Di

23

Apr

2013

fickende fliegen in motorradheftchen

fickende fliegen in motorradheftchen

 

die zeiten, da ich allabendlich mit einem anderen motorradheftchen in die badewanne stieg, die sind vorbei, seit geraumem schon. satt dessen nehme ich nun allerlei anderes papier dorthin mit, wochenzeitungen z.b., sogar dicke bücher sind ab und an dabei. die motorradheftchen reizen mich nicht mehr.

 

das liegt nicht etwa am internet, wie man annehmen könnte, mit seiner enormen fülle an allzeit verfügbaren motorradbildchen und – videos; auch nicht an meinem rasant dahingeschrittenen alter – obwohl das natürlich doch der wahre grund ist für alles, was mir heute anders und eben darum auch schlechter erscheint, als es das in jenem fernen, beseelten früher war - schuld an meiner unlust, in meiner feierabendwanne motorradhefte zu lesen, sind die inhalte der hefte selbst: all die aktuellen motorräder, um die es darin geht, die neuvorstellungen, fahr- test- und erlebnisberichte von modellen, die von oben bis unten und von vorne bis hinten mit elektronischen fahrhifen bepflastert sind; die das richtige bremsen genauso vollautomatisch erledigen wie das gefühlvolle beschleunigen. und eben diese motorradmodelle wirken auf meine motorradlibido so erregend wie der sexualakt kopulierender stelzfliegen auf einen spanner.

aber lassen wir das, für`s erste wenigstens.

 

denn ab und an blättere ich dann doch noch in einem motorradheft.

und entdecke sogar grandioses. in der fastbike (märz - mai): „2006 wurde er von der nordschleife gepackt und nicht mehr losgelassen. sechs jahre später schaffte andy carlile eine runde durch die grüne hölle in der traumzeit von 7 minuten und 10 sekunden. ohne grosse finanziellen mittel. mit einer alten r1“.

diese geschichte erzählt ein brite. er erzählt sie ganz schlicht, unverziert, so frei von dünkel wie ich kaum über meine letzte sonntagscaféausfahrt berichten könnte. es ist mit das schönste, was ich je gelesen habe. und falls der andy carlile noch eine geschichte zu erzählen hat - wovon ja auszugehen ist, bei derart vielen schnellen runden auf der nordschleife - dann darf er das gerne tun.

 

weniger schön, dafür aber ganz und gar überraschend ist, was ich in der mo (ausgabe april) lese: da steht, dass der moto guzzi california roadster ein esp hat! ich bin vom donner gerührt! es wäre das erste in der motorradgeschichte! ist das dieses letztes jahr von bosch angekündigte? so ganz beiläufig auf den markt geworfen an einem cruiser, der sich kaum in eine bmwelevante absatzzone verkaufen wird? ohne jedes begleitende tote-leben-retten-sicherheits-tamtam der doch sonst so kraftvoll in die öffentliche presselandschaft hineinagierenden bosch-pr-abteilung?

ich muss nachfragen bei den boschs, gleich jetzt. nicht dass die mo schlicht die fahrhilfen miteinander verwechselt hat oder glaubt, eine traktionskontrolle sei ein esp!

 

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So

07

Apr

2013

moto2 – der krimi, den keiner sah.

moto2 – der krimi, den keiner sah.

 

 „das ist ein krimi“ rief mielke auf sport1. ja, ein krimi, bei dem, nachdem eine leiche gefunden wird, kurz zwei, drei potentielle fährten präsentiert werden - und noch bevor ein spannungsbogen aufgespannt ist, gibt es einen schnitt - und weiter geht es bereits mit dem letzten akt, in dem der schon enttarnte mörder versucht, seinen häschern zu entkommen.

 

so packend war die übertragung des moto2 - rennens auf sport1.

nach ein paar runden folgte die werbung, dann bereits die runde 5 mit einem völlig veränderten renngeschehen: nakagami – gerade noch mit vorsprung auf platz 1, lag nun abgeschlagen auf dem 3. schrötter fuhr statt auf rang 7 auf dem 14.

 

eine solche übertragung, in der keine rennentwicklung nachvollziehbar ist, brauche ich mir nicht anzusehen; das ist verschwendete zeit. da bin ich mit der resultatenliste und den nachberichterstattungen auf motorsport-total.com besser bedient.

 

den alternativ angebotenen livestream im internet hätte ich genommen. obwohl die bildqualität schlechter ist als im fernsehen. nur ist er nicht gelaufen.

 

was jedoch lief, im fernsehen, soll nicht unerwähnt bleiben – eine fussballsendung, in der über bereits gespielte spiele berichtet wurde – anstelle der moto2 live – übertragung.

 

„wenn´s ihnen gefällt, erzählen sie´s weiter“ das sagte mielke auch noch. nein, es gefällt mir nicht. das erzähl´ ich weiter.

 

 

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Do

21

Feb

2013

vertrauen ist nicht gut. und kontrolle nicht besser.

vertrauen ist nicht gut.

und kontrolle ist nicht besser.

 

nicht wenn sich die bundesbehörden selbst kontrollieren sollen. die eine behörde die andere. das ist durchaus der fall: dem bundesbeauftragten für datenschutz und informationsfreiheit fällt nämlich die aufgabe zu, beschwerden zum informationsfreiheitgesetz (ifg) nachzugehen.

wenn also das ministerium für verkehr meinen mehrmals eingebrachten antrag auf infofreiheit nicht bearbeitet – also weder die angefragten auskünfte gibt, noch den antrag ablehnt – kann ich mich an den bundesbeauftragten für infofreiheit wenden, den vorgang schildern und um eine prüfung bitten; was ich ja tat.

 

nun, nach einigen monaten des geduldigen hinwartens, fragte ich dort neulich (17.2.) nach, wie die sache denn so stehe und bekam am 19.2. dieses schreiben zur antwort:

 

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ich will festhalten: ich habe keine bürgeranfrage gestellt, sondern einen antrag auf informationsfreiheit, ich habe mich auch ausdrücklich auf das ifg berufen. und ich habe mich auf diesen antrag mit den konkreten fragen noch einmal berufen nach erhalt der antwort, auf den sich das schreiben des infobeauftragten bezieht. den kompletten schriftverkehr, aus dem das ersichtlich ist, habe ich dem infobeauftragten zukommen lassen.

daraus kann sich eine, wie es in dem schreiben heisst, nachvollziehbare darlegung einer ordnungsgemässen antwort auf keinen fall ableiten lassen.

 

bei der abgrenzung zwischen bürgeranfragen und informationsantrag kommt es entscheidend auf das vom bürger gewollte an, das steht auch in dem schreiben.

der offenbar etwas dämliche, zumindest aber unmündige agierende bürger - ich also - dem man fürsorglich aufzeigt, was er eigentlich will, freut sich ob dieser wohlfahrt, die man ihm hier so ganz unerwartet angedeihen lässt; aber er wundert sich auch, denn er hat doch gar kein allgemeines informationsinteresse formuliert, sondern diese ganz konkreten fragen gestellt:

 

mit wem haben sie und das ministerium seit ankündigung der reform im juli 2010 an dem vorhaben gearbeitet?

wer waren ihre gesprächspartner?

wer wurde von ihnen oder ihrem ministerium konsultiert?

wer kam auf sie zu?

welche verkehrsrechtsexperten, welche verbände und vereinigungen haben an der erarbeitung der eckpunkte mitgewirkt?

welche vorschläge wurden von wem eingebracht?

 

zudem kann nach meiner auffassung ein antrag nur bearbeitet - ergo: die info fliesst oder der antrag wird abgelehnt – nicht aber umgewidmet werden; hier in eine auf eine einfache auskunft gerichtete bürgeranfrage.

dass dieses vorgehen tatsächlich zulässig ist, glaube ich nicht.

 

dafür glaube ich etwas anderes: das infoministerium hat kein interesse, den verstoss einer bundesbehörde gegen das infofreiheitsgesetz aufzuzeigen. oder, um es despektierlich ausdrücken: der schaar will dem ramsauer nicht ans bein pinkeln.

hier stellt sich mir die frage nach der unabhängigkeit des datenschutzbeauftragten; zwar ist er vom bundestag gewählt, aber er ist auch von der bundesregierung vorgeschlagen. seine dienstelle befindet sich beim bundesministerium des innern. deren dienstaufsicht er auch untersteht. wie der rechtsaufsicht der bundesregierung.

der ganze vorgang meiner anrufung des datenschutz- und infobeauftragten gestaltete sich, wie ich hier ja bereits aufgezeigt habe, von anfang an zäh.

und das schreiben, das ich am 19.2.13 als anhang einer email erhielt, datiert vom 28.1.13, ist mir noch nicht mal unaufgefordert zugeschickt worden.

der infobeautragte reagiert erkennbar unwillig, wenn es darum geht, mit dem schwert, das das ifg im dickicht der legislativen gewaltanwendung sein könnte, auch tatsächlich den zugang zu relevanten informationen freizuräumen. 

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Sa

16

Feb

2013

kaffeepause?

 bild: gerd altmann/shape:nathan blenke/pixelio.de
bild: gerd altmann/shape:nathan blenke/pixelio.de

 

 

kaffeepause? 

 

neulich war er im bundesrat, ramsauers vorschlag für eine reform des flensburger punktesystems. dort haben ein paar kleinigkeiten der geplanten änderungen nicht so ganz gefallen, also werden sich die verkehrminister der länder übermorgen mit dem bundesverkehrs-ministerium zusammensetzen und die strittigen aspekte beraten. so halten die länder mehrheitlich die maximalvergabe von zwei statt drei punkten für ausreichend. und sie wollen, dass punkte für zu schnelles fahren noch länger als bislang vorgesehen im kerbholz der sünder eingeprägt bleiben.

sie werden sich schon einig werden. auf die drastische verschärfung, die ein neues system im vergleich zum bisherigen in jedem fall bedeuten wird.

 

mir gibt die beratung den guten anlass, mal nachzufragen bei sam im ministerium für informationswiederbeschaffung...ah, moment, das ist der falsche film – bei schaar im ministerium für informationsfreiheit, was eigentlich die prüfung meines antrags auf informationsfreiheit macht: in mehreren schreiben hatte ich das bundesverkehrsministerium unter bezugnahme auf das informationsfreiheitsgesetz um auskünfte zum werdegang des reformvorschlags gebeten. und, nachdem alle meine bitten und anträge ohne antwort blieben, mich an das ministerium für informationsfreiheit gewandt und dort die prüfung des vorgangs beantragt. das war am 14.10.12, vor rund vier monaten also.

 

(...)alles was nicht kaffeepause ist“. oder wehrt sich hier das system?

 

ihr kennt diesen doofen bürosprüche, wie sie vornehmlich hinter einem staatsdiener, dem man gegenübersitzt, an einer behördenwand hängen. ob derlei äusserungen im informationsministerium auch bammeln, kann ich nicht beurteilen, ich war da nie; nur: meinem schreiben an das ministerium vom 14.10.12 folgte – erstmal nichts, also habe ich es am 23.10.12 noch einmal dorthin geschickt. daraufhin erhielt ich zur antwort, dass, um den vorgang zu bearbeiten, ich noch mein einverständnis zur nennung meines namens gegenüber dem bundesverkehrsministerium geben müsse. dieses einverständnis hatte ich zwar in meinem schreiben bereits ausdrücklich erklärt, habe es dann in meiner antwort aber noch einmal getan.

rund einen monat später, am 27.11.12 erhielt ich eine benachrichtigung, in der mir mitgeteilt wurde, dass der vorgang jetzt zu den akten gelegt werde, da ich die einverständniserklärung ja nicht abgegeben habe. daraufhin habe ich ein bisschen interveniert. und mein einverständnis ein weiteres mal bekundet! woraufhin mir jetzt immerhin umgehend mitgeteilt wurde, dass nun alles paletti sei und das bundesverkehrs-ministerium um ergänzende informationen und um eine stellungnahme gebeten werde; über das ergebnis der prüfung würde ich zeitnah unterrichtet werden.

 

das war´s dann. bis heute - fast drei monate sind seither vergangen - habe ich von dort nichts mehr gehört; weder das ergebnis der prüfung noch einen zwischenstand.

 

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So

03

Feb

2013

nix ficki-ficki-deutsch

nix ficki-ficki-deutsch.

in schön konsequentem kleindeutsch stehen die sätze auf antifah.de.

mag sein, dass ein in üblicher gross- und kleinschreibung geschriebener text für den ein oder anderen einfacher zu lesen ist, weil der dann aussieht, wie er es aus seiner täglichen zeitungslektüre gewohnt ist, denn - ja, ja, ich weiss - die gängigen wörter erfasst der lesende mensch in ihrer ganzen gestalt; wer jedoch unvoreingenommen ist, wird rasch feststellen, dass man sich schnell an eine andere textgestalt gewöhnt.

