fasm

fmübst.

forumundmotorradübergreifender berliner stammtisch.

so nennt sich ein „italiener“stammtisch, der mal ein guzzistammtisch war. der begriff gefällt mir gut.

fasm.*

gefällt mir ebenfalls. so nennt sich eine studie http://www.ifz.de/download/ifz_Forschungsheft_14_ifz-Kapitel.pdf, die eine definition von fahrer-assistenzsystemen an motorisierten 2rädern macht.

 

diese lautet: ein „fahrer-assistenzsystem an motorisierten zweirädern (abk.: fas-m*) ist ein technisches ausrüstungsteil an motorisierten zweirädern, welches den fahrer bei seiner fahraufgabe unterstützt bzw. ihm assistiert und / oder die belastung und somit die beanspruchung des fahrers mindert. es dient der aktiven sicherheit (unfallvermeidung) aber auch um unfallfolgen während einer pre-chrash-phase positiv beeinflussen zu können (...)“

 

hergeleitet wird diese definition berechtigterweise aus dem automobilsektor. hier wurden die ersten systeme dieser art entwickelt und marktfähig gemacht un hier existiert bereits eine vielzahl von untersuchungen zum thema.

 

in der studie werden sogenannte teilautonome und vollautonome systeme aufgeführt, die entweder teilweise oder zur gänze anforderungen an den fahrer übernehmen und die von diesem eingeschränkt oder gar nicht beeinflusst werden können.

dazu zählen selbstverständlich das abs und die traktionskontrolle.

aber auch integrale bremssysteme, die bremskraftverstärkung, die brems-überschlagsregelung, der tempomat, die berg-anfahrhilfe, die anti-hopping-kupplung, der elektronische geregelte lenkungsdämpfer, die wheelie-kontrolle, das mapping und sogar der seitenständer-killschalter werden dazu gerechnet.

 

die liste der in der studie genannten fasm wird von den autoren allerdings noch deutlich erweitert. mit der begründung, dass die sinnesbelastung beim fahren eines motorrads „(...) mindestens doppelt so hoch ist, wie beim fahren eines pkw“, unter anderem durch die vibrationen, durch das auf dem motor sitzen, aber auch durch den motorenlärm, die windgeräusche, den fahrtwind und das wetter.

diese sinnesbelastungen zu minimieren ist ja lt. vorgenannter definition ein zweck der fasm.

so enthält die liste neben den bereits aufgeführten systemen noch weitere dinge wie die automatische blinkerabschaltung, die verstellbare sitzbank, die verstellbaren hand- und fußhebel, das adaptive kurvenlicht, die einstellbare federvorspannung ebenso wie das elektronisch einstellbare fahrwerk, die beheizbaren handgriffe und sogar das vorhandensein einer verkleidung.

 

es mag schon sein, dass all diese sachen im sinne einer exakten auslegung der definition den fasm zugerechnet werden können, allerdings ist das höchstens von akademischer bedeutung.

im wahren leben ist es reines fasmgedresche.

 

immerhin aber veranschaulicht die liste der genannten fasm, welchem system sie auch immer im einzelnen zugerechnet werden, wie persönlich die wahrnehmung dessen ist, was für den einzelnen motorradfahrer noch hinnehmbare oder gar willkommene hilfe ergo assistenz oder bereits eine ärgerliche, nicht akzeptable beschneidung der eigenen fahrerischen fähigkeiten ist.

ob mein motorrad einen seitenständer-killschalter hat, ist mir sehr egal, das vorhandensein eines elektronischen lenkungsdämpfers würde mich persönlich ebenfalls nicht stören, die berg-anfahrhilfe allerdings schon.

das mag bei anderen gerne anders sein.

 

in anderen studien wird darauf hingewiesen, dass sich geringe bzw. mangelhafte fahrpraxis statistisch in der unfallhäufigkeit niederschlägt.

daran zu zweifeln gibt es für mich keinen grund.

so gestehe ich also demjenigen, der gerade mal 5.000 km fahrleistung im jahr schafft, gerne ein abs-system an seinem motorrad zu.

erwarte jedoch umgekehrt auch, dass jemandem, der ein mehrfaches davon fährt und der sich womöglich noch mit der fahrdynamik praktisch und theoretisch auseinandersetzt, ein solches system nicht zwangsweise auferlegt wird.

 

ich persönlich möchte im übrigen auch auf gar keinen fall meiner hohen sinnesbelastung beim motorradfahren beraubt werden; ganz im gegenteil - ausdrücklich will ich darauf bestehen, durch vibrationen, das auf dem motor sitzen und durch wind und wetter mindestens doppelt so hoch wie beim fahren eines pkw beansprucht zu werden.

mit der forderung, diese belastungen zu verringern, zeigt sich übrigens sehr anschaulich, welch`geistes kind diese art der studien sind. ihnen geht es nicht - ausdrücklich nicht - um den fahrspass, sondern ausschliesslich um die unfallverhütung als oberste prämisse, dem dieser spass nicht nur untergeordnet ist, sondern der auch als zu berücksichtigender faktor vollkommen aussen vor bleibt.

derjenige motorradfahrer, der sich für fasm stark macht, sollte sich darüber im klaren sein.

 

 

*in der studie fas-m.

aus typografischen gründen verzichte ich auf den bindestrich

 

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