allgäu

 

allgäu

 

graue asphaltbänder mäandern über grüne wiesen, ultraschnelle radien umschwingen sanft wölbende hügel, anderthalb fahrspuren schmale magadamstriche verbinden verstreut liegende weiler mit hart knickenden wechselkurven; all das weitgehend verkehrsfrei, ab und an ein traktor; die bauerstochter in zügiger fahrt auf wohlvertrautem terrain; ein alter mann, kaum bremst er das tempo; vielleicht mal ein verträumt rollendes cabrio, aber das gros der touristen ist auf den breiten b-strassen unterwegs, die horden der motorradfahrer auch; ich bin im allgäu, wieder. einer der grandiosesten motorradlandschaften, die ich kenne: erlöstes fahren auf feinem teer mit hohem gripniveau, kaum mal blankgewetzt und onduliert.

ich bin glücklich. beschleunige, schalte hoch in den nächsten gang.

dabei bin ich gar nicht mit dem motorrad unterwegs. sondern mit einem auto.

keinem ps starken, aber eines mit einem gerade noch erträglichen fahrzeugewicht, etwas viel gummi im chassis zwar, aber ordentlich traktion auf der angetriebenen vorderachse und – darüber bin ich erstaunt - einem leicht werden hinterteil, statt einer schiebenden front.

 

jetzt, nach vollbrachtem fahrwerk, sitze ich auf einer mild beschatteten terrasse, ein frisches helles im glas, tippe mir und euch diese zeilen. nachher werd`ich essen gehen, spätzle, die kurzen, gehobelten knöpfle. ein dickes stück heimat geht mir durch den magen.

 

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"riding shouldn't be about electronics, the limit is yours and yours only" (simon crafar)