fickende fliegen in motorradheftchen

fickende fliegen in motorradheftchen

 

die zeiten, da ich allabendlich mit einem anderen motorradheftchen in die badewanne stieg, die sind vorbei, seit geraumem schon. satt dessen nehme ich nun allerlei anderes papier dorthin mit, wochenzeitungen z.b., sogar dicke bücher sind ab und an dabei. die motorradheftchen reizen mich nicht mehr.

 

das liegt nicht etwa am internet, wie man annehmen könnte, mit seiner enormen fülle an allzeit verfügbaren motorradbildchen und – videos; auch nicht an meinem rasant dahingeschrittenen alter – obwohl das natürlich doch der wahre grund ist für alles, was mir heute anders und eben darum auch schlechter erscheint, als es das in jenem fernen, beseelten früher war - schuld an meiner unlust, in meiner feierabendwanne motorradhefte zu lesen, sind die inhalte der hefte selbst: all die aktuellen motorräder, um die es darin geht, die neuvorstellungen, fahr- test- und erlebnisberichte von modellen, die von oben bis unten und von vorne bis hinten mit elektronischen fahrhifen bepflastert sind; die das richtige bremsen genauso vollautomatisch erledigen wie das gefühlvolle beschleunigen. und eben diese motorradmodelle wirken auf meine motorradlibido so erregend wie der sexualakt kopulierender stelzfliegen auf einen spanner.

aber lassen wir das, für`s erste wenigstens.

 

denn ab und an blättere ich dann doch noch in einem motorradheft.

und entdecke sogar grandioses. in der fastbike (märz - mai): „2006 wurde er von der nordschleife gepackt und nicht mehr losgelassen. sechs jahre später schaffte andy carlile eine runde durch die grüne hölle in der traumzeit von 7 minuten und 10 sekunden. ohne grosse finanziellen mittel. mit einer alten r1“.

diese geschichte erzählt ein brite. er erzählt sie ganz schlicht, unverziert, so frei von dünkel wie ich kaum über meine letzte sonntagscaféausfahrt berichten könnte. es ist mit das schönste, was ich je gelesen habe. und falls der andy carlile noch eine geschichte zu erzählen hat - wovon ja auszugehen ist, bei derart vielen schnellen runden auf der nordschleife - dann darf er das gerne tun.

 

weniger schön, dafür aber ganz und gar überraschend ist, was ich in der mo (ausgabe april) lese: da steht, dass der moto guzzi california roadster ein esp hat! ich bin vom donner gerührt! es wäre das erste in der motorradgeschichte! ist das dieses letztes jahr von bosch angekündigte? so ganz beiläufig auf den markt geworfen an einem cruiser, der sich kaum in eine bmwelevante absatzzone verkaufen wird? ohne jedes begleitende tote-leben-retten-sicherheits-tamtam der doch sonst so kraftvoll in die öffentliche presselandschaft hineinagierenden bosch-pr-abteilung?

ich muss nachfragen bei den boschs, gleich jetzt. nicht dass die mo schlicht die fahrhilfen miteinander verwechselt hat oder glaubt, eine traktionskontrolle sei ein esp!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    antifah (Freitag, 19 Juli 2013 07:52)

    im sinne ingos hierher verschoben:
    Ingo #57
    (Donnerstag, 18 Juli 2013 22:52)
    Ich glaube, die MO iust mit dem Weggang von Clemens G. untergegangen. Zumindest für mich.
    Gruß Ingo #57

  • #2

    Charleen Stainbrook (Mittwoch, 01 Februar 2017 17:14)


    Hello! I know this is somewhat off topic but I was wondering if you knew where I could get a captcha plugin for my comment form? I'm using the same blog platform as yours and I'm having trouble finding one? Thanks a lot!

"riding shouldn't be about electronics, the limit is yours and yours only" (simon crafar)