der exemplarische endverbraucher

der exemplarische endverbraucher

 

der unten stehende text - die ankündigung eines reifentests und der bericht über meine teilnahme daran - stand anfang august 2010 in etlichen motorradforen, unter anderem auch im italobike.de – forum.

 

„Motorradreifentest durch Endverbraucher für Endverbraucher

 

In der KW41/42 – 2010 (Mitte Oktober 2010) möchten wir zusammen mit den großen Motorrad-Reifenherstellern einen unabhängigen Motorrad-Reifentest durchführen.

Geplant ist, mit einheitlichen Motorrädern eines Großserienherstellers eine Motorradtour von rund 3500 km abzuspulen und auf einer Rennstrecke in Südeuropa einige zügige Runden zu drehen.

Die Motorräder werden alle 100 km innerhalb der Gruppe getauscht um in Sachen Verschleißverhalten ein vergleichbares Ergebnis zu bekommen.

Getestete Reifen werden sein:

Bridgestone: BT016Pro, BT023

Continental: Road Attack 2, Sport Attack

Dunlop: Roadsmart, Sportsmart

Metzeler: Z8 Interact, M5 Interact

Michelin: Road 2, Power Pure

Pirelli Angel ST, Diablo Rosso

 

Für diese Tour suchen wir 12 aktive / schreibende Forumsmitglieder die auch in einem sozialen Netzwerk aktiv sind.

Voraussetzung zur Teilnahme:

• 15.10. – 20.10.2010 privat und geschäftlich abkömmlich

• Motorradführerschein, mindestens 50.TSd km Fahrerfahrung, auch bereits auf Renntraining teilgenommen

• aktives Mitglied in einem Motorradforum oder Admin eines solchen

• Tourentauglich für Tagestouren um 5-600 km auf der Landstrasse

Kosten entstehen nur für die Anreise und Abreise vom Startpunkt der Tour.

Motorräder, Übernachtung, Verpflegung, Sprit, Verschleiß tragen wir.

Es gibt keinen Teilnahmeanspruch, d.h. sollten wir mehr als 12 geeignete Fahrer haben, entscheiden die Fahrerfahrungen der Fahrer wer an der Tour teilnehmen darf.

Pro Motorradforum kann immer nur ein Mitglied teilnehmen.

Wer die Teilnahmeunterlagen gerne haben möchte, um sich ggf anzumelden sendet bitte ein mail an

bodo@mopedreifen.de mit dem Hinweis auf den Motorradreifentest.

 

Wir freuen uns auf ein paar gemeinsame Motorradkilometer mit Euch

www.mopedreifen.de“

 

 

ich hatte mich also beworben, ich wurde, hurra!, eingeladen, mitzufahren. als ich zurück war, schrieb`ich diesen erlebnisaufsatz:

 

mein leben als reifentester ist beendet.

ich bin zurück.

jetzt, zuhause am computer, habe ich einen moment zeit, euch zu berichten.

unterwegs war mir das nur eingeschränkt möglich.

zum teil nicht vorhandene oder zumindest sehr geringe wehlahm kapazitäten plus die warterei auf einen mal eben geliehenen laptop - einen eigenen besitze ich nicht – geben die erklärung für meine wortkargheit der letzten tage.

 

gestern morgen kamen wir, aus ösiland kommend, über den fernpass in glitschiger kälte durch eine schillernde schneelandschaft zurück gen deutschland.

 

nebenschauplatz rukka

die haben uns einen karton klamotten zur verfügung gestellt, aus dem ich mir eine textiljacke - und hose geangelt habe.

dass die ware teure ist, das wusste ich bereits.

dass sie zumindest eine stange geld wert ist, dass weiss ich jetzt.

sehr komfortabel, auch in der handhabung, warm, mit guten, sinnigen details.

ich hätte das zeug gerne mit nach hause genommen.

 

nebenschauplatz bandit

ein gutes motorrad, das habe ich ja bereits gesagt.

am besten hängt man zwei koffer dran.

setzt eine sozia hinten drauf.

und fährt damit in die berge.

einen tag lang alles ledern, was einem vor den scheinwerfer fährt.

das kann man mit dem fetten drehmoment, dass der motor ans hinterrad schmeisst, die knapp 260 kg stören dabei nur wenig, lassen sich durchaus spielerisch bewegen.

nur vor der nächsten kehre schieben die vielen pfunde eine bisschen unangenehm; hier würde ich mir auch ein schärfere bremse wünschen.

