sie ist weg!

sie ist weg!

die petition. gegen die einführung einer eu-weiten abs-pflicht.

abgesandt an das eu-parlament.

was aber niemanden daran hindern sollte, sie noch zu unterzeichnen.

schliesslich gibt es keine zeichnungsfrist zu wahren, eine 6-wöchige zum beispiel, wie es bei einer petition an den deutschen bundestag der fall wäre. die zeichnung eines späten mitpetenten würde ich der petition einfach noch hinterherschicken.

 

und nun?

wird der petitionsausschuss die petition auf ihre zulässigkeit prüfen und je nach sachlage die europäische kommission auffordern, eine prüfung des gegenstands vorzunehmen oder die petition an einen ausschuss des parlaments weiterleiten.

so zumindest steht es auf der seite des eu-parlaments. mehr kann ich derzeit dazu auch nicht sagen. über den weiteren fortgang werde ich hier informieren.

 

42 haben die petition unterzeichnet, mich eingeschlossen. das sind nicht viele. das sind kümmerlich wenige!

aber nicht zu wenige. denn bereits eine einzelne person kann eine petition ins eu-parlament einbringen. ob eine petition oder auch das sie begründende argument mehr gewicht hat, wenn sie von 42 leuten statt von einem unterzeichnet ist, kann ich nicht sicher beurteilen. vermutlich ist dem nicht so. ob ein solcher unterschied besteht, wenn es 300 sind? oder 10.000? anzunehmen ist, dass eine petition unabhängig von ihrer stichhaltigkeit eine gewisse bedeutungsschwere hat, wenn eine zahl von unterzeichnern erreicht ist, die es rechtfertigt von „volkes stimme“ zu sprechen. oder im vorliegenden fall von „den motorradfahrern“.

 

warum also nur 42?

weil ich es nicht geschafft habe, eine ausreichend grosse öffentlichkeit zu erreichen.

 

weil der aufruf zur petition nur in deutsch verfasst war.

und nicht auch in italienisch, tschechisch, französisch, rumänisch, slowakisch, spanisch oder in eine der anderen 23 eu-landessprachen. oder wenigstens in englisch. so hatte ein großteil der europäischen motorradfahrer keinen hinweis auf die petition, ganz zu schweigen von der möglichkeit, sie zu lesen.

 

weil der aufruf zur petition ausgerechnet in deutsch verfasst war.

und damit in der sprache der bedenken- und warnwestenträger.

veröffentlicht, ins internet gestellt mit der domainendung de, in einem land, in dem die befürwortung einer abs-pflicht gross ist. ganz im unterschied zum beispiel zu italien, in dem das so wenig der fall ist, dass selbst mausgraue hondas ohne abs auf den markt kommen.

kurzum – dass sich in deutschland oder auch im deutschsprachigen raum keine mehrheit der motorradfahrer gegen die abs-pflicht ausspricht, damit habe ich von vorne herein gerechnet.

 

erstaunt bin ich allerdings, wie viele leute es gibt, die sich gegen den verpflichtenden einsatz eines abs aussprechen und für eine freiwilligkeit plädieren, die petition dann aber nicht unterstützt haben. warum das so ist, weiss ich nicht. den ein oder anderen kenne ich persönlich, bei guter gelegenheit und einem glas bier, kann ich ihn oder sie also selbst nach dem grund fragen. bei vielen anderen ist mir das so nicht möglich. hier kann ich nur ausdrücklich sagen: ich interessiere mich für die gründe. und freue mich über einen kommentar dazu oder über eine email an mich, ganz nach gusto.

 

„da es nicht einfach ist, in den weiten des deutschsprachigen netzes bemerkt zu werden, erlaube ich mir, euch mit meinem ersten und vielleicht auch einzigen beitrag hier bei euch im forum - ich hoffe, ihr entschuldigt beides – meine auf www.antifah.de online gestellte kollektivpetition gegen die einführung einer eu-weiten abs-pflicht zur kenntnis zu bringen.

danke für euer verständnis und viele grüsse“

 

so habe ich die petition in diversen foren verlinkt, handläufig quasi. wohl gefühlt habe ich mich dabei nicht. als eindringling, der in dem jeweiligen forum nichts weiter zu tun gedenkt, als öffentlichkeit für die petition zu schaffen.

und ich habe, ganz klassisch, nebenbei den ein oder anderen flugzettel an ein irgendwo rumstehendes motorrad gesteckt.

