hallo, sehr geehrte herr ramsauer!

hallo, sehr geehrter herr ramsauer!

 

vor einigen tagen stellten sie ihren vorschlag zur reform des flensburger verkehrszentralregisters der öffentlichkeit vor; mit dem hinweis, dass es sich dabei nicht um eine fertige gesetzesvorlage handelt, sondern um eckpunkte, um die es, nach ihrem wunsch, eine breite öffentliche debatte geben soll.

 

dieses ansinnen heisse ich ausdrücklich gut, denn schliesslich geht es nicht um ein vergleichsweise marginales gesetzesvorhaben wie es zum beispiel die neuregelung des beamten- und besoldungsgesetzes wäre, die für die betroffenen personengruppen und die institutionen, in denen sie arbeiten, von großer bedeutung sein mögen, für alle anderen aber von minderer, sondern um überlegungen, die wenigstens die lt. bundesamt für strassenwesen geschätzten 54 millionen inhaber eines deutschen führerscheins direkt betreffen.

darüber hinaus alle weiteren, die ohne im besitz eines solchen zu sein, durch unser verkehrswesen laufen, radeln, rollen, skaten oder sonst wie sich bewegen. ein gesetz mit einer derartig breiten wirkung sollte tatsächlich nicht über uns gebracht werden, wie harmagedon eines fernen tages.

 

um aber mitzutun bei dieser debatte würde ich zuvor gerne wissen, wer denn, ausser ihnen, herr ramsauer, meine gesprächspartner sind.

und - das vor allem - welche positionen diese vertreten.

damit sind nicht diejenigen gemeint, die sich gerade erst nach der vorstellung der eckpunkte mit ihren meldungen verorten oder das in naher zukunft noch tun werden, sondern die, die bereits in den letzten zwei jahren, denn schon im juli 2010 kündigten sie ja an, sich mit der überarbeitung des verkehrszentralregisters zu beschäftigen, mit ihnen in einem diskurs darüber standen.

 

wer waren, das sind meine ausdrücklichen fragen an sie, die beteiligten an dem vorgestellten entwurf?

 

und wessen positionen spiegeln sich in ihnen wieder?

 

gab es auch standpunkte, die sich im entwurf nicht wiederfinden?

 

diese fragen zu stellen, ist berechtigt, denn zum einen passen zu einer öffentlich geführten debatte keine gespräche, die hinter verschlossenen türen oder in nicht für alle zugänglichen räumen stattfinden. oder eben stattfanden.

zum anderen würde ich gerne wissen, ob meine interessen und anliegen von jemandem, womöglich in gänze oder zumindest in teilaspekten, in der bisherigen diskussion bereits schlüssig formuliert wurden.

 

für eine zeitnahe beantwortung meiner fragen bedanke ich mich vorab.

 

mit freundlichen grüssen

 

jensinberlin

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Rider (Donnerstag, 22 März 2012 18:35)

    Hi,
    ich verstehe deine Kampagne nicht so ganz. Wem tut es weh, wenn Moppeds mit ABS ausgestattet werden?
    ABS ist einfach Sinnvoll... fertig. Ich habe Fahrschule auf einem Mopped mit ABS gemacht, auf der Kawa konnte ich bei Tempo 80 die Vorderradbremse voll durchziehen und musste keine Angst vorm blockieren haben und ich stand nach 30 metern.
    Ich fahre jetzt ne Sportster 883R. Super teil, leider kein ABS. Was passiert mir? Alte Dame sieht mich nicht und sieht 2 MEter vor mir auf meine Spur und bremst... ich musste voll in die Eisen sonst waere ich ihr hinten drauf gefahren, was passiert? richtig vorderrad blockiert, dafuer bin ich einfach schon zu lange Autofahrer um in einer solchen Notsituation ans stottern zu denken, da zieh ich einfach den Hebel bis zum Anschlag um nicht vor die Hunde zu gehen. Kann mir keiner erzaehlen, dass das nicht so ist...
    Habe mich dann ueberschlagen, weil eben Vorderrad blockiert hat. Das haette ich mir gerne erspart und ich hatte noch glueck, dass auf der anderen spur nicht gerade jemand kam sonst waere ich hin gewesen.
    ABS MUSS pflicht sein, fertig.
    In diesem Sinne, live free ride hard...

  • #2

    antifah (Freitag, 23 März 2012 19:29)

    rider, dein kommentar steht zwar beim brief an ramsauer am falschen ort, aber immerhin bei antifah auf der richtigen seite; darum soll er nicht unkommentiert bleiben.

    warum ich kein abs an meinem motorrad möchte, habe ich doch (http://www.antifah.de/darum-geht-s/) ausführlich dargelegt, besser, anders, eingängiger formulieren kann ich es nicht.

    und ich muss widersprechen, es gibt motorradfahrer, die das bremsen ohne abs beherrschen. auch in schrecksituationen.
    das zu können, kann man üben. praktisch. bei einem fahrsicherheitstraining bekommt man zumindest die übungen dazu gezeigt.
    und mental. da kann ich dir bernt spiegels „die obere hälfte des motorradfahrers (motorbuchverlag) empfehlen.
    eine auseinandersetzung mit der fahrpyhsik eines motorrads gehört auch dazu.
    stottern beim motorrad gibt´s nicht (die stotterbremse beim abs-losen auto halte ich übrigens auch für quatsch).

    wenn du nicht abs-frei sicher bremsen kannst, das auch gar nicht willst, dann steht es dir ja frei, dich für ein motorrad mit abs zu entscheiden.
    du solltest aber nicht glauben, deine fahrfähigkeit sei der maßstab für alle,keiner könne, was du nicht kannst.

    zu deinem ausspruch „live free ride hard“ - motorradfahren mit abs ist ein fahren mit einer fahrhilfe, die eine fahraufgabe anstelle des fahrer erledigt; das passt nicht zu „ride hard“; und „live free“ klingt unangemessen tönern angesichts deiner forderung nach einer pflicht.

"riding shouldn't be about electronics, the limit is yours and yours only" (simon crafar)