messeneuheit: der ABSsolator

keine lust auf ABS am eigenen motorrad?

keine lust auf ABS am motorrad anderer?

gar keine lust auf ABS?

 

für diese nur zu verständliche unlust gibt es jetzt das geeignete utensil: den ABSsolator.

 

 

wie auf dem bild zu sehen, einfach einschalten und draufhalten, auf den auslöser des übels, den ABSsensor.

der ABSsolator ist einfach zu handhaben und funktioniert vollkommen zuverlässig: der ABSsensor wird irreversibel funktionsuntüchtig gemacht.

 

der ABSsolator verwendet das in der mikroelektronik hinlänglich bekannte prinzips der ionisation, das dort eingesetzt wird, um unerwünschte elektrostatische entladungen von halbleitern und leiterplatten zu verhindern.

 

durch die ionisation des ABSsensors mit dem ABSsolator werden negativ geladene elektronen aus dem (hall-)sensor entfernt, zurück bleiben positive, sogenannte ionen. und nur mit diesen kann der sensor kein signal vom geberring (radkranz) dedektieren, es gibt kein datenprotokoll, das an das ABSsteuergerät weitergeleitet werden könnte.

weder aussen am gehäuse noch am senor selbst werden dabei sichtbare spuren hinterlassen, nur durch eine materialprüfung könnte die elektromechanische zerstörung des sensors nachgewiesen werden.

 

diese ionisatition leistet der ABSsolator aus einem abstand von bis zu 25 cm zum ABSsensor, abhängig vom zielwinkel.

die energie, die der ABSsolator dafür benötigt, bezieht er aus lithiumtantalat. das ist ein pyroelektrisches kristall, das als emitter, als spannungsquelle, dient. lithiumtantalat besitzt sogenannte elektrische dipolmomente, die sich bei temperaturänderungen, im ABSsolator erzeugt durch einen akku, umorientieren und so eine elektrische spannung zwischen den grundflächen dieses haarfeinen kristalls aufbauen. der radius der beiden grundflächen ist ausgesprochen gering, so kann eine bereits hohe ausgangsspannung von über 25 gv/m erzeugt werden. diese wird nun durch eine nach dem maldiverfahren im ABSsolator aufgedampfte matrix aus sinapsinsäure geschickt, die sich dadurch potentiert und den ABSsolator mit einer energie von annähernd 10 mev verlässt, genug, um die elektronen aus der gitterstruktur des ABSsensors herauszulösen.

 

bereits auf der leipziger motorradmesse sollte der ABSsolator der öffentlichkeit vorgestellt werden. das hat nicht ganz geklappt. die technik wäre fertig gewesen, die erprobungsphase bestanden, nur das gehäuse, das den ABSolator umgibt, war es nicht. das hätte es durchaus sein können, aber ich wollte, einer erst jüngst für mich aufgestellten devise folgend, dass geld verdienen auch spass machen und kunstbeflissen sein sollte, mich nicht mit irgendeinem material schnöder herkunft zufrieden geben. und so wird das gehäuse des ABSsolators aus einem granulat gegossen, das ausschliesslich aus kunststoffen besteht, die zuvor an motorrädern verwendung fanden.

 

die zu aufzutreiben war nicht das problem, seit einigen jahren werden die entsprechende teile, um die wieder-verwertung zu erleichtern, mit einem einheitlichen recyclingcode gekennzeichnet. das problem entstand, als ein namhafter motorradhersteller wind von der geplanten verwendung seiner ehemaligen teile bekam und sich, ob aus furcht vor gutem leumund oder aus anderen gründen ist mir bis zum schluss nicht klar geworden, gegen diese form des upcycling verwahrte; wozu ihm natürlich das juristische recht fehlte, denn die teile waren ja längst entfernt von seinem produkt und der verwertungswirtschaft zugeführt; selbstredend auch das moralische, nicht aber das faktische, das ein grosser hersteller eben hat.

und so musste verhandelt werden, bis ein ausgleich der interessen gefunden war und der heisst, es wird keine offiziellen pressefotos geben, auf denen der ABSsolator im einsatz gegen ein motorrad dieses herstellers zu sehen sein wird.

 

produziert wird der ABSsolator in berlin, im technologie-zentrum adlershof, von einem kleinen start-up unter-nehmen, von ein paar jungs und mädels, um genauer zu sein. einige kommen direkt von der uni, andere standen bereits in diversen firmen in lohn und brot.

 

durch einen zufall haben wir uns kennenlernt, beim thailänder, uns gut unterhalten über dies und, ja ziemlich schnell auch über das: motorradfahren. und eine gemeinsame liebe dazu festgestellt. und so kam ich natürlich auf antifah und meine mission gegen das von der eu oktroyierte abs zu sprechen. mein engagement gefiel und so bereitete ein gemeinschaftliches „zum wohl“ zum klang der biergläser den griff eines meiner gegenüber zur serviette. weisst du, was ionisation ist?“ „ein bisschen, aber nicht genau“. „ich erklär´s dir“ und mit einem kuli skizzierte er auf der serviette einen ersten, groben entwurf des ABSsolators. „und das kann funktionieren?“ staunte ich.

aber klar, die grundsätzliche technik ist vorhanden, wird bereits verwendet, neu wäre nur die spezielle konfiguration, aber das müsste sich machen lassen“.

na dann: „prost!“

 

weil der ABSsolator also ein gemeinsames werk ist, schreibt er sich auch mit diesen ungelenk aussehenden gross-buchstaben ABS. denn ich konnte und schliesslich: ich wollte mein dogma der konsequenten kleinschreibung nicht durchsetzen gegen das argument, dass das produkt ABSsolator, damit es sich bestmöglich verkaufe, von jedem barrierefrei verstanden werde müsse, es deshalb eben auch am besten so zu schreiben sei, wie es für das ABS nun eben allgemein gebräuchlich ist. was sind schon ein paar läppische buchstaben gegen hunderte, vielleicht sogar tausende zerstörter antiblockiersysteme?

 

desolator, englisch der zerstörer. weil der ABSsolator zuverlässig das zerstört, wo zwar meist nicht ABS draufsteht, aber immer ABS drin ist. und weil er das macht, ist er ein ganz grosser tröster, lateinisch solator, der, genauso zuverlässig, die freien geister der europäischen union über die bald schon manifeste dystopie des faktischen hinwegtröstet.


was kostet der ABSsolator?

mehr als ein ABS aber weniger als ein neues motorrad.

die verwendeten materialien sind nicht billig, vor allem aber ist der herstellungsprozess aufwendig und darum teuer.

um die 3.000 euro werden es schon sein, vielleicht kann der preis auch eine psychologische nettigkeit darunter bleiben.

zu diesem betrag wird ihn sich nicht jeder leisten wollen. das muss aber auch nicht sein, beim kauf könnten sich brüder, die eh schon im geiste vereinigt sind, wie kuttenträger, rocker, mitglieder eines forums, etc. zusammentun.

vielleicht wird es auch möglich sein, anlässlich eines grossen motorradevents, eines treffens oder einer messe, ein paar leihgeräte zur verfügung zu stellen.

 

eine letztes, aus actaellem anlass: weder der name des ABSsolators noch seine technik sind urheberrechlich oder patentrechtlich geschützt, denn es gibt kein veröffentlichtes geistiges eigentum. 




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"riding shouldn't be about electronics, the limit is yours and yours only" (simon crafar)