 

die deutschsprachigen interessenvertretungen der motorradfahrer habe ich angeschrieben. die biker union, den bvdm, die kuhle wampe, die mag und den europäischen dachverband dieser verbände, die fema. sie darum gebeten, den petitionstext ihren mitgliedern zugänglich zu machen und ihn auf ihren webseiten zu verlinken.

gemacht hat das keiner.

nur der ausserhalb dieser reihe angschriebene verband deutscher motorradtuner (vdmt) hat überhaupt reagiert und mir geantwortet, dass sie nicht interessiert sind und einige punkte ganz anders sähen.

 

den vdmt lasse ich mal aussen vor, der als vereinigung der tuner andere mitglieder hat und dessen öffentlichkeitsarbeit von anderen interessen geleitet ist, wie die der anderen verbände, die ja explizit interessenvertretungen der motorradfahrer sind, wenn ich sage: dass keiner der verbände die petition publiziert bzw. verlinkt hat, ist inakzeptabel.

unerheblich ist, wie die einzelnen verbände oder deren relevanten vertreter zu der geplanten abs-pflicht stehen. als postulierte vertretungen der motorradfahrer ist es ihre ureigene aufgabe, ihre mitglieder, wie die motorradfahrer generell, auf derlei vorgänge rund um das thema motorrad hinzuweisen. und wenn die fema noch am 1. september über den stand der abs-debatte im eu-parlament berichtet, dann ist das genauso richtig wie es ein hinweis auf die abs-petition gewesen wäre.

die biker-union fährt derweil lieber motorrad. und tituliert eine sternfahrt vom 23.8.11 zur demo für die belange der motorradfahrer. auf der seite des bvdm wird im juni 2011 immerhin noch gefragt, wie es mit der winterreifenpflicht für motorräder weitergeht. die kuhle wampe schliesslich wird anlässlich eines geplanten blockade eines castor-transports am 1.10.11 unterstützend trial fahren. wer`s nicht glaubt, schaue selbst.

 

motorradzeitschriften, in deren redaktionen und leserschaft ich eine sympathie für die petition vermute, habe ich den hinweis auf den petitionsaufruf, versehen mit der bitte um eine publikation, ebenfalls zugeschickt. der mo, der fastbike und dem reitwagen. aber auch hier wurde ich enttäuscht.

wenn der hinweis auf einen neuen handschuh einen weg ins heft findet oder der link für eine umfrage des instituts für zweiradsicherheit (ifz) zur qualität der fahrschulausbildung abgedruckt wird, dann wäre auch platz für den petitionslink gewesen. zumal das bereits für die verbände gesagte in ähnlicher weise für die motorradzeitschriften gilt - als leser, der geld für ihren kauf bezahlt, will ich über motorradspezifisches informiert und aufgeklärt werden. maik schwarz von der mo schrieb mir mal, dass die mo keine lobbyarbeit mache. die aussage ist dann o.k., wenn damit gemeint ist, dass die mo keine klinken putzen geht, nicht in den vorzimmern der entscheider sitzt und sich nicht an einer politischen meinungsbildung beteiligt, wie sie zum beispiel im vorfeld des

eu-(abs-)kommissionsvorschlag stattgefunden hat. aber einen aktiven beitrag an der motorradpolitischen bildung der leser erwarte ich von einem motorradmagazin. eine unabhängigkeit von der industrie, aber keine von ihrer leserschaft. ganz im gegenteil, ein motorradmagazin hat ausdrücklich ihre motorradfahrenden klientel zu vertreten, lobby zu sein für ihre interessen.

in wort und bild.

 

der motorradtestende chefredakteur des reitwagens, zonko, echauffiert sich in der aktuellen ausgabe des heftes darüber, dass eine speed triple und eine monster zukünftig mit einem abs ausgerüstet sind - ein beifälliger applaus dafür! – nur was soll ich davon halten, wenn er inständig darum bittet, die elektronischen systeme wie das abs und die traktionskontrolle nicht in derartige motorräder einzubauen und dann wörtlich hinzufügt “ich weiß schon, dass dieser hilferuf in etwa so wirksam sein wird wie die sos-morsezeichen einer maus am jupiter, deren käsevorrat knapp wird, aber in der verzweiflung klammert man sich halt an einen strohhalm und hofft dann doch irgendwie auf ein wunder.“

warum zonkoreitwagen, habt ihr meinen hingehaltenen strohhalm nicht angenommen? und mit der hoffung auf ein wunder verhält es sich hier wie beim lottospiel: nur wer den ausgefüllten schein an der annahmestelle abgibt, kann sich der schmalen hoffnung auf den hauptgewinn hingeben!

 

 

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