 

unbedingt erwähnt werden muss: wir hatten 7 vollverschalte varianten - gsx1250fa heissen die dinger - und eine nackte 1250 bandit dabei.

letztere fährt sich deutlich agiler, lenkt viel leichter ein. vielleicht weil die verkleidung fehlt, vor allem jedoch, weil sie bereits ab werk deutlich straffer abgestimmt ist.

das hat es mir nicht möglich gemacht, den auf der nackten aufgezogenen reifen, den pirelli angel st, mit den anderen reifenfabrikaten zu vergleichen.

ich musste ihn aus meiner persönlichen wertung nehmen.

 

nebenschauplatz kilogixxer

auf dem durfte ich mich nicht tummeln, der war 4 teilnehmern, die auf der rennstrecke schnell sind, vorbehalten.

somit kann ich auch hier nichts über die reifen, die auf diesen motorrädern aufgezogen waren, sagen – nachlesen kann man jedoch bei karl - http://gsx-r1000.net/forum/viewtopic.php?f=15&t=28009

 

fortsetzung folgt...

 

...vielleicht

 

romantic candle light dinner mit meiner süssen gehabt... weiter

geht`s im text.

 

spielwiese landstrasse.

und autobahn. und bundesstrasse.

zum beispiel am ersten tag. nach der abfahrt von bensheim.

geradeaus auf der bahn. herrliche schwarzwälder refugien rechts und links liegen lassend.

dann irgendwann runter auf fette bundesstrassen.

14 motorräder zuckelnd im feierabendverkehr hinter schwerlastwagen.

richtung schweiz.

dem bekannt beliebten eldorado exemplarischer motorradfahrer.

langeweile essen meine seele auf.

 

aber gemach, der spass kam noch.

als wir entschieden, die gruppe in fahrbare einheiten aufzuteilen.

meine hinter herbert kaufmann. in den schweizer bergen, knapp über der gefriergrenze im schneetreiben. mit viel gefühl. aber nicht langsam.

 

oder in italien. nach dem tunnel.

als uns plötzlich die sonne lachend im gesicht stand.

und uns diese kleinen strässchen unter die räder kamen.

es hat uns alle gepackt. dieser herrliche, so ungemein kostbare stoff adrenalin flutete unsere körper.

wir waren motorrad.

 

der reifentest

zuhause, unter meinen motorradstammtischbrüdern, hatte ich bereits meine persönliche arbeitsthese zum anstehenden reifentest verlauten lassen: „die dinger fahren sich doch alle gleich !“

das ist zugegebenermassen zugespitzt formuliert, jedoch bereits nah dran an meinem persönlichen testergebnis - alle von mir gefahrenen reifen sind gut. funktionieren auf einem ähnlichen guten niveau.

für das lächerliche stvo gerechte tempo, das uns motorradfahrern erlaubt ist, eh.

aber auch für die wilden, vogelfreien desperados unter uns, die sich die freiheit nehmen, ihr wochenende ausserhalb dieses unspassigen regelwerks zu verbringen.

über das, was die fachpresse testet, kann ich auch nach diesem test nicht urteilen.

denn wir haben die reifen nicht auf normrunden unter konstanten bedingungen gefahren. der ganze ablauf war darauf ausgelegt, weiche, also gefühlte eindrücke zu gewinnen und nicht harte fakten zu produzieren.

zudem wir die reihenfolgen der wechsel von einem reifen auf den

nächsten nicht ganz strikt einhielten, es also durchaus vorkam, dass nicht alle reifen von allen fahrern gleich häufig gefahren wurden.

 

nochmal zur erinnerung: die auf den gixxer montierten pellen konnte ich nicht ausprobieren, meine erfahrungen machte ich also auf: metzler z8 interact, michelin road 2, michelin pilot power, bridgestone bt 023, conti road attack 2, dunlop roadsmart, pirelli angel st und – der war ursprünglich nicht vorgesehen - dem avon storm 2.

