wichtige menschen

wichtige menschen

es ist anfang märz. in brüssel.

wim van de camp ist ein wichtiger mensch.

denn er ist berichterstatter des parlamentarischen ausschusses für binnenmarkt und verbraucherschutz kurz imco (internal market and consumer protection).

dieser ausschuss beschäftigt sich federführend mit dem von der eu-kommission gemachten vorschlag zur eu-weiten neuordnung einer typzulassung für motorräder.

die stellungnahme dieses ausschusses hat grossen einfluss auf das letztendlich gesetzgeberische abstimmungsverhalten des eu-parlaments.

 

herr van de camp unterstützt die einführung einer abs-pflicht für motorräder über 125 ccm.

nach seiner meinung ist das argument, dass ein obligatorisches abs zu einem höheren anschaffungspreis für neumotorräder führt, nicht stichhaltig. er beruft sich dabei auf aussagen der zulieferindustrie, die von einem mehrpreis von weniger als 100 euro je fahrzeug ausgeht.

 

dazu fällt mir ein, dass eine ktm smt mit dem seit diesem jahr serienmässigen, abschaltbaren abs nicht mehr kostet als das modell in 2010, das noch ohne abs zu kaufen war. bei einem motorrad, das sich für ktm verhältnisse erstaunlich gut verkauft und damit mehr umsatz abwirft, als ursprünglich preiskalkuliert war, ist das kaufmännisch wohl machbar. zudem sich die botschaft „abs umsonst“ wunderbar im markt platzieren lässt. politischer erfolg winkt obendrein, kann so doch beispielgebend gezeigt werden, wie günstig, ja geradezu umsonst, ein abs an die motorräder geschraubt werden kann.

gezeigt wird uns das von ktm und seinem vorstandsvorsitzenden stefan pierer. das ist auch ein wichtiger mensch, denn er ist gleichzeitig präsident des verbands der europäischen motorradhersteller (acem). und genau dieser verband fiel um im vorfeld der gespräche zur geplanten neuregelung, hat seine mit der fema (föderation der europäischen motorradverbände) abgestimmte position gegen eine abs-pflicht verlassen und ist umgeschwenkt auf einen die abs-pflicht befürwortenden kurs.

 

100 euro. das ist übrigens nicht wenig geld. das ist es grundsätzlich nicht und das ist es nicht in relation zum gesamten fahrzeugpreis, der eh steigen wird, durch die allgemeine teuerungsrate, der die kaufkraft nur mühsam hinterherhinkt, aber auch durch die verschärften emmissionsanforderungen, die ebenfalls, neben vielen weiteren inhalten, ein wesentlicher bestandteil des entwurfs zur neuordnung einer typzulassung für motorräder sind.

100 euro sind für einen südeuropäer, der eine kleine 250ziger kauft, mehr wert, als sie es dem deutschen käufer einer 1200er sind. und um dem einwand, dass es sich bei dem genannten betrag um einen durchschnittswert handelt, vorzubeugen – 50 euro in spanien bedingen bereits 150 euro in deutschland.

dabei geht es jedoch gar nicht um die frage, um wieviel sich der neupreis eines motorrads durch eine abs-pflicht verteuert, nicht darum, geldbeträge als hoch oder gering zu qualifizieren.

es geht grundsätzlich darum, dass die motorräder durch die abs-pflicht teurer werden. denn im kommissionsentwurf zur eu-weiten regelung der typprüfung wird argumentiert, dass für den endverbraucher die motorradpreise wegen der dann eu-weit einheitlichen motorradkomponenten und der damit verbundenen höheren stückzahlen sinken werden.

 

zurück zum imco ausschuss: der empfiehlt, darüber nachzudenken, die abs-pflicht bereits vor 2017, wie im eu-kommissionsentwurf vorgesehen, einzuführen. ebenso off-road motorräder ohne strassenzulassung von der abs-pflicht auszunehmen; von einer ausnahme für motorrädern für die asphaltierte rennstrecke ist offenbar nicht die rede.

 

weitere details zur imco sitzung findet ihr hier:

http://www.fema-online.eu/index.phpmact=News,cntnt01,detail,0&cntnt01articleid=186&cntnt01returnid=15

eine öffentliche anhörung zum thema wird es am 22.3.11 geben.

 

 

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