 

„warum sollte ich gross schreiben, wenn ich nicht gross sprechen kann?“

„weil man das ordentlich gross- und kleinschreiben doch schon in der schule lernt“. mag auch sein. ich habe in der schule aber auch ganz unnötige und sogar richtig falsche sachen gelehrt bekommen; solche, die noch nie richtig waren oder die es wenigstens heute nicht mehr sind. und wer im dritten reich zur schule ging, hat ungeheuerlichkeiten gelernt, die besser gar nie richtig gewesen wären.

 

im übrigen findet kleinschreibung ja nicht nur auf antifah.de statt - im privaten und beruflichen emailverkehr kommt sie vor, in beiträgen auf facibooki und in den foren findet sie sich.

und genauso wenig wie der menschliche geist und das motorradfahren fiel die schreibweise des deutschen einst vom himmel. sie ist so irdisch und diesseits wie sie unbeständig ist.

 

missionare wissen: will man den heiden ihre götter nehmen, muss man ihnen ihre traditionen lassen. fasm sind scheisse. damit rumzufahren ist blöd. diese wahrheiten in allgemeinverbindlicher rechter schönschreibung über das welke grün einer meinungsmonokultur zu streuen, fände so vermutlich mehr gefallen beim motorradfahrenden volk.

 

in der werbung ist es ganz prima, wenn der beworbenen sache gleich mehrere feine eigenschaften innewohnen: „drei wünsche auf einmal“. für die vermittlung einer botschaft – sapere aude, dummer motorradfahrer! - aber ist es gut, wenn die frei von womöglich störenden kolateralbotschaften – kleinschreibung sieht richtig gut aus! - an den mann und die frau gebracht wird.

aber was soll´s! antifah ist, wie es ist, wie ich bin. und weiss gott hacke ich nicht zum kompromisse machen auf der tastatur rum. um die zu machen, kann ich mich nämlich auf`s motorrad setzen.

 

ach, ja, damit das jetzt nicht völlig aussen vor bleibt: antifah.de wird hiermit zwei jahre alt. zu feiern gibt’s aber nix.

 

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Mi

09

Jan

2013

die bestimmung, in frankreich warnkleidung beim kradeln zu tragen, ist aufgehoben.

die pflicht, in frankreich warnkleidung beim kradeln zu tragen, ist aufgehoben.

 

während uderzo bereits an einem neuen klassiker zeichnet, putenix und obelix in russland, leistet eine gar nicht so kleine motorradgemeinde der grand nation derart massiv widerstand gegen die pflicht zur warnweste, pardon, der reflektierenden warnkleidung, dass die bestimmung, die eigentlich seit dem 1. januar gelten sollte, justament vom französischen innenministerium wieder aufgehoben wurde.

et voilá! 

 

hierzulande würde der vorschlag, den motorradfahrern die warnlätzchen obligatorisch umzuhängen, übrigens auf ein geteiltes echo stossen: der eine teil würde sich mit verbalen scheingefechten maulend hinter den ofen zurückziehen, der andere, die neon-nazis, würde die pflicht freudig begrüssen.

linke hand zum gruss! 

 

 

 

 

 

 

 


 

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Mi

12

Dez

2012

flensburger punktesystem beschlossen

damit das jetzt nicht vergessen wird: heute hat das bundeskabinett die reform des flensburger punktesystems beschlossen. für unsere verkehrsverstösse nächste woche hat das aber noch keine auswirkung, denn bundestag und bundesrat müssen dem vorhaben noch zustimmen.

 

ramsauers ministeriumsmitarbeiter werden sich jedoch sputen, die gesetzesvorlage in den bundestag einzubringen, damit ihr chef sicher sein kann, dass die reform auch als sein machwerk in die deutsche verkehrsgeschichte eingehen wird, denn im nächsten herbst sind bereits bundestagswahlen. und ob ramsauer danach noch einmal den verkehr wird lenken dürfen, ist ja vielleicht doch nicht ganz gewiss.

 

aber selbst wenn die punktereform den gesetzwerdungsprozess für ramsauer nicht mehr schnell genug durchlaufen sollte – weil wir deutschlands mutter vielleicht nicht mehr haben wollen und ramsauer dann erstmal gen brüssel fahren wird - uns verkehrssündern wird die neuregelung wohl auch unter einer anderen führung nicht erspart bleiben, da sie in ihrer ausgestaltung eine verschärfung gegenüber der jetzigen regelung ist.

und verschärfungen im verkehrsrecht finden in deutschland ihre mehrheiten.

 

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So

18

Nov

2012

bosch! konsumenten! eu! schnell! rettet mir mein menschenleben!

bosch! konsumenten! eu! schnell! rettet mir mein menschenleben!

 

bosch verlautbart, bereits im kommenden jahr ein motorradmodell serienmässig mit einem esp-system auszustatten.

 

Katharina Scherer, pixelio.de
Katharina Scherer, pixelio.de

 

 

ich lebe ja bekanntlich nur einmal. und weil die mir verbleibende lebenszeit bereits so knapp ist wie das wunderbarste elixier meines lebens, der kostbare sprit, beschloss ich vor ein paar monaten, mir doch noch einmal ein eigenes vierrädriges transportbehältnis zuzulegen; statt nur mit reizlosen firmenklitschen und faden mietschlurren in den gegenden herum zu gondeln.

eines, das ein moderat dynamisches potential vorhält. dessen anblick mir regelmässig meine verhärmte seele wärmt; und in das drei kisten wein genauso angemessen passen wie eine schöne frau.

 

angelockt von den versprechen der autohersteller, monatlich nur einige euro fuzzig investieren zu müssen, setzte ich mich zunächst an die beratungstische der neuwagenverkäufer.

„ohne esp, bitte!“ so mein elementarer wunsch zur ausstattung. der mir nirgendwo erfüllt wurde, denn ohne gab´s nicht. das darf es ja auch gar nicht mehr geben, denn seit dem 1.11.11 (bzw. ab 2014) müssen neufahrzeuge obligatorisch mit einem esp ausgestattet sein. statt dessen gab es knöpfe zum drauf drücken, die eine andere eingriffschwelle des esp mit etwas mehr querbewegung erlauben. eine komplette abschaltbarkeit des systems bieten aber auch die knöpfe nicht, die ist nämlich verboten.

 

statt also mein geld mit einem neukauf von ganz oben in den wirtschaftskreislauf zu kippen, musste ich mich eine stufe tiefer auf dem gebrauchtmarkt umsehen. und selbst da musste ich einige baujahre und modellreihen zurückgehen, um ein meinen vorstellungen und meinem budget entsprechendes esp freies fahrzeug zu finden; denn obwohl das esp erst seit kurzem durch die eu–vorschrift obligatorisch ist, wird es bei vielen autos bereits seit jahren serienmässig verbaut; meist blieben nur die grundmodelle der kleinwagen und besonders sportlich ausgerichtete fahrzeuge ohne.

ein blick in den automobilsektor lohnt, denn die entwicklung ist in diesem bereich exemplarisch für die zukunft des esp am motorrad: nach einer phase der allmählich voranschreitenden durchdringung des marktes mit dem system, zunächst optional, dann serienmässig, bis hin zur einem marktanteil von um die achtzig prozent, der schliesslich eine eu-vorschrift folgt, um die hundert prozent neufahrzeuganteil voll zu machen.

 

zuerst waren es die teuren oberklassenmodelle der hersteller, die mit dem system versehen waren, passend zu ihrem anspruch, die sichersten und die am besten ausgestatteten zu sein. zumal es auf ein paar tausender mehr bei den käufern dieser klasse nicht ankommt. aber – moment, da war doch die a-klasse und ihr elchtest, diese kuriose anekdote der jüngeren automobilgeschichte, in deren folge nicht nur der damals neue kompakte mercedes sondern auch allerlei hochbauende geländewagen mal eben auf ihre dächer kippten. was mercedes das umfallen und ein verkaufsdebakel ihrer a-klasse verhinderte, wurde von den autovermarktern schnell in ein prima funktionierendes marketinginstrument umgemünzt und hat das einsickern des systems auch in andere fahrzeugkategorien wie kompakt- und kleinwagen erleichtert.

dabei ging es dann bald nicht mehr darum, nur das umwerfen von dafür aufgrund ihres fahrwerks und ihrer proportionen prädestinierten fahrzeuge zu verhindern, sondern generell das schleudern und überhaupt jede driftbewegung um die fahrzeuglängsachse zu unterbinden. und so wurden auch autos mit einem esp system versehen, die auf der strasse liegen wie das sprichwörtliche brett.

 

weil aber offenbar auch in ländern wie deutschland mit einem relativ hohen anteil an serienmässig mit esp ausgestatteten fahrzeugen davon ausgegangen wird, dass in zukunft um die zehn prozent neufahrzeuge ohne esp verkauft werden würden - bestimmte sportwagen zum beispiel oder besonders preisgünstige autos (im allgemeinen presseduktus absichtsvoll diskreditierend „billigautos“ genannt) - von menschen, die kein geld für ein esp ausgeben und offenbar am äusseren rand der gaußschen normverteilung durch ihr leben kurven wollen, tritt nun die eu auf den plan und sorgt dafür, dass keine neuen modelle ohne eine zulassung für den strassenverkehr erhalten. weil bosch das will. und die eu, ganz in der tradition der europäischen wirtschaftsgemeinschaft (ewg), als die sie gegründet wurde. und auch nach dem lissabonvertrag, diesem hundertseitigen feigenblatt, das lediglich dazu dient, eine höhere akzeptanz bei den konsumenten des wirtschaftsmarkts zu erreichen, sind es die wirtschaftlichen und damit die von der wirtschaft vorgegebenen interessen, denen der eu-apparat verpflichtet ist.

für bosch wie für die anderen hersteller der systeme ist selbstverständlich ein hundertprozentiger markt lukrativer als ein neunzigprozentiger; zumal hier die eu als ganzes zu sehen ist, also auch länder, in denen der esp–anteil unreguliert weit unter neunzig prozent läge.

 

nun also, nächstes jahr, ein esp system für motorräder. welches modell damit bestückt werden wird, zunächst sicherlich optional, darüber darf derzeit noch spekuliert werden: die dicke von bmw, die k 1600, würde sich anbieten als pedant zur automobilen s-klasse: teuer und bereits mit allen gängigen features am markt zu haben.

die fetten, hochpreisigen mitbewerber werden folgen, leichtere, sportlichere und leistungsschwächere, preisgünstigere motorradkategorien werden auf wunsch mit esp bestellt werden können. der konsument, der gemeine, wird es wünschen, und da, wo er es nicht wünscht, wird er keine wahl haben, weil die motorräder nur noch mit esp in den verkaufsräumen der händler stehen werden. im nächsten schritt wird es weitestgehend serienmässig verbaut werden und für den letzten wird die eu sorgen.

es wird sein, wie bei den autos vorexerziert und wie, nach dem gleichen muster, beim motorrad–abs vollzogen.

 

warum aber verläuft die entwicklung überhaupt so? warum lassen sich die fasm auf dem markt derart etablieren? immer mehr davon und diese in immer schnellerer abfolge? das abs - das vor allem, dem, als es in den achtzigern auf den automobilen markt kam, noch mit viel skepsis und entsprechender kaufzurückhaltung begegnet wurde - und das esp waren hier die wegbereiter in deren zuge weitere fahrassistierende systeme ziemlich widerstandlos in den markt rutschen können; der damm ist gebrochen. es hat also mit einer allgemein vollzogenen aktzeptanz von systemen zu tun, die aktiv in die autonomie des fahrers eingreifen. dieses psychologische moment ist nicht zu unterschätzen, immerhin ist das führen eines fahrzeugs, das eigenbestimmte dirigieren wesentlich für die indivduelle fortbewegung; die fahrzeugkontrolle, die herrschaft darüber, unabhängig von der gesellschaftlichen zugehörigkeit und gesinnung ein stück gelebter autonomie.

und wer sich die titelblätter von auto, motor und sport noch aus den achtzigern in erinnerung ruft, wird darauf selbst milde motorisierte mittelklassewagen in spektakulären, könnerhaften drifts sehen.

fahrkönnen, das geschick, mit einem fahrzeug umzugehen, war einmal ein individuell und auch gesellschaftlich akzeptierter wert; ich will nicht sagen, dass der bereits zur gänze verschwunden ist, er ist aber zunehmend in den hintergrund gedrängt; ich will sagen: dass er über kurz oder lang verschwinden wird. und mit ihm die atavistischen fahrernaturen, wie ich eine bin.

bestimmte menschliche werte sind elementar, unveränderlich. der wert des wettbewerbs gehört dazu, er ist ein biologischer impetus. da wo wettbewerb keine lebenssicherende funktion hat, kein wettbewerb um die ressourcen ist, bekommt er eine kulturelle ausformung; eine autonome fahrzeugbeherrschung ist eine solche. vor kaum mehr als hundert jahren gab es sie in der aktuellen form nicht, weil es die entsprechenden fahrzeuge dazu noch gar nicht gab; in einiger zeit wird es sie so nicht mehr geben; der wettbewerb um könnerschaft aber ist konstitutiv und wird dann eine andere ausprägung haben.