 

an die vorgabe, alle 100 km die unterschiedlichen bereiften motorräder zu tauschen, hielten wir uns in etwa – mal wurde nach ca. 80 km bereits gewechselt, mal nach rund 120 – je nachdem, wie es sich ergab.

eine klatte aus dem rucksack geholt, kmstände eingetragen, die strassenverhältnisse, die art der strecken – ob pass, landstrasse, autobahn oder renne zu welchen anteilen und dann bewertungen von 1 – 6 in eine tabelle eingetragen, die dinge wie: einlenkverhalten, kurvengrip, geräusch, komfort etc. pp. abfragte – viel zu tun also, zudem wir ja auch noch pinkeln, trinken, reden und gegebenfalls tanken mussten.

 

arsch statt popometer

den muss ich mir konstantieren.

es hat lange gedauert, bis ich überhaupt unterschiede im fahrverhalten der reifen bemerkte.

zu anfang war alles vom fahrgefühl der banditen übertüncht.

die hat ja doch ein wesentlich weicheres und damit intransparentes fahrwerk als meine privat gefahrene maschine.

 

irgendwann dann war auch meine allerwertester bereit, wenigestens ein paar kleine unterschiede an mein auswertungszentrum gehirn weiterzuleiten.

als erstes machten sich die michelins bemerkbar.

egal ob road oder power – beiden gaben mir auch im nasskalten das durchaus freundliche gefühl, auf gänzlich trockener fahrbahn unterwegs sein.

auf tatsächlich trockener strasse dann waren sie mir jedoch eine spur zu flatschig. der power etwas weniger ausgeprägt als der road.

 

wie auch der conti sport attack 2. der fuhr mir viel zu teigig.

was eine grosse überraschung für mich war, denn auf meinem eigenen motorrad passt er mir wunderbar, hier fahre ich ihn gut und gerne.

 

der metzler z8 wurde im verlauf unserer fahrt leider von einem lkwrad überrollt, meine fahreindrücke konnte ich auf diesem reifen also nicht zu ende bringen.

in erinnerung ist er mir als unspektakulärer reifen, genauso wie der bridgestone bt23, der einfach - sorry für diese unspezifizierte aussage – fährt. der nichts an sich hatte, was mir besonders aufgefallen wäre.

 

ganz anders beim avon.

mit dem fand ich kein gefühl für`s vorderrad.

der avon berater, mit dem zu sprechen ich im anschluss gelegenheit hatte, meinte dazu, dass ihm das bekannt sei und dass demnächst ein rad mit kompletter neu aufgebauter karkasse in den handel komme, das über einen nullgradgürtel verfügt, statt des bislang verwendeten radialgürtels.

ansonsten fand ich den reifen ziemlich hart, fahrbahnkanten kamen recht ungefiltert durch.

ergo: mir persönlich war der reifen nicht ganz genehm, ich weiss jedoch, dass ein mitfahrer ihn als persönlichen favouriten nannte.

 

apropos: meiner war der dunlop roadsmart.

 

fortsetzung folgt...

 

...vielleicht

 

sodele, schön ausgeschlafen, weiter geht’ s im test...

 

spielwiese mugello

dorthin kommen die italienischen buben, um sich und ihr material derbe zu zerstören. und zwar umgehend: raus auf die strecke, gas auf und rein in den kies.

oder das edle material gleich abfackeln. sich meterhoch über die maschine katapultieren.

es war atemberaubend. und schade. denn unsere ersten zwei turns wurden wegen des rumliegenden schrotts bereits nach wenigen runden abgebrochen.

immerhin war die piste schön frei befahrbar, nachdem sich die fähigsten kandidaten selbst entsorgt hatten; bis auf ein mädel, das „übrig“ geblieben war und bis zum schluss aller turns einen herzergreifenden anblick bot, vor jeder kurve in schlangenlinien von links nach rechts wackelnd.

