und mit euch, bei der ein oder anderen gemeinsamen ausfahrt, den benzingesprächen danach. ich freue mich drauf!

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Ingo (Dienstag, 15 Oktober 2013)

    Na also. Welcome back!
    #57

  • #2

    Made (Dienstag, 15 Oktober 2013 22:37)

    Sehr schön geschrieben, fast wie eine Liebeserklärung.
    Das ist es worum es unter anderem beim Biken geht.
    Viel Spaß in der kommenden Saison mit Deiner neuen/alten.

    MADE

  • #3

    Frank Thieme (Mittwoch, 16 Oktober 2013 10:24)

    Schön, dass du wieder "unter uns weilst".

    Gruß
    Frank

  • #4

    Jo (Mittwoch, 16 Oktober 2013 18:24)

    Hab Dich vermisst dieses Jahr!

    Gruß,
    Jo

"riding shouldn't be about electronics, the limit is yours and yours only" (simon crafar)