 

ein allmählicher wertewandel – allmählich ist er immer, kann aber durch besondere ereignisse wie elchtest oder fukushima eruptiv beschleunigt werden - bleibt einigen menschen unbewusst, die gehen ihn einfach mit; anderen wird er obsolet, weil sie sich an ihm reiben; wesentlich ist, dass ein wertewandel auch ein aktiv und absichtsvoll betriebener prozess ist; der durch äussere ereignisse wie die vorgenannten beeinflusst und bestärkt werden kann.

heute betreiben diesen wandel: die wirtschaft mit ihren presseabteilungen und ihren verbänden, die von meldungen mit einem gewissen neuigkeitswert bis hin zu studien mit einem vorgeblich belegenden charakter die presselandschaft regelrecht überfluten; auch die in der wahrnehmung der allgemeinheit vermeintlich unabhängigen verbände wie der adac gehören dazu. die think tanks mit ihren überlegungen. die eigens gegründeten pr-agenturen und die sogannten institute, die ganz gezielt im auftrag angeblich harte fakten, zahlen also, in die druckerpressen der verlage schütten; experten, die kaum je unabhängig sind; denn woher bezögen sie ihr einkommen, wenn sie nicht auf der honorarliste einer interessengruppe stünden? die lobbyisten, die in den vorzimmern und zum teil auch an den schreibtischen der entscheider und ihren administrationen sitzen, allein in brüssel gibt es mindestens 15.000 davon.

und natürlich die auto- und motorradzeitschriften am kiosk, die für´s eigene salär die kommerziellen interessen munter mitschreiben und ihr fähnchen existenzsichernd in den vorherrschenden wind hängen. all dies bereitet das öffentliche meinungsklima, in dem dann, wenn die zeit reif ist, die boschs dieser welt ihre innovationen anpreisen. und anpreisen lassen.

 

und jetzt ist das kurvenfahren, das uns doch jahrzehntelang soviel freude bereitet hat, richtig gefährlich; unfallträchtig in hohem grade, gesundheits-und lebensbedrohlich; selbst ein vettel darf behaupten, ohne esp aufgeschmissen zu sein, ohne angst haben zu müssen, sich damit lächerlich zu machen (stellt euch einen gerhard berger vor 20 jahren mit einer solchen aussage vor und ihr habt ein schönes beispiel für das veränderte meinungsklima).

 

darum also das esp auch am motorrad. nach dem abs und der traktionskontrolle; die kaum zwei jahre gebraucht hat, um allgemein anerkannt, etabliert zu sein.

ich konstantiere also den derzeitigen status des wertewandels: das bremsen braucht der motorradfahrer nicht mehr zu beherrschen, das macht das abs. das beschleunigen auch nicht, das übernimmt die traktionskontrolle. das kurvenfahren bald ebenfalls nicht mehr, dafür gibt es dann das esp.

bleibt, glaube ich, nicht viel, was hier in zukunft noch wertezuwandeln wäre.

zuletzt noch ein kleiner ausblick in die neue normative motobile zukunft:

http://www.motor-talk.de/news/7-x-mehr-sicherheit-fuer-die-s-klasse-t4279088.html

 

 

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Mi

24

Okt

2012

der letzte mucks?

original_R_by_johannes vortmann_pixelio.de.jpg
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doch noch ein letzter mucks?

 

wer ohne db eater im seinem motorradauspuff herumfährt, dem droht seit dem 1.6.12 ernstlich ungemach. offenbar ist aber der gute alte klang doch noch nicht ganz tot, hier macht er seinen vielleicht letzten mucks:

http://www.motorrad-recht.de/News-file-article-sid-77.html

 

die argumentation gegen mehr als eine verwarnung gibt es hier: http://www.motorrad-recht.de/Content-pa-showpage-pid-10.html

 

 

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So

14

Okt

2012

ramsauer, schaar, antifah

ramsauer, schaar, antifah


 

wir alle sind verpflichtet, auskünfte zu erteilen.

 

gegenüber dem finanzamt, den verwaltungen des bundes, der länder, der kommunen, im baurecht, als schuldner, in familien- und unterhaltsangelegenheiten, überall hier müssen wir bestimmte oder umfassende auskünfte machen. wir erteilen sie meist ungern, da die angaben für uns häufig unangenehme, finanziell nachteilige auswirkungen haben. wir tun es trotzdem, weil die konsequenzen, es nicht zu tun, noch teurer und unerquicklicher sind: zwangsgelder bis hin zur zwangshaft drohen.

 

schreiben an den bundesbeauftragten für den datenschutz und die informationsfreiheit, peter schaar und seine dienststelle

 

sehr geehrte mitarbeiter des bundesbeauftragten für die informationsfreiheit, sehr geehrter herr schaar,

 

in mehreren schreiben habe ich das bundesministerium für verkehr, bau und stadtentwicklung, namentlich herrn dürnagel, der sich mir gegenüber für zuständig erklärte und dr. ramsauer, den bundesverkehrminister, gebeten, mir informationen, die dem ministerium vorliegen, zugänglich zu machen.

dies ist nicht geschehen.

weder wurden die auskünfte erteilt, noch wurden meine gemäss dem informationsfreiheitsgesetz gestellten anträge bearbeitet.

 

gegenstand dieser anträge sind die geplanten neuregelungen des verkehrszentralregisters und des (flensburger) punktesystems.

 

bereits am 1.märz 2012 habe ich per email die folgenden fragen zu dem am 28.2.2012 der öffentlichkeit vorgestellten entwurf gestellt.

 

wer waren die beteiligten an dem vorgestellten entwurf?

und wessen positionen spiegeln sich in ihnen wieder?

gab es auch standpunkte, die sich im entwurf nicht wiederfinden?

 

diese fragen habe ich veröffentlich unter http://www.antifah.de/2012/03/01/hallo-sehr-geehrte-herr-ramsauer/

 

in einem schreiben des verkehrsministeriums vom 23.3.2012 standen die antworten nicht.

23.3.12.pdf
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in einem weiteren habe ich dann die fragen am 29.märz2012 noch einmal formuliert, ergänzt und präzisiert:

wer wurde von ihnen oder ihrem ministerium konsultiert?

wer kam auf sie zu?

welche verkehrsrechtsexperten, welche verbände und vereinigungen haben an der erarbeitung der eckpunkte mitgewirkt?

wer waren ihre gesprächspartner?

 

diese fragen habe ich veröffentlich unter

http://www.antifah.de/2012/03/29/unbeantwortet/

 

mein schreiben blieb unbeantwortet.

 

am 30.mai 2012 habe ich mich in einer weiteren email ausdrücklich auf das informationsfreiheitsgesetz berufen und die zugänglichmachung der informationen explizit beantragt:

 

mit wem haben sie und das ministerium seit ankündigung des reformvorhabens im juli 2010 an dem vorhaben gearbeitet?

wer wurde von ihnen oder ihrem ministerium konsultiert?

wer kam auf sie zu?

welche verkehrsrechtsexperten, welche verbände und vereinigungen haben an der erarbeitung der eckpunkte mitgewirkt?

welche vorschläge wurden von wem eingebracht?

wer waren ihre gesprächspartner?

 

die fragen sind veröffentlich unter

http://www.antifah.de/2012/06/07/gesetz-freiheit-information/

 

auch auf dieses schreiben habe ich keine antwort erhalten. und deshalb am 13.august 2012 meinen antrag auf dem postweg per einschreiben an das ministerium gesandt.

 

der antrag ist veröffentlicht unter

http://www.antifah.de/2012/08/13/der-bittsteller/

 

in einem schreiben vom 22.8.2012 wurden meine fragen nicht beantwortet.

22.8.12.pdf
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auf meine eindringliche bitte vom 30. august 2012, den antrag auf informationfreiheit ernst zu nehmen und auf den hinweis, dass ich konkrete fragen gestellt habe, die nach maßgaben des gesetzes auch konkret und detailliert zu beantworten sind, wurde mir am 13.9.2012 entgegnet, dass den schreiben vom 23.3. und vom 22.8.2012 nichts hinzuzufügen sei.

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nach den maßgaben des informationsfreiheitgesetzes hätte mir das bundesverkehrsministerium den zugang zu den informationen entweder gewähren oder ihn begründet ablehnen, ihn in jedem fall aber prüfen müssen. das ist nicht geschehen. der antrag wurde schlicht ignoriert.

 

ich bitte sie, den vorgang zu prüfen und, so sie mit mir übereinstimmen, dass hier ein verstoss gegen das informationsfreiheitsgesetz vorliegt, dies formell zu beanstanden und den deutschen bundestag darüber zu unterrichten.

 

mit freundlichen grüssen

 

antifah

 

 

 

ein wohlgestalter deutscher staat sollten seinen bürgern weitgehend alles, was in ihm vorgeht, zur verfügung stellen. das meiste davon antragslos, kostenfrei, online. angaben, wie die von mir erfragten, sollten ohne weiteres für jeden einsehbar sein. ihre verfügbarkeit ist eine voraussetzung für eine eingehende politische willensbildung. dass die auch mal in eine andere richtung laufen kann, als von dr. ramsauer gewünscht, sollte als teil des pluralistischen geschäfts verstanden werden.

 

das informationsfreiheitsgesetz leistet hier einen wichtigen beitrag: es gewährt prinzipiell jedem ein recht auf freien zugang zu amtlichen informationen der öffentlichen stellen des bundes und teilweise auch der länder.

 

sein vorhandensein wäre sogar ein paradigmenwechsel - weg von einem unzugänglich agierenden staat, dem nur mit mühe und aufwand kleine stückchen seiner verwalteten geheimnisse entrissen werden können, hin zu einem, der seine öffentlichkeit ganz selbstverständlich an den angelegenheiten teilhaben lässt; die ja die angelegenheit aller sind, schliesslich sind wir nicht nur das volk, sondern auch der staat – wenn nicht zum einen, wie mein beispiel zeigt, eine behörde sich das recht nimmt, vorsätzlich gegen das gesetz zu verstossen. und zum anderen die kosten für die herausgabe der information nicht unerheblich sein können – bis zu 500 euro nämlich. selbst eine ablehnung ist nicht umsonst.

 

ich habe gar nicht erwartet, die von mir erfragten angaben vom bundesverkehrsministerium zu erhalten, schliesslich hat keiner der beteiligten interesse an der offenlegung ihrer klüngeleien; dass der antrag aber noch nicht einmal als solcher behandelt wird, erstaunt mich dann doch.

 

darum bitte ich den datenschutzbeauftragten, den vorgang dem deutschen bundestag zur kenntnis zu bringen; das ist der formal richtige weg. und der richtige, wenn es um eine zukünftige bewertung des gesetzes und seiner anwendung in der praxis geht.

 

 

 

 

 

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Di

04

Sep

2012

fragdenstaat

fragdenstaat

 

das bundesverkehrsministerium hat sich bei mir bedankt.

nicht das ganze, nicht alle also, die dort arbeiten, aber immerhin herr dürnagel, der als mitarbeiter des referats l 23 bürgerservice und besucherdienst vielleicht für mein anliegen zuständig ist, jedenfalls aber offenbar für mich: für mein engagement bezüglich der neugestaltung des verkehrszentralregisters mit seinem punktesystem.

und dr.ramsauer, der bundesverkehrminister, liess mir durch herrn dürnagel seinen dank für meine fragen dazu ausrichten.

die noch immer nicht beantwortet sind.

 

ich bin übrigens nicht der einzige, der sich auf das ifg (informationsfreiheitsgesetz) beruft und so staatliche behörden auffordert, die ihnen vorliegenden informationen der zivilgesellschaft zugänglich zu machen: http://www.informationsfreiheitsgesetz.net/blog/

ganz sicher ist die dort genannte seite https://fragdenstaat.de/ eine möglichkeit, meinem ansinnen und dem bittsteller in mir etwas mehr öffentlichkeit zu geben. vielleicht sollte ich mich aber auch an den bundesbeauftragten für datenschutz und informationsfreiheit wenden.

http://www.bfdi.bund.de/SharedDocs/Publikationen/Infobroschueren/INFO2.pdf?__blob=publicationFile

 

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Mo

13

Aug

2012

der bittsteller

der bittsteller 

 

silbern schwebt der staub durch den harten strahl der sonne, ein glitzender reigen, eng geschnürt von dem schmalen oberlicht, das auf den sitzenden fällt; seit früh bereits, als der morgen milchig über dem abgestossen grauen weiss des langen flures liegt, wartet er auf dem fahlen holz einer bank, hoffnungvoll noch harrend in den jungen tag, dass eine tür aufgehe in dem gang, angefacht vom windstoss wirbelt nun der staub in irrem tanz, jemand halb heraustrete und seinen namen nenne, die aufforderung mitzukommen in den raum hinter der offen stehen gebliebenen tür; doch ungenannt bleibt er, vom frischen morgen in die dumpfe träge der stunden nach mittag, bis sich das ermattende licht rot über den gang breitet und ein weiterer langer tag des geduldigen seins zu ende geht, ein tag, wie der tag zuvor, wie der vorherige und wie alle tage seit diesem:

dem 30.mai 2012.