 

aber genug grossmäulig das germanische barbarenhaupt gereckt: wir hatten uns ja auch 2 wunderbare instruktoren mitgebracht, den herbert kaufmann, der uns bandittreibern die linie zeigte und der tim röthig, der das selbe für die gixxer leute tat.

ich für mich habe hinter herbert viel gelernt, z.b. dass es wichtig ist, immerimmerimmer, auch bei gemässigtem tempo, exakt auf der idealinie zu fahren, dass man die fahrt auf dieser linie ganz fein mit dem oberkörper auszutarieren kann und noch ein paar kleinigkeiten mehr, die ich euch nächstens spüren lasse.

 

aber jetzt mal butter bei die fische:

mugello ist geil. flüssige, schnelle kurven.

irgendwann war instruktorenfreies fahren angesagt, meine lieblingsstelle zum überholen hatte ich eingangs der arrabiata gefunden und es ging darum, zu ledern, was irgendwie machbar war.

und das mit einer bandit ? kann man das ernst nehmen ? ein bisschen.

die fussrasten schleifen. irgend einer erzählte mir, dass mein auspuff funkensprühend aufsetzte. für die, die mich kennen, würde ich die fahrweise als sehr hohes landstrassentempo klassifizieren.

 

dass noch mehr geht, zeigte tim röthig auf einer bt21 bereiften bandit.

und herbert auf seinem bmw rt1200 koffer mit z6 interact pellen.

die beiden haben damit slickbereifte ducs der 40.000 euro klasse niedergemetztelt, ¾ aller jungs auf dem track wurden von ihnen damit gnadenlos hergebrannt.

 

ergo: für einen fahrer, der ab- und an mal auf einer rennstrecke oder einem rundkurs unterwegs ist und der noch kräftig an seinem grundspeed zu feilen hat, ist ein tourensportreifen völlig ausreichend, gibt ihm wunderbar die alle eier legende wollmilchsau.

kein grund also in dinge wie einen anderen felgensatz, womöglich noch einen anhänger und weiteren zinnober zu investieren.

 

spielwiese reifenmaster 2010

das kind hat offenbar einen namen, so knackig entlehnt nennt sich der motorradreifentest für endverbraucher.

eine gute sache, schön organisiert, die veranstaltung war ihr geld unbedingt wert , es hat mir grossen spass gemacht und ich habe viel gelernt.

vielen dank jens bolz ! vielen dank auch allen, die in irgendeiner form mitgewirkt haben !

 

ein wort noch zu meinen mitfahrern: ganzganz exemplarisch für die durchschnittliche motoradwelt waren das fahrkönnen der teilnehmer nicht, das niveau war überdurchschnittlich hoch, wenn auch nicht völlig homogen, so war doch keiner dabei, der im nassen oder wenn´s ins winkelwerk ging, fahrerisch eingebrochen wäre.

 

mopedreifen.de. - der veranstalter, wird noch ein auswertung des verschleisses machen, die ergebnisse werde ich hier verlinken.

 

bilder zum text findet ihr hier:

 

http://www.facebook.com/album.php?aid=42979&id=100000023818436&l=42eb9a8eab

 

andere berichte, andere perspektiven auf die veranstaltung, andere wahrnehmungen findet ihr z.b. hier:

 

http://www.racing4fun.de/viewtopic.php?t=22709&start=70&postdays=0&postorder=asc&highlight=

 

http://www.r1-forum.de/neu/index.php?option=com_fireboard&Itemid=114&func=view&id=132143&catid=14

 

http://forum.r1club.com/viewtopic.php?f=4&t=33361

 

http://www.gsx-r1000.net/forum/viewtopic.php?f=15&t=28009&start=30#p257539

 

http://gs-world.eu/index.php?page=Thread=11249&pageNo=2&s=d9a3f3456ad9add9f5737af49cf3fb72ca3ff926

 

http://rsv4-forum.de/viewtopic.php?f=2&t=399


 

http://motorbiker-owl.de/forum/thread.php?board=7&thema=99#3


 

http://www.1098forum.de/index.php?topic=9043.0

 

und noch ein metzlerblog dazu:

 

http://www.ridexperience.de/2010/10/reifen-master-2010-ziemlich-harter-ritt-ins-toskanische-mugello/

 

 

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"riding shouldn't be about electronics, the limit is yours and yours only" (simon crafar)