nix ficki-ficki-deutsch

nix ficki-ficki-deutsch.

in schön konsequentem kleindeutsch stehen die sätze auf antifah.de.

mag sein, dass ein in üblicher gross- und kleinschreibung geschriebener text für den ein oder anderen einfacher zu lesen ist, weil der dann aussieht, wie er es aus seiner täglichen zeitungslektüre gewohnt ist, denn - ja, ja, ich weiss - die gängigen wörter erfasst der lesende mensch in ihrer ganzen gestalt; wer jedoch unvoreingenommen ist, wird rasch feststellen, dass man sich schnell an eine andere textgestalt gewöhnt.

 

„warum sollte ich gross schreiben, wenn ich nicht gross sprechen kann?“

„weil man das ordentlich gross- und kleinschreiben doch schon in der schule lernt“. mag auch sein. ich habe in der schule aber auch ganz unnötige und sogar richtig falsche sachen gelehrt bekommen; solche, die noch nie richtig waren oder die es wenigstens heute nicht mehr sind. und wer im dritten reich zur schule ging, hat ungeheuerlichkeiten gelernt, die besser gar nie richtig gewesen wären.

 

im übrigen findet kleinschreibung ja nicht nur auf antifah.de statt - im privaten und beruflichen emailverkehr kommt sie vor, in beiträgen auf facibooki und in den foren findet sie sich.

und genauso wenig wie der menschliche geist und das motorradfahren fiel die schreibweise des deutschen einst vom himmel. sie ist so irdisch und diesseits wie sie unbeständig ist.

 

missionare wissen: will man den heiden ihre götter nehmen, muss man ihnen ihre traditionen lassen. fasm sind scheisse. damit rumzufahren ist blöd. diese wahrheiten in allgemeinverbindlicher rechter schönschreibung über das welke grün einer meinungsmonokultur zu streuen, fände so vermutlich mehr gefallen beim motorradfahrenden volk.

 

in der werbung ist es ganz prima, wenn der beworbenen sache gleich mehrere feine eigenschaften innewohnen: „drei wünsche auf einmal“. für die vermittlung einer botschaft – sapere aude, dummer motorradfahrer! - aber ist es gut, wenn die frei von womöglich störenden kolateralbotschaften – kleinschreibung sieht richtig gut aus! - an den mann und die frau gebracht wird.

aber was soll´s! antifah ist, wie es ist, wie ich bin. und weiss gott hacke ich nicht zum kompromisse machen auf der tastatur rum. um die zu machen, kann ich mich nämlich auf`s motorrad setzen.

 

ach, ja, damit das jetzt nicht völlig aussen vor bleibt: antifah.de wird hiermit zwei jahre alt. zu feiern gibt’s aber nix.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    alex b (Sonntag, 03 Februar 2013 11:04)

    Ich bin ebenfalls bekennender Anhänger der NICHT-GROSS-SCHREIBUNG. leider macht einem die Worterkennung auf den Smartphones auch mal einen strich durch die Rechnung ;-)

"riding shouldn't be about electronics, the limit is yours and yours only" (simon crafar)