 

an diesem tag sandte ich einen antrag auf informationsfreiheit an eine behörde, an das bundesverkehrsministerium, dessen bittsteller ich nun bin.

seit diesem tag warte ich, wie es bittsteller seit jahrhunderttausenden tun, seit es gesetzgebende und verordnende instanzen, vollziehende behörden gibt, darum also auch bewilligungen auf antrag. und so sehr sich die zeiten vorgeblich verändert haben - anders als es in vergangenen tagen der fall gewesen sein mag, ist nun, in den schönen worten der uns verwaltenden, von transparenz und bürgernähe die rede - sind die zeiten der exekutive im harten licht der wahrheit, wie es eng gebündelt durch das schmale oberlicht fällt, doch unterschiedslos ganz die selben wie einst; auch wenn heute, das sei zugestanden, zumindest in dieser vorgesetzten behörde nur mehr imaginiert auf einer fahlen holzbank gewartet wird, in realitas aber bequem zuhause, kommod den posteingang sichtend, ob denn ein brief vom ministerium darunter sei, eine email. nur, in dieser bequemheit liegt auch eine krux, die gefahr leichten vergessens, des abgelenktseins durch ganz alltägliches und nicht so alltägliches: allein, ich lasse mich nicht verführen, bleibe stet, warte. eine antwort aber kommt nicht. weder ein mehr oder weniger automatisiert generiertes „vielen dank, wir werden ihr ansinnen prüfen“, noch eine irgendwie begründete ablehnung; das ministerium sagt nichts, nur nichts.

 

woran es liegt, dass es zu meinen fragen so beharrlich schweigt - bereits am 1.märz 12 habe ich sie zum ersten mal formuliert, am 29.3. ein weiteres mal, sie nur nicht förmlich einen antrag genannt - weiss ich natürlich nicht; dass es die wahl meines mittels ist, der email, welches das ministerium dann doch überfordert, das will ich sicher ausschliessen, bevor ich mir erklärungen und eine weitere vorgehenssweise suche; wenngleich das ministerium den kontakt per email auf seiner seite ausdrücklich anbietet und selbst eine nachricht mit antifah.de als absender nicht im spamfilter landet, sondern sehr wohl gelesen wird, der schriftverkehr in der vergangenheit hat das bestätigt. ich werde also, um hier ganz sicher zu gehen, meinen antrag auf die freiheit der information noch einmal stellen, dieses mal quasi mit brief und siegel; auf einem schneeweissen blatt papier, mit einem schönen briefkopf, unterschrieben mit meinem vielleicht guten namen und dokumentiert als einschreiben per post verschickt.

 

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die briten fahren auch motorrad, wenn`s nass ist. oder kalt.

oder kalt und nass. zum spass.

nach brüssel fahren sie auch. die briten. aber nicht zum spass.

sondern weil es ihnen ernst ist mit ihrem protest.

 

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hau ab eu!

ruft eine grosse britische motorradzeitschrift, die motorcyclenews (mcn).

und zum protest auf gegen den zwang zum abs.

 

was hier in deutschland selbst antifah.de unter aufbietung aller verfügbaren ressourcen nicht möglich war, nämlich den gemütlichen deutschen hund hinterm ofen vorzulocken, und die „mir brauchet ä gsetz!“- sicherheitsfanatiker von der erhabenen schönheit der freiheit zu überzeugen, das ist in grossbritanien möglich.

 

es wird also am kommenden dienstag, den 22.11. in brüssel eine protestfahrt zum eu-parlament geben, wo an diesem tag der federführende imco-ausschuss sein votum zu den von der eu geplanten neuregelungen abgeben wird. es ist davon auszugehen, dass das eu-parlament in seiner mehrheit diesem votum folgt.

 

dabei lehnt die mcn nicht nur die abs–pflicht ab. es sind noch andere unschöne dinge geplant, die die briten auf die strasse bringen: so soll es einen diagnosestecker am motorrad geben, mit dem sich jede unerlaubte bauliche veränderung nachweisen lässt. durch eine im system hinterlegte fehlermeldung soll der rückbau erzwungen werden.

dann wäre also schluss mit kürzeren endantrieben, um wegen emmissionsvorschriften unsäglich lang übersetzte motorräder fahrbarer zu machen. oder mit endtöpfen, die ein bisschchen weniger kat enthalten oder einer schärferen nockenwelle, die den luschig abgestimmten motorlauf verträglich pimpt. einige stimmen, wie die von chris hodder von der britisch motorcycle federation (bmf) - das pendant ist der bvdm hierzulande - befürchten sogar, dass das customizing damit generell unmöglich gemacht wird.

 

übrigens ist es nicht das erste mal, dass die briten wegen der geplanten neuregelungen auf die strasse gehen: bereits im september kam es auf der insel ebenso wie in nordirland zu umfangreichen protesten.

(jensinberlin 20.11.11)

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die zahl der toten und schwerverletzten im strassenverkehr soll bis 2020 um 40% sinken. dieses ziel nennt ein von bundesverkehrsminister ramsauer vorgestelltes verkehrsicherheitsprogramm, das im herbst vom bundestag verabschiedet werden soll.

 

vor allem die landstrasse wird dabei ins visier genommen; denn hier, so sagen die statistiker, sterben die meisten verkehrsteilnehmer: jeder zweite verkehrsunfall mit tödlichem ausgang ereignete sich in 2010 auf der landstrasse. und weil das sterben für die meisten von uns zu den eher unangenehmen sachen im leben gehört, die man so gerne vermeiden möchte wie zahnschmerzen, wird die verlautbarung mit einer zahl vom statistischen bundesamt angereichert, die uns erschrecken soll: 3.648 strassenverkehrstote waren es in 2010. in 2009 waren es noch ein paar mehr - 4.328. das bedeutet, in 2009 starb alle zwei stunden ein mensch auf unseren strassen.

das ist eine beeindruckende zahl, oder etwa nicht? nein, das ist sie nicht; ganz im gegenteil, sie zeigt, wie gering die wahrscheinlichkeit ist, den strassenverkehrstod zu sterben.

führt man sich nämlich vor augen, dass in 2009 in deutschland 81882342 menschen lebten, sind das gerade mal 0,053 promille verkehrstote (zudem verunfallen hierzulande auch einige leute, die gar nicht hier leben). im gleichen zeitraum starben in deutschland an herz- und kreislauferkrankungen 363.785 (4.328 verkehrstote). 220.000 an krebs (4.328 verkehrstote). 207.000 an legalen drogen wie alkohol (4.328 verkehrstote). unfalltote ingesamt gab´s 19.178; davon 7.030 haushaltsunfälle (4.328 verkehrtote), 7.817 sonstige und tja, eben die 4.328 verkehrstoten.

 

statt also der deutschen bevölkerung den alkohol oder die haushaltsgegensstände, auf die sie klettern könnten, um dann davon herunterzufallen, wegzunehmen, sollen nun, neben weiteren maßnahmen, mehr blitzer auf die landstrasse, mehr rüttelstreifen auf die autobahnen und der einsatz von fahrassistenzsystemen - das abs am motorrad wird ausdrücklich erwähnt – soll verstärkt und so für eine umverteilung in der todesstatistik gesorgt werden. denn dass weniger verkehrstote weniger tote generell bedeuten, dagegen spricht nun mal die naturgesetzliche lebenswirklichkeit.

 

dabei treibt ramsauer seine sau nicht ganz freiwillig durchs deutsche dorf. er reagiert damit auf die jüngst von der eu neuerlich propagierte vision zero. einem völlig überzogenen null tote – ansatz, der mithilfe äusserst rigider maßnahmen,vor allem aber mit einer abkehr von der bisherigen rechtspraxis, den unfalltod aus dem strassenverkehr komplett verbannen will.

diesen ansatz will ramsauer nicht um jeden preis umsetzen. das kann er so handhaben, solange die eu die zuständigkeit für den strassenverkehr nicht an sich zieht. was sie, folgt man der in den letzten jahren von ihr ausgeübten auslegungen des lissabonvertrags, allerdings jederzeit tun kann.

(jensinberlin 13.11.11)

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regelvorstoss.

stellen wir uns die folgende situation vor: wir fahren mit einem motorrad - 98 ps, 1.000 kubik - auf einer bundesstrasse und laufen auf einen vor uns fahrenden lkw auf, der ca. 80 km/h schnell ist. die strasse führt leicht bergan, in rund 500 metern entfernung befindet sich die kuppe des anstiegs. kein gegenverkehr. wir könnten den lkw spielend überholen, dazu bräuchten wir noch nicht einmal den geschwindigkeitsüberschuss zu nutzen, mit dem wir zuvor auf freier strecke unterwegs waren. unser motorrad ist derart stark, dass wenige meter überholweg genügen, um an dem lkw vorbeizufahren. das tun wir aber nicht, eine durchgezogene mittellinie verbietet es uns. wir warten, bis wir über der kuppe sind und das überholverbot aufgehoben ist.

wir haben den lkw nicht überholt, obwohl das gefahrlos möglich gewesen wäre. ein strich verbot es uns. ohne ihn wären wir an dem lkw umstandslos vorbeigezogen.

fahren wir die strecke noch einmal. dieselbe verkehrssituation, dieses mal sitzen wir jedoch nicht auf einem motorrad, sondern am steuer eines elektrosmarts. und wie zuvor überholen wir nicht - es ist ja nicht erlaubt - vor allem aber: es wäre zu gefährlich. denn unser elektroauto beschleunigt einfach zu schlecht für die 500 meter einsehbare strecke.

wozu oder besser für wen brauchen wir also den strich auf der strasse?

 

um missverständnissen vorzubeugen: selbstverständlich halte ich mich an die regeln.

beim spiel, um kein spielverderber zu sein. im wahren leben, weil ich von allen geliebt werden möchte.

an die verkehrsregeln halte ich mich; fahre 50 km/h, wenn ein verkehrszeichen das von mir möchte. sogar weniger - 47 oder auch nur 45, um ganz sicher zu gehen, auch wirklich keinen regelverstoss zu begehen; ein kleiner unachtsamer dreh am gasgriff zuviel und schon bin ich schneller als erlaubt.

 

schauen wir uns noch eine situation an, wie es sie da draussen zuhauf gibt: eine kurvige strasse führt durch den wald, flüssige links - rechts - kombinationen, offene kurvenverläufe. ein schild mit dem gebot, 80 km/h zu fahren. schnell genug für die grauhaarige, ältere dame in ihrem kleinwagen, den kofferraum beladen mit leergut, auf der fahrt zum einkaufen. aber viel zu langsam für den recken mit tausenden von landstrassenkilometern erfahrung. der nämlich könnte die strecke locker schwingend auch mit 120 km/h fahren. allein, er darf es nicht.

 

ich hatte mal ein streitgespräch in einer sehr angenehmen umgebung, eine flasche fruchtiger chianti stand auf dem tisch, vor der türe motorräder, die toskana und ein verlockendes morgen. zum spass und um eine diskussion anzuregen, vertrat ich die auffassung, dass man die regeln der stvo, also ihre gebote, verbote und die entsprechenden verkehrszeichen, lediglich als einen lockeren hinweis auffassen könne, an die man sich entweder gar nicht hält oder nur, wenn man das situationsbedingt für angemessen erachtet.

in diesem gespräch plädierte ich auch dafür, ein solches verhalten nicht generell zu sanktionieren. den bussgeldbescheid also nicht auszustellen, weil 100 km/h statt der erlaubten 70 km/h gefahren wurden. sondern, sofern überhaupt, nach anderen kriterien, zum beispiel der einer tatsächlichen verkehrsgefährdung.

ich erntete massiven widerspruch. meine gesprächspartner vertraten die auffassung, dass es richtig sei, für eine regelwidrigkeit wie die überschreitung einer geschwindigkeitsbeschränkung bestraft zu werden. und ja, sie wüssten, sie führen oft zu schnell, das sei nicht richtig, eben darum sei es richtig, dafür bestraft zu werden. sofern man erwischt wird.

 

lassen wir das mal so stehen. und wenden uns wieder der frage zu, warum eigentlich verkehrszeichen so häufig für alle fahrzeugarten gleich lautend sind - das tempo-80-schild für einen 40-tonner genauso gilt wie für einen pkw oder ein motorrad.

denn es geht ja auch anders: auf der autobahn gibt es überholverbote nur für lkw über 3,5 tonnen gesamtgewicht. ein zusatzschild verbietet das befahren einer strasse für eine bestimmte art von fahrzeugen - für motorräder zum beispiel am wochenende oder nachts. oder, wie es auf einem abschnitt im berliner umland im nuthetal zwischen den orten hennickendorf und ahrensdorf der fall ist: hier dürfen motorräder nur 50 fahren, alle anderen hingegen 70.

 

an regeln, an alle, halte ich mich, das sagte ich bereits - an zwei aber ganz besonders. die ich zitieren möchte, weil sie bestens beschreiben, was für eine eigenverantwortliche teilnahme am strassenverkehr tatsächlich notwendig ist:

 (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

 (2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

(aus der stvo §1 grundregeln, I - allgemeine verkehrsregeln)

(jensinberlin 5.11.11)

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es geht noch ohne.

das ging es schon bisher. bei bmws stärkster, der s 1000 rr.

wer die parout ohne abs und traktionskontrolle haben wollte,

konnte seine scheinchen auf den verkaufstresen legen und sagen:

"ich will eine!".

daran wird sich auch mit dem gerade vorgestellten update nichts ändern. sagt der freundliche.

 

damit hat die s 1000 rr etwas, was die mitbewerber kaum noch bieten. denn die kawaski zx-10r gibt es nur mit traktionskontrolle, die 2012-er r1 von yamaha wird eine haben, die ducati 1198 hat sie; auch die aprilia rsv4 seit frühjahr. und selbst die mv agusta f4 rollt nur mit vom hof des händlers. die für das kommende jahr ebenfalls überarbeitete fireblade schliesslich wird, folgt man einer verlautbarung von honda, eu-weit nur noch motorräder mit abs anzubieten, nicht mehr ohne eine elektronische fahrhilfe in den deutschen verkaufsräumen stehen. bleiben nur suzukis kilogixxer und die ktm rc8, die man beide eh nur frei von derlei helfern bekommt.

 

stellt sich die frage: warum macht bmw das, warum bietet diese firma die s1000 rr überhaupt noch ohne an?

sitzt in der bmw zentrale an der entscheidenden stelle womöglich jemand, der meine auffassung vom sportlichen motorradfahren teilt? der mit mir der meinung ist, dass nicht das schnellsein per se von reiz ist, sondern die geschwindigkeit, die man als fahrer aufgrund der eigenen fähigkeiten zu fahren in der lage ist. der versteht, dass es befriedigender ist, ein musikinstrument mühsam und ohne aussicht auf perfektion spielen zu lernen, als sich seinen klang völlig mühelos aus der retorte kommend anzuhören.

darf man so etwas auch nur im entferntesten annehmen? ich weiss es nicht, denn ich habe mein ganzes arbeitsleben in kleinen unternehmen verbracht, in firmen, deren philosphie tatsächlich viel von dem abbildeten, wie der chef so „tickt“.

ob das bei einem grossunternehmen denkbar ist?

wird hier eine solche entscheidung nicht ausschliesslich nach rein wirtschaftlichen gesichtspunkten getroffen? nach dem credo: verkauft wird, was gekauft wird. das würde dann aber bedeuten, dass sich die „nackte“ 1000er bisher gar nicht so schlecht verkaufen liess. in einer grössenordung zumindest, die es lukrativ erscheinen lässt, das auch weiterhin zu tun.

das muss ich die bmwler glatt mal fragen...

(jensinberlin 25.10.11)

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neulich war sie weg. nun ist sie dort. die petition gegen die einführung einer eu-weiten abs-pflicht. angekommen bereits am 19.9.11, nach drei tagen postweg. jetzt, einen monat später, habe ich auch eine offizielle empfangsbestätigung von der eu erhalten. genauer: vom referat empfang und überweisung offizieller dokumente. darin steht, dass die petition unter der nummer 1011/2011 registriert und an den petitionsausschuss weitergeleitet wurde. der wird zunächst über ihre zulässigkeit befinden, d.h. darüber, ob sie überhaupt in den tätigkeitsbereich der eu fällt. aufgrund der großen zahl eingehender petitionen wird diese prüfung eine „gewisse“ zeit in anspruch nehmen.

 

tatsächlich sind es mehr als eine handvoll petitionen, die jedes jahr an die eu geschickt werden. 1655 waren es in 2010, 653 davon waren zulässig.

die grösste anzahl betraf das themengebiet umwelt, gefolgt von den bereichen grundrechten und binnenmarkt. die petition gegen die einführung des abs wird die statistik 2011 vermutlich zum komplex verkehr erhöhen. hierzu sind im vergangen jahr 101 petitonen eingegangen.

die deutschen waren die mit abstand fleissigsten petitionsschreiber; gefolgt von den spaniern und den italienern.

 

das steht in einem tätigkeitsbericht des petitionsausschusses. nicht drin steht, ob irgendeine der petitionen erfolgreich war. ob also ein vorhaben oder auch eine bereits vollzogene maßnahme der eu im sinne der petenten fallengelassen oder verändert wurde.

 

vielleicht steht das ja in irgendeinem anderen der vielen eu-dokumente; eine email mit einer entsprechend formulierten frage habe ich ans eu-parlament geschickt.

 

bis ich die antwort darauf habe, gehen ich mal davon aus, dass der fall ist, was wohl die meisten von uns für den am wahrscheinlichsten halten: dass nämlich keine der petitionen einen nachweisbaren einfluss auf die eu-gremien hatte. und dass dies auch für die petition gegen die abs-pflicht gilt. dass sie, wie in meinem offenen brief an den reitwagen-zonko geschrieben, im besten falle kurz beraten und dann als für das gesetzgebungsverfahren nicht maßgeblich in einem dicken aktenordner verschwinden wird.

 

gilt dann, was zonko in seiner antwort schrieb? „Petitionen und Unterschriftenlisten gibt es massenweise. Man könnte den ganzen Tag irgendetwas unterschreiben und Stellung beziehen. Die Wirkung dieses Tuns ist allerdings in den meisten Fällen gleich null. (...) Im Sinne der eigenen Effizienz und der persönlichen Ressourcen-Knappheit fällt es mir schwer, mich zu einer Maßnahme zu entschliessen, die keine Aussicht auf Erfolg hat.“

 

es gilt, dass eine petition zunächst einmal eine meinungsäusserung ist. damit steht sie in einer reihe mit dem, was man am motorradtreff oder auch am stammtisch sagt, im forum schreibt oder - so man dazu gelegenheit hat - in einer zeitung. in diesem sinne ist sie ein teil dessen, was man öffentlichkeit nennt, ein aspekt der öffentlichen meinungsbildung.

darüber hinaus ist sie aber auch eine bekundung, dass man teilhaben will an den vorgängen, die einen betreffen - an den verordnungen, gesetzen, den maßnahmen. sie ist eine willenserklärung für den anspruch auf politische partizipation.

 

wann und wo man diesen anspruch an sich hat, sich einmischen möchte, bleibt selbstverständlich jedem einzelnen überlassen. tatsächlich ist das abhängig von den persönlichen gegebenheiten, wie dem naturell – das ist im schlimmsten fall: „die da oben machen doch eh was sie wollen“ - oder auch des politischen horizonts - „in china ist ein sack reis umgefallen“, um die trübste sicht auf die dinge zu nennen. und es hängt ab von den lebensumständen, in denen man sich gerade oder auch immer befindet.

kurzum: man kann sich nicht um alles kümmern.

 

nur - die unterzeichnung einer petition kostet im allgemeinen kaum mehr zeit als das ausfüllen einen lottoscheins. das machen jede woche im durchschnitt 21 millionen leute in deutschland.

die unterzeichung der abs-petition im speziellen hätte für niemanden auch nur einen gefahrenen motorradkilometer weniger bedeutet.

aber sei´s drum: nun ist sie dort, in den händen der eu.

ich werde weiter berichten.

(jensinberlin 22.10.11)

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wer schreibt schon gern briefe?

das schreiben von briefen war, sehen wir mal von den klassikern wie schiller und goethe ab, auch in der vergangenheit nicht sehr beliebt. und ist heute, nach der erfindung der email, meist überflüssig.

persönlich habe ich in meinem leben ungefähr zwei briefe geschrieben. einen an meine liebe omi, strategisch schlaue anderthalb monate bevor ich sie um eine unterstützung bei der finanzierung meines führerscheins bat. und dann gab es da noch den schmachtbrief an meine spätere freundin.

ich habe also wenig, aber doch immerhin gute erfahrungen mit dem schreiben von briefen; darum werde ich es mal wieder ausprobieren.

 

dieses mal in form eines offenen briefs. an zonko, den chefredakteur der zeitschrift „der reitwagen“. auf den ich mich ja bereits letztens bezogen habe.

 

der anlass für diesen offenen brief nun ist zonkos artikel in der aktuellen ausgabe des reitwagens 10/2011 (den aus österreich kommenden reitwagen gibt es seit geraumer zeit auch in deutschland, zumindest im richtig gut sortierten zeitschriftenladen) in der er sich eine ganze seite (81) zeit nimmt, seinen unwillen gegen motorräder mit elektronischen fahrhilfen wie abs und traktionskontrolle kund zu tun. ach was, kund zu tun - in die welt schreit er sie! hinter seinem kampf, dem aussichtslosen, wie er wahrscheinlich nicht ganz zu unrecht meint, stecke, so schreibt er, die befürchtung, dass diese art der „authentischen, charismatischen“ motorräder, die in seiner „seele sind wie die sonne im blau“, aussterben werden.

also:

 

„lieber zonko,

du hast in der aktuellen ausgabe einen wunderbaren artikel „abs & elektronik / don quischrotte“ geschrieben, der mir so vollkommen aus der seele spricht, dass ich mir erlaube, dich einen bruder - einen grossen bruder - im geiste zu nennen.

hast du dir meine seite www.antifah.de mal angesehen?

da kein motorradfahrender mensch in den unendlichen weiten des internets zufällig über sie stolpert, habe ich dir bereits am 7.juli diese email zukommen lassen:

„liebe reitwagentreiber,

euch zur kenntnis meine heute online gestellte kollektivpetition gegen eine eu-weite abs-pficht auf www.antifah.de verbunden mit der bitte, sie auch eurer leserschaft zur kenntnis zu bringen.

wegen der parlamentarischen sommerpause plane ich die petition bis ende august zum unterzeichnen online gestellt zu lassen und sie dann anfang september dem petitionsausschuss zukommen zu lassen.

bei rückfragen stehe ich euch gerne zur verfügung.

viele grüsse jens“

 

den hinweis im reitwagen gab es nicht. oder habe ich ihn übersehen?

dann schmeiß` diesen brief weg und schick` mir einen abovertrag auf lebenszeit.

ich gehe mal davon aus, dass ich mich nicht täusche. denn hätte es ihn gegeben, den hinweis, wäre die petiton von weit mehr leuten unterstützt worden.

 

ich frage dich also ganz offen: warum bist du meiner bitte nicht gefolgt?

ich würde dich das nicht fragen, wenn du der abs-prediger christian pfeiffer von der motorrad wärst oder irgendein mitläufer, der die entwicklung schweigend hinnimmt. ich frage dich das, weil du der zonko bist, der mehr als einmal und mehr als deutlich schrieb, dass er frei von elektronischen spassbremsen seine schleifen durch die motorradwelten ziehen will. und dass er dafür kämpft!

 

die petition gegen die einführung einer eu-weiten abs-pflicht wird, so vermute ich, vom eu-parlament 10 minuten lang „beraten“ werden, anschliessend wird ein angestellter ein schreiben aufsetzen in der art „vielen dank für ihre aktive teilhabe an der demokratischen willensbildung. wir wissen ihr engagement sehr zu schätzen, sind aber, nach eingehender prüfung, zu der auffassung gekommen, dass die von ihnen genannten gründe der einführung des abs nicht entgegenstehen“. obendrauf gibt es dann noch mal die von den sogenannten fachleuten geschätzten zahlen - 6.000 tote weniger in 10 jahren - dank der abs-pflicht.

das wird`s dann auch schon gewesen sein.

 

nein nicht ganz! bleiben wird die tatsache, dass diese eingabe gemacht, der versuch unternommen wurde. ein nicht sehr aussichtsreicher zwar, aber ihn zu tun, tat nicht allzu weh. ein bisschen arbeit hat er mich gekostet und die petititonsunterzeichner ihre zustimmung.

 

lieber zonko, offensichlich blasen wir mit unserem unwillen, elektronisch stranguliert zu werden, ins gleiche horn. warum tun wir das nicht gemeinsam? die „anderen“ die abs-befürworter, das konglomerat aus bosch-adac-ifz-motorpresseverlag.-und-wie-sie-alle-heißen, machen das doch auch.

erfolgreich, wie man in den motorradforen jederzeit nachlesen kann.

 

darum wiederhole ich meine frage: warum hast du den link zur petition nicht gedruckt? für den unwahrscheinlichen fall, dass es zum abs innerhalb eurer redaktion unterschiedliche auffassungen gibt, sei dir gesagt, dass damit ja noch keine aufforderung zur zeichnung der petition verbunden gewesen wäre. ob ich den neuen handschuh xy, den ihr mir auf euren seiten zeigt, gut finde und dann kaufe, entscheide ich als leser ja auch selbst.

 

sollte, man beachte hier den konjunktiv, es doch den hauch einer chance geben, die oktroyierte 100 % abs-quote, wie auch in zukunft den einsatz weiterer fasm (fahrassistenzsysteme) zu verhindern, dann funktioniert das nur über öffentlichkeit.

hier wird die meinung gemacht. kreiert von den pr-agenturen der hersteller, von willfährigen magazinen vielleicht ein bisschen umgetextet und von allen, die das leben generell und das motorradfahren im besonderen für viel zu gefährlich halten, gerne wiederholt.

deshalb sind deine aussagen im reitwagen wichtig. sie setzen einen kontrapunkt. wie es auch die petition gegen die abs-pflicht macht, die sich zudem direkt an diejenigen richtet, die sie beschließen sollen.

ein zonkoreitwagenmultiplikator hätte ihr verdammt gut getan!

 

viele grüsse

jensinberlin

 

das habe ich dem zonko also geschrieben.

ob er mir antworten wird?

 

(jensinberlin 17.10.11)

 

 

 

zonkos antwort: 

Lieber Jens,

ich verstehe, dass du enttäuscht bist, und will gerne versuchen (obwohl der Hut schon wieder brennt), dir zu erklären, warum nichts von dieser Petition im Reitwagen vorgekommen ist.

Erstens: Wir kämpfen in Zeiten der Elektronik gegen eine unglaublich dichte Informationsflut. Da geht vieles unter. Leider auch die Petition gegen ABS. Das ist der unspektakuläre, aber doch eigentliche Grund für das Nichterscheinen.

Zweitens: Durch dein ursprüngliches Schreiben hast du Antifah zwar soweit über das Wasser gehoben, dass ich mir die Seite tatsächlich flüchtig angeschaut habe, aber offensichtlich hatte ich nicht das Gefühl, dass das keinesfalls vergessen werden darf.

Warum das so war, kann ich im Nachhinein wie folgt mutmassen:

1.) Petitionen und Unterschriftenlisten gibt es massenweise. Man könnte den ganzen Tag irgendetwas unterschreiben und Stellung beziehen. Die Wirkung dieses Tuns ist allerdings in den meisten Fällen gleich null. Ich erinnere mich an Volksbegehren mit weit über 100.000 Unterschriften, die nach einer kurzen medialen Erwähnung einfach verpufft sind. So gesehen halte ich von Petitionen und Unterschriftenlisten von Haus aus nicht viel (auch wenn das Anliegen in meinen Augen unterstützenswert wäre).

2.) Im Sinne der eigenen Effizienz und der persönlichen Ressourcen-Knappheit fällt es mir schwer, mich zu einer Maßnahme zu entschliessen, die keine Aussicht auf Erfolg hat. Die meisten Motorradfahrer wollen inzwischen unbedingt ABS am Motorrad (sogar in Österreich kaufen die Menschen fast nur mehr Maschinen mit ABS, obwohl es noch viele Modelle ohne ABS gibt) und würden daher eine Petition gegen die verpflichtende Einführung von ABS niemals unterzeichnen. Und die Industrie hat sich im Schulterschluss mit der Politik längst dazu entschlossen, das durchzuziehen. Sorry Jens, aber deine Petition hatte keine Aussicht auf Erfolg. Nun könntest du natürlich zurecht sagen, dass auch meine Artikel gegen ABS keine Aussicht auf Erfolg haben. Stimmt. Aber mir geht es nicht um den Kampf gegen Windmühlen, sondern ich schreibe einfach, was mir am Eisen so einfällt, was mich bewegt, was ich empfinde, und nehme mir kein Blatt vor dem Mund. Das ist alles. In diesem Zusammenhang sehr aufschlussreich sind Zonko's Erfahrungen im nächsten Heft. Da hat mich das fantastisch funktionierende ABS des Crossrunners begeistert.

Lieber Jens, ich hoffe, du kannst mit meinen Ausführungen etwas anfangen, und es tut mir aufrichtig leid, dass wir deine Petition nicht erwähnt haben. Unser Aufwand wäre ja alles andere als groß gewesen, du hättest es dir verdient.

Sorry!

 

(Zonko 18.10.11)

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null tote“. ist die vision.

des eu-abgeordneten dieter-lebrecht koch. das sagte er anlässlich eines vor kurzem von ihm vorgestellten parlamentsberichts zur strassenverkehrssicherheit.

nicht das sterben generell will er uns also versagen, sondern nur den tot im strassenverkehr.

gottseidank oder auch eingedenk der naturgesetzlichkeit des lebens dürfen wir also weiterhin von haushaltsleitern stürzen, uns tot saufen oder eine patientenverfügung mit der bitte, die künstliche lunge doch abzuschalten, bei uns tragen.

 

neu ist die vision des dieter-lebrecht koch allerdings nicht.

schon vor mehr als zehn jahren hat die eu ein projekt ausgerufen „vision zero“, mit dem ziel, die zahl der verkehrstoten in etappenschritten auf null zu reduzieren.

jetzt soll dieser vision neues leben eingehaucht werden.

aktuell sind es 103 punkte, mit deren hilfe unser blick auf eine seelige verkehrswelt fallen darf.

tempo 30 in wohngebieten soll eu-weit einheitlich gelten, der einbau von alkohol-messgeräten zumindest bei gewerblich genutzten fahrzeugen genauso vorgeschrieben werden wie der von müdigkeitswarnern und geschwindigkeitsregelsystemen, die die fahrzeuge automatisch abbremsen.

 

weil das eu-parlament jedoch kein gesetzgebungsinitiativrecht hat - das liegt alleine bei der eu-kommission - ist der vom parlament vorgestellte bericht zunächst nur eine aufforderung an die kommission, einen entsprechenden aktionsplan auszuarbeiten.

was die selbstverständlich tun wird.

 

nochmal zurück zu „null tote“ oder auch vision zero.

was zunächst nur wie die gelungene umsetzung einer empfehlung von medienberatern klingt, politik am besten mit plakativen schlagworten zu versehen, hat einen verkehrsrechtlich durchaus ernsten hintergrund.

denn die begriffe stehen für eine abkehr vom bislang für unseren strassenverkehr geltenden rechtlichen grundsatz, dass nämlich ein fahrer „unter allen umständen sein fahrzeug beherrschen“ muss und „alle ihm obliegenden fahrzeugbewegungen auszuführen“ hat. so steht es in der sogenannten wiener strassenverkehrskonvention, einem un-vertrag.

die vision zero, der ansatz „null tote“, folgt einer gegensätzlichen ausrichtung: die verantwortung dafür, dass im strassenverkehr niemand getötet oder auch nur schwer verletzt wird, liegt hier in der öffentlichen hand. hält der einzelne die verkehrsregeln nicht ein, weil er einen fehler macht oder sie absichtlich missachtet, muss das system strassenverkehr dieses fehlverhalten zum beispiel mithilfe der genannten müdigkeitswarner oder geschwindigkeitsregelsysteme auffangen.

die fachleute arbeiten dann auch bereits an einer entsprechenden anpassung der wiener konvention.

(jensinberlin 9.10.11)

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nackige moto gp fahrer

naked biker, die gibt es. wahrscheinlich sucht einer von ihnen gerade im anzeigenteil einer motorradzeitung nach einer netten sozia, die ihn bei seinen ausfahrten begleitet. ob es diese sozia gibt, ist schon eher zweifelhaft, aber immerhin noch möglich, es gibt ja allerhand vorlieben. nackt, ohne lederkombi fahrende moto gp fahrer aber gibt es definitiv nicht, das kann ich behaupten nach all den jahren, in denen ich die rennen verfolge.

warum ich dann davon fasele ?

wegen dirk debus.

neulich in assen in der rennpause zwischen dem moto2 & dem moto gp lauf, befragt von einer jungen frau, erklärt er uns die funktionsweise eines schlüsselbeinprotektors. das ist ein in kombis von dainese eingebauter airbag, der sich im bedarfsfall, zum beispiel wenn der moto gp fahrer in hohem bogen vom motorrad geschleudert wird, blitzschnell mit luft füllt & schützend über den exponiert liegenden knochen legt. der bradl zum beispiel hat so einen, der rossi auch. ab dem kommenden jahr wird dainese derart bestückte kombis auch an uns jedermänner verkaufen.

ob es denn bestrebungen gebe, diesen protektoren im rennzirkus zur pflicht zu machen, fragt die junge frau. man arbeite daran, erwidert er, so sei man mit der dorna (dem vermarkter der moto gp) darüber in verhandlung, denn derzeit - hier verbreiten seine gesichtszüge eine belustigte entrüstung - dürften die rennfahrer sogar ohne lederkombi fahren. also nackt. oder wenigstens in unterhosen.

das ist falsch. auf seite 77 unter punkt 2.12. des moto gp reglements (das ist übrigens von der fim, dem internationlen motorradsportverband & nicht von der dorna erstellt) ist das tragen einer lederkombi sowie der einsatz von protektoren vorgeschrieben, genauso wie der von lederhandschuhen & -stiefeln; wörtlich steht drin, dass vom hals abwärts der fahrerkörper komplett bedeckt sein muss. nicht mal das tragen eines helms wurde vergessen zu erwähnen.

ja, warum erzählt der mann dann sowas ? hat er keine ahnung ? oder hat er ein interesse, so eine aussage in der öffentlichkeit zu machen ? als mitinhaber der firma 2d debus & diebold meßsysteme gmbh, die neben den datarecording abwicklungen für diverse moto gp teams auch die elekronik, die software & die sensoren für den schlüsselbeinprotektoren zur verfügung stellt, wäre das nicht abwegig.

die ausführungen im moto gp reglement sind offen gehalten. das bedeutet, abgesehen vom helm gibt es keine festlegungen auf bestimmte bauarten. wie die lederkombi gestaltet sein muss, ist nicht exakt ausgeführt; hierzu gibt es nur den schmalen hinweis, keine schmelzenden materialien zu verwenden. keine normen für protektoren sind festgelegt, handschuhe & stiefel nicht näher bestimmt. statt dessen wird darauf verwiesen, dass die entscheidung, ob ein kleidungsstück getragen werden darf, im zweifelsfall bei den technischen direktoren liegt.

mit diesem offen gehaltenen reglement arbeiten die rennfahrer seit vielen jahren mit den herstellern & der fim ganz selbstverständlich an der verbesserung ihrer schutzkleidung. prominente beispiele sind hier die entwickung der halskrause ebenso wie capirossis eigenwilliger, stark gepolsterter handschuh. das erreichte sicherheitsniveau ist hoch, wie zahlreiche verletzungsfrei verlaufende stürze zeigen.

verhandelt dirk debus also über die festschreibung von bauteilen im reglement, die von seiner firma vertrieben werden ?

grundsätzlich ist ein genauer blick mit erhobener augenbraue immer angebracht, wenn ein hersteller, jemand mit einem erstrangig oder sogar ausschliesslich wirtschaftlichem interesse, den versuch macht, irgend etwas irgendwo verpflichtend zu machen.

der verband der europäischen motorradhersteller (acem) will die eu-weite abs-pflicht für motorräder übrigens, weil die dem verband zugehörigen motorradhersteller sich davon einen erschwerten zugang für die konkurrenz aus indien & china erhoffen. ländern aus denen eben diese hersteller freiwillig bauteile &- gruppen & sogar ganze motorräder beziehen. so wird der einzylinder von bmw in china gebaut, die ktm duke 125 komplett in indien gefertigt. stefan pierer, vorstandvorsitzender von ktm, ist derzeit noch der präsi vom acem, demnächst wird er in seinem amt abgelöst von hendrik von kuenheim, dem geschäftsführer der bmw motorrad.

(jensinberlin 2.7.11)

 

 

 

das bonmot „leben wie gott in frankreich“ enstand vermutlich in der zeit der französischen revolution, als dieser gott in den wohlverdienten ruhestand geschickt wurde & anstelle seines gebietenden, einengenden katechismus eine freiheitliche kultur der vernunft, der einsicht in die dinge trat. er lebt noch immer dort. um seine franzosen muss er sich auch heute nicht kümmern, gängeln durch unnötige vorschriften lassen die sich offenbar noch immer nicht.

 

http://www.mrcjustforfun.com/2011/06/21/massiver-protest-der-motorradfahrer-in-frankreich/

 

100.000 motorradfahrer gehen auf die strasse, legen das öffentliche leben lahm, weil ihnen ein innenminister mit bescheuerten vorschriften wie grösseren kennzeichen, einem verbot, sich im stau durch die autogassen zu schlängeln, dem verbot von radarwarnern, zwangsweisen schulungsmassnahmen & der pflicht mit ekligen warnwesten in der gegend herum zu fahren, mächtig auf den sack geht.

ich bin begeistert !

obwohl ich natürlich zugeben muss, dass das zwischen-den- autos-durchschängeln ganz schön gefährlich ist; wie schnell wird man als motorradfahrer dabei zuerst übersehen & dann überfahren ? & dann ist man tot oder verletzt & behindert & das geht zu lasten der allgemeinheit, die wieder alles bezahlen muss.

oder eine autotüre geht auf & ein unbedarftes kind läuft auf die strasse...

& so eine neonfarbene weste warnt auch wunderbar & warnen ist per se ja schon mal sicher. aber selbstverständlich zu verbieten, wenn es wie ein radarwarner verbotenes zu tun erlaubt.

das oben zitierte bonmot über gott in frankreich gibt es dort wohl nicht. ein anderes, das dem maik schwarz von der mo zugeschrieben wird, ist das von den warnwestentragenden neonnazis. & das funktioniert in frankreich offensichtlich nicht nur aus sprachlichen gründen nicht. hier bei uns umso mehr - eine pflicht zur neonweste würde ein teil der motorradfahrer sicherlich begrüssen, eine weiterer stillschweigend hinnehmen & noch einer nöhlend vollziehen, weil`s halt nicht anders geht. das durchschlängeln ist ja eh schon verboten, hier in berlin z.b. halten sich viele dran. über radarwarner zu reden, traue ich mich erst gar nicht.

schöne fotos aus frankreich gibt´s hier http://ukfrancebikers.com/2011/06/18/france-completely-paralysed-by-almost-100000-bikers/

(jensinberlin 21.6.11)

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pfingsten. endlich urlaub vom motorrad.

also mietwagen. in meinem fall ist es ein familientauglicher minivan, den ich zwar nicht brauche, da ich selbst nicht familientauglich bin, den ich aber trotzdem mit meinem plunder für´s verlängerte wochenende befülle. damit rolle ich dann gen ostsee. da mir auch hierbei der weg schon ein bisschen das ziel ist, mache ich das nicht über die autobahn oder fette bundesstrassen, sondern über kleine landstrassen. so befahre ich mit dem auto die gleichen strässchen, wie ich sie mit dem motorrad fahren würde. jetzt allerdings höre ich radio nebenher, unterhalte mich mit meiner süssen & nehme mir die zeit für ausführliche blicke in die landschaften durch die wir kommen – die waldreiche schorfheide nördlich von berlin, die romantisch geschwungene uckermark & das weite friedland. trotzdem bin ich nicht bereit, mich dem furchtbaren zuckeltempo vor mir fahrender anzupassen, zwinge den minivan also zum überholen, presse seine 100&irgendwas ps aus, die mit dem gewicht der kiste ihre liebe mühe haben, ärgere mich über den unwillig agierenden motor, einen diesel, vor allem aber – um euch das zu sagen mache ich diese privaten stunden öffentlich - frustriert mich das esp. wenn ich versuche, diese um die längsachse schaukelnde kiste ein bisschen schneller durch die kurve zu bewegen, wird das kurveninnere hinterrad abgebremst - & das bereits bei einer lächerlich niedrigen kurvengeschwindigkeit, bei der noch nicht mal die reifen wimmern. irgendwann auf einem parkplatz probiere ich spasseshalber eine schleuderwende. die klappt zur hälfte, weil aber mit der drehung des autos einfach der motor ausgeht & fehlt mir dann der vortrieb.

so autozufahren macht keinen spass, ist reine fortbewegung, dient nur noch einem ziel von a nach b.

& das wird in einigen jahren auch die bedauerliche zukunft des motorradfahrens sein. zunächst kommt die pflicht zum abs, pflichten zur traktions- & schleuderkontrolle & zu spurhalteassistenzsystemen (bei lkw bereits vorgeschrieben) werden folgen.

beim auto wird das esp, in verbindung mit dem abs, übrigens ab november diesen jahres für neue baureihen zwingend vorgeschrieben sein. ab 2013 dann für alle neufahrzeuge. damit also auch für autos, die nicht vorrangig dazu taugen sollen, kind & kegel irgendwo hin zu bringen. selbst ein reines fahrgerät wie eine lotus elise oder ein ktm x-bow werden dann mit diesen systemen bestückt sein müssen. sich hoffnung auf eine komplette abschaltbarkeit zu machen ist naiv. vielleicht wird es bei einigen fahrzeugen ein esp geben, das ein bisschen mehr fahrzeugbewegung erlaubt, aber auch das ist dann unter fahrsportlichem gesichtspunkt völlig uninteressant.

(jensinberlin 19.6.11)

 

 

 

die jungs reden nicht mit mir.

sie antworten nicht auf meine an sie gestellten fragen.

meiner höflich vorgebrachten bitte, sich zu meinen einwänden zur einführung einer eu-weiten abs-pflicht zu äussern, kommen sie nicht nach.

von wem ich rede ? zum einen von philippe jean, dem für die ausarbeitung des eu-kommissionsvorschlag zuständigen referatsleiters der eu-kommission – an ihn hatte der von mir auf empfehlung von philip vogt von der vereinigung der europäischen motorradverbände (fema) angeschriebene guido gielen, ebenfalls ein mitarbeiter der kommission, nach 2maliger nachfrage meine email weitergeleitet. & ich rede von dem eu-abgeordneten wim van de camp, dem wichtigen menschen, der er als vorsitzender des federführend mit dem eu-kommissionsvorschlag beschäftigten imco ausschusses ist.

philippe jean hat mir zumindest dieses http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:52010SC1152:en:NOT dokument zugeschickt – es handelt sich dabei um eine von der kommission vor dem gesetzesvorschlag vorgenommene bewertung der situation.

eine antwort auf meine fragen bekam ich jedoch nicht. nur den läppischen hinweis, dass das abs geschätzte 6.000 menschenleben in 10 jahre rette.

& die lapidare, nicht weitere ausgeführte formulierung, dass der vorschlag die von mir in frage gestellte verhältnismässigkeit & subsidiarität wahre. zudem liege der vorschlag nun ausserhalb der zuständigkeit der kommision, da er bereits im eu-parlament sowie im rat erötert & dort sorgfältig auf seine angemessenheit & seine zulässigkeit geprüft werde. auf meinen entgegnung, dass die kommission sehr wohl ein richtiger adressat für meine einwände sei, da der vorschlag gegen den sie sich richten, ja von ihr komme, bekam ich von herrn jean nur zur antwort, dass er seines erachtens nach meine fragen zufriedenstellend beantwortet habe. sollte das in meinen augen nicht so sein, entschuldige er sich dafür.

wim van de camp, der eu-abgeordnete, antwortet – in gleicher sache - gar nicht. rund einen monat habe ich ihm dazu zeit gelassen, zwischenzeitlich liess ich ihm mal eine freundliche erinnerung zukommen. ausser einer lesebestätigung erfolgte keine reaktion.

akzeptabel ist das nicht. als eu-bürger habe ich ein selbstverständliches recht auf eine antwort - zumal von einem eu-abgeordneten. aber auch von einem mitarbeiter der kommission darf ich erwarten, auf meine fragen eingehende antworten zu erhalten.

entschuldbar, mit einer vielzahl von verpflichtung & einer hohen arbeitsbelastung, ist das ebenfalls nicht. denn zumindest wim van de camp hat ein büro, dessen mitarbeiter unterstützend oder stellvertretend für ihn arbeiten.

antifah.de ist so auch ein öffentlich gemachter versuch herauszufinden, welche möglichkeiten einzelne eu-bürger in der auseinandersetzung mit den institutionen der eu haben. einen fingerzeig geben die angeführten beispiele; stillhalten werde ich meine hände nicht, deshalb nächstens mehr zum thema.

(jensinberlin 5.6.11)

 

 

 

 

wie nicht anders zu erwarten, sickert die traktionskontrolle langsam von den ps-brutalen supersportlern zu den etwas bescheidener motorisierten klassen durch. beispiele dafür sind die aprilia 1200 dorsoduro & die ducati monster 1100 evo.

leider geniesse ich nicht die gnade der ganz frühen geburt.

wenn es also in einigen wenigen jahren nur noch motorräder mit abs, tct & wer weiss noch was ? - das ist beileibe keine rhetorische frage; wer eine vorstellung hat, welche weiteren fahrhilfen dem motorradfahrer in naher zukunft noch aufzubürden wären…spurhaltesysteme vielleicht ? ist ausdrücklich gebeten, sich hier dazu zu äussern - wenn also das sportliche motorradfahren gänzlich zur attitüde verkommen ist, wird mir wohl noch so viel restfeuchte in meinen knochen verblieben sein, dass mein dann zwangsweise zu vollziehender abschied vom jahrzehntelangen geliebten leben eines motorradfahrers ein noch höllisch schmerzvoll sein wird.

jensinberlin (mai 11)

 

 

 

 

neulich, ostersonntag, ich hatte soeben meine beiden schönen schwarzen mit einem quickie durchs nuthetal entjungfert, kam noch mein alter ego auf einen sprung vorbei: „wie geht`s so ?“ ich entkorkte uns eine flasche gut gekühlten rosé. „scheisse ! seit 2 tagen pfriemel ich an einem text für antifah rum.“ „ja, & - wo hakt`s ? “ „ er ist zu lang & zu tröge, den liest doch keiner !“ „dann mach`ihn doch kürzer !“ „das schaffe ich nicht, ich muss doch so viel entgegnen, missverstandenes berichtigen, überzeugen & aufklären, aufklären & nochmals aufklären. dazu brauche ich platz, viel platz...“ wir haben uns dann gemeinsam besoffen.

 

seit februar gibt es antifah, seit nunmehr 3 monaten ist damit mein anliegen in der welt, einspruch zu erheben gegen den oktroyierten einsatz vollautonomer fahrhilfen (fasm), wie es das abs oder die traktionskontrolle sind. seither habe ich in eu-dokumenten gestöbert, festgestellt, dass viele davon öffentlich zugänglich sind. sie zu finden, bedarf allerdings etwas erfahrung oder der hilfe der netten & umfassend hilfsbereiten mitarbeiter von europa direct, einem zentralen eu-informationsdienst; hier wurde ich bislang zuverlässig geholfen, auch auf die schnelle telefonisch & zum nulltarif.

ich habe kontakt aufgenommen zu einzelnen eu-abgeordneten, bzw. zu deren büros, denn es waren deren mitarbeiter, die mir antworteten. & ich hatte einen unerquicklichen schriftverkehr mit einem vertreter der eu-kommission.

als alter, abgewaffelter sack, der sich seine hörner bereits vor langer zeit abgestossen hat, verliefen diese kontakte nicht unerwartet. so machte ich auf dieser, mir neuen spielwiese zwar neue erfahrungen, neue erkenntnisse jedoch erwuchsen mir daraus nicht.

ganz anders verhält es sich mit den reaktionen in den motorradforen. denn diese hatte ich so nicht erwartet. der häme, die mir teilweise entgegenschlug, stehe ich geradezu fassungslos gegenüber. der ignorante hinweis, es gäbe wichtigeres, stimmt mich traurig. blauäugig sind bemerkungen, ich könne die systeme ja sicherlich abschalten, boshaft der rat, mir eben anstelle eines neuen motorrads, ein gebrauchtes zu kaufen.

verwundert bin ich auch über die geringe fähigkeit einiger, einen text zu verstehen. selbst aussagen, die ich mit nachdruck bewusst deutlich formulierte, wurden nicht verstanden, die entsprechenden kommentare war dann auch nicht mehr als zigfach gelesene allgemeinplätze, ohne einen eigenen bezug zum jeweiligen text.

der von einigen wohl auch gar nicht erst gelesen wurde, abgesehen vielleicht von der überschrift & dem ersten einführenden satz. kommentiert wurde natürlich trotzdem, nur eben komplett an der sache vorbei.

 

häufig wurde mir vorgeworfen, mein anliegen sei generell technologiefeindlich. ich müsse also, wenn ich ein abs-system an meinem motorrad ablehne, konsequenterweise auch auf das vorhandensein eines scheinwerfers oder einer einspritzung verzichten. technologiefeindlich bin ich nicht, zum beweis tippe ich diese zeilen mit dem notebook auf dem balkon sitzend. nur mag ich zwischen den dingen unterscheiden. so ist rindfleisch & gewürzgurken gemeinsam, dass beide nahrungsmittel sind, genauso wie ein scheinwerfer, eine einspritzung oder ein abs-system bauteile eines motorrads. & so sinnvoll es ist, für jeden, der nicht gerade 4 lange wochen ohne nahrungaufnahme hinter sich hat, zwischen den verschiedenen nahrungsmitteln zu unterscheiden, so sinnhaft ist eine solche differenzierung bei den diversen bauteilen eines motorrads. in diesem fall ist es eine unterscheidung hinsichtlich ihrer bestimmung. so gehört das abs, im unterschied zu einem scheinwerfer oder einer einspritzanlage, zu den sogenannten vollautonomen fahrassistenzsystemen (fasm). ihr zweck ist es, anstelle des fahrers eine fahraufgabe, zum beispiel also das bremsen, auszuführen.

 

die fahrfertigkeiten

wenn ich ein instrument spielen möchte, weil mich das reizt, versuche ich durch praktische & theoretische auseinandersetzung & durch stetes üben, fertigkeiten in der handhabung dieses instruments zu erwerben, diese dann nach & nach zu verbessern. mag sein, dass ich es nie meisterlich spielen werde, dass mir der grosse applaus verwehrt bleibt; vielleicht interessiert er mich gar nicht, denn meine kleinen fortschritte & die vergleichsweise geringen fähigkeiten, die ich mir erwerben konnte, machen mich bereits glücklich. was hilft mir da der verweis auf das ungleich besser gespielte instrument aus der konserve, wenn nicht ich es bin, der es spielt ? auf meine womöglich schrägen, unausgereiften töne möchte ich nicht verzichten.

der vergleich ist durchaus geschmeidig, er hinkt keineswegs.

soll ich das fahren einem vollautonom agierenden system überlassen, weil es das besser kann ? es gibt fraglos eine menge leute, die mir mein individuelles fahren am liebsten nehmen würden, um es zu ersetzen durch rein aussengesteuerte vorgaben oder durch interaktionen zwischen den fahrzeugen; für die das fahren eines fahrzeugs aus nichts mehr besteht als aus der möglichst effizienten & sicheren lenkung von verkehr.

meine freude, meine innere zufriedenheit, wenn ich nach einem langen tag meine maschine abstelle, finde ich in der auseinandersetzung mit dem motorrad, den gegebenheiten, meinen fertigkeiten.

mit einem abs-system fällt eine ganz wesentliche fahrfertigkeit, das bremsen, weg; es muss nicht mehr beherrscht werden, es darf grobmotorisch einfach vorne reingelangt werden. die reflexe, um auch in der not gefühlvoll reinzugreifen, müssen nicht trainiert werden. ob die gabel bereits genug bremskraft aufnehmen kann, spielt keine rolle. zu erspüren, ob das vorderrad leicht wird, weil die kreiselkräfte schwinden, wird unmöglich. der motorradfahrer muss nicht bremsen können, weil das abs es kann. aus genau diesem grund wird es ja auch gekauft, wird sein vorhandensein als entspannend empfunden.

ähnlich verhält es sich mit einem weiteren fasm, der traktionskontrolle. wenn die mo schreibt, dass man mit ihr noch nicht zum helden der rennstrecke wird, mag das richtig sein – zum schnellen motorradfahren gehört sicherlich auch die richtige blickführung oder das schnelle, präzise setzen der lenkimpulse. aber eben auch, sich um die lastverteilung, um die haftfähigkeit der reifen zu kümmern. mit einer traktionskontrolle brauche ich genau das nicht mehr zu tun, sanft & kontrolliert an gas zu gehen ist nicht nötig, ein zuviel regelt die traktionskontrolle zuverlässig weg.

 

das sicherheitsargument

argumentiert wird mit dem sicherheitsgewinn durch das vorhandensein eines abs, untermalt von schauerlichen geschichten von in den gegenverkehr rutschenden motorradfahrern. philippe jean, abteilungleiter der für die abs-gesetzesvorlage zuständigen eu-kommission, spricht von eu-weit 6.000 toten weniger in 10 jahren. abgesehen davon, dass diese zahl lächerlich gering ist & ich solchen zahlenspielen bzw. den ihnen zugrunde liegenden studien grundsätzlich reserviert gegenüber stehe, macht es auch hier sinn, zu differenzieren: so gibt es den begriff der aktiven sicherheit, zu ihm gehören die fertigkeiten des fahrers & den der passiven sicherheit, dem die fasm zuzurechnen sind. die auswüchse dieses sicherheitsbegriffs finden sich in in pkws mit fahrzeuginnenräumen, die bis in in den letzten winkel airbagbefüllt sind, aufgeplusterten, fetten fahrgastzellen, lächerlichen spurhaltesystemen, einschlafwarngefiepe. wer beim motorradfahren angst hat, mag sich um seine passive sicherheit sorgen, dem aktiven fahrerlebnis sind die zugehörigen sicherheitssysteme allerdings meist ein konträres, die eigene fahrfähigkeit schmälerndes gegenüber.

 

die eigenen fähigkeiten

man kann sie entwickeln. was zeit braucht; es genügt nicht, ab & an bei bestem wetter mal für zwei, drei stündchen auf dem motorrad zu sitzen. wer wenig fährt, kann keine gut eingeübten reflexe haben. wer keine möglichkeit hat, häufig auf der rennstrecke unterwegs zu sein, es sich nicht leisten kann, sein motorrad auch mal ins kiesbett zu befördern, wird vielleicht nicht in der lage sein, 160 ps am hinterrad zu kontrollieren. die frage, warum er dann ein solches motorrad fährt, muss er für sich selbst beantworten. wenn es eines mit einer tct-fahrhilfe ist, darf er seine „heldengeschichten“ dann ebenfalls gerne für sich behalten, ich mag sie mir nicht anhören müssen. schliesslich gibt es auch die möglichkeit, ein motorrad zu fahren, das dem eigenen fahrkönnen gemäss ist, das dann eben ein paar ps weniger hat.

offenbar sei ich ja ein ganz toller fahrer, auch das bekam ich ab & an zu hören. das bin ich nicht. wenn ich an der ein oder anderen stelle etwas kann, dann deshalb, weil ich viel fahre & weil ich mich mit dem fahren auseinandersetze. aus der perspektive bestimmter fahrer, in bestimmten situationen & auf bestimmten strecken bin ich sogar ausserordentlich langsam, um nicht zu sagen: meinen fähigkeiten angemessen schwuchtelig unterwegs. dafür selbstbestimmt, frei von hilfen.

jensinberlin (april 11)

 

 

 

wie teuer ist die abs-pflicht ?

genauer: um wieviel würde sich der preis eines motorrads tatsächlich erhöhen, wenn es eu-weit vorgeschrieben wäre ?

diese frage wurden von den eu abgeordneten bernd lange & heide rühle anlässlich einer öffentlichen anhörung zur rahmenverordung am 22.3.11 im eu-parlament aufgeworfen.

wir erinnnern uns: wim van de camp sprach letztens von € 100 aber auch summen von bis zu € 1.000 je einheit wurden in der vergangenheit genannt. dazu erklärte antonio perlot, sprecher des acem (europäischer verband der motorradhersteller), dass sich die hardwarekosten auf rund € 250 belaufen würden, die kosten für die entwickelung der software jedoch nicht unterschätzt werden dürfen.

einen ausführlicheren bericht über die anhörung findet ihr hier http://www.fema-online.eu/index.php?mact=News,cntnt01,detail,0&cntnt01articleid=197&cntnt01returnid=15

jensinberlin

 

 

 

unzulässigkeit einer eu-weiten abs-pflicht

in der rahmenverordung für die typzulassung motorisierter zweiräder, der sogenannten „framework directive“, einem vorschlag der eu-kommission, soll das abs für die fahrzeugklasse l, zu der motorräder gehören, obligatorisch werden. pkw fallen nicht darunter, wohl aber quads.

in diesem vorschlag, der derzeit von den zuständigen ausschüssen des eu-parlament kommentiert wird, ist nicht ausgeführt, warum nicht dem freien, in dieser hinsicht nicht regulierten markt der vorzug vor einer gesetzlich bindenden regelung gegeben wird. der anteil der mit abs erhältlichen motorräder steigt stetig, eine entwicklung wie sie sich im diesbezüglich nicht gesetzlich regulierten pkw-bereich mit einer mittlerweile fast flächendeckenden abs-verbreitung manifestiert hat, ist zu beobachten. eine begründung, warum einer solchen entwicklung bei den motorrädern keinen freien lauf gelassen wird, findet sich nicht in dem entwurf.

 

nach meiner auffassung ist die eu jedoch gar nicht für die einführung einer abs-pflicht zuständig, sie handelt ausserhalb des ihr durch den auev (vertrag über die arbeitsweise der europäischen union) & den vertrag von lissabon vorgegebenen rechtsrahmen.

im unterschied zu bereichen ausschliesslicher zuständigkeit der eu wird das thema verkehr in einer mit den mitgliedstaaten geteilten zuständigkeit geregelt.

hierzu artikel 4 auev

„(1) Die Union teilt ihre Zuständigkeit mit den Mitgliedstaaten, wenn ihr die Verträge außerhalb der in den Artikeln 3 und 6 genannten Bereiche eine Zuständigkeit übertragen.

(2) Die von der Union mit den Mitgliedstaaten geteilte Zuständigkeit erstreckt sich auf die folgenden Hauptbereiche:

(...)

g) Verkehr,

(….)“

nach artikel 2 auev 

„(2) Übertragen die Verträge der Union für einen bestimmten Bereich eine mit den Mitgliedstaaten geteilten Zuständigkeit, so können die Union und die Mitgliedstaaten in diesem Bereich gesetzgeberisch tätig werden und verbindliche Rechtsakte erlassen. Die Mitgliedstaaten nehmen ihre Zuständigkeit wahr, sofern und soweit die Union ihre Zuständigkeit nicht ausgeübt hat. Die Mitgliedstaaten nehmen ihre Zuständigkeit erneut wahr, sofern und soweit die Union entschieden hat, ihre Zuständigkeit nicht mehr auszuüben.“

dieser artikel 2 auev ist beschränkt durch artikel 5 absatz 3 euv (konsolidierte fassung des vertrags über die europäische union)

„Nach dem Subsidiaritätsprinzip wird die Union in den Bereichen, die nicht in ihre ausschließliche Zuständigkeit fallen, nur tätig, sofern und soweit die Ziele der in Betracht gezogenen Maßnahmen von den Mitgliedstaaten weder auf zentraler noch auf regionaler oder lokaler Ebene ausreichend verwirklicht werden können, sondern vielmehr wegen ihres Umfangs oder ihrer Wirkungen auf Unionsebene besser zu verwirklichen sind.

Die Organe der Union wenden das Subsidiaritätsprinzip nach dem Protokoll über die Anwendung der Grundsätze der Subsidiarität und der Verhältnismäßigkeit an. (…).“

deshalb enthält der vorschlag einen passus - im folgenden ohne auslassungen zitiert - der begründen soll, warum die vorgeschlagenen maßnahmen nur eu-weit einheitlich & nicht im sinne des subsidiaritätsprinzips auf nationaler ebene geregelt werden können.

„Subsidiaritätsprinzip

Vor der Einführung der EU-Typgenehmigung für Fahrzeuge der Klasse L wurden auf Ebene der Mitgliedstaaten Normen erstellt. Diese Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten wichen häufig voneinander ab, was dazu führte, dass Hersteller, die Fahrzeuge, Systeme, Bauteile oder selbstständige technische Einheiten auf verschiedenen Märkten verkaufen, ihre Produktion an diejenigen Mitgliedstaaten anpassen mussten, für die ihre Fahrzeuge, Systeme, Bauteile oder selbstständigen technischen Einheiten bestimmt waren, und sie in jedem einzelnen Mitgliedstaat prüfen lassen mussten, was zeitaufwändig und kostspielig war. Voneinander abweichende nationale Vorschriften behinderten demnach den Handel und wirkten sich negativ auf die Errichtung und auf das Funktionieren des Binnenmarktes aus. Daher war es erforderlich, auf EU-Ebene Richtlinien zu erlassen, insbesondere um die unionsweiten grenz-überschreitenden Anliegen im Zusammenhang mit der Sicherheit und den nachteiligen Folgen der Luftverschmutzung für Gesundheit und Umwelt anzugehen. Hohe Emissionen in Stadtgebieten mögen sich durch nationale Maßnahmen begrenzen lassen, globale Emissionen machen jedoch nicht an der Grenze eines Mitgliedstaates halt.

Dieses europaweite Anliegen lässt sich nur durch harmonisierte Maßnahmen in den Griff bekommen, die EU-weit gelten. Die Rahmenrichtlinie 2002/24/EG1, die auf Artikel 95 EG-Vertrag basierte, diente diesem Zweck und sollte einen Binnenmarkt errichten, gleichzeitig aber auch den Schutz von Gesundheit, Sicherheit und Umwelt auf hohem Niveau gewährleisten. Eine solche Begründung hat heute immer noch Gültigkeit, da eine Maßnahme der Europäischen Union gebraucht wird, um eine Zersplitterung des Binnenmarktes zu verhindern und europaweit ein hohes und gleichwertiges Schutzniveau sicherzustellen. Ein EU-Rechtsrahmen birgt den zusätzlichen Nutzen, dass die Industrie durch harmonisierte Rechtsvorschriften in den Genuss größenbedingter Vorteile kommt. So können z. B. Fahrzeuge, Systeme, Bauteile oder selbstständige technische Einheiten für den gesamten europäischen Markt produziert werden, ohne dass sie individuell an die nationalen Typgenehmigungsanforderungen eines jeden Mitgliedstaates angepasst werden müssen. Außerdem wird die Anpassung des Rechtsrahmens an den technischen Fortschritt gleiche Ausgangsbedingungen für die Hersteller bezüglich neuer Techniken bewirken. Den Verbrauchern kommen niedrigere Preise für Fahrzeuge, Systeme, Bauteile oder selbstständige technische Einheiten zugute, die durch einen EU-weiten Wettbewerb ständig unter Druck sind.

Schließlich wird die Stärkung der Maßnahmen zur Marktüberwachung dazu beitragen, dass für alle Hersteller, die Fahrzeuge, Systeme, Bauteile oder selbstständige technische Einheiten auf den Unionsmarkt bringen oder für deren Inverkehrbringen verantwortlich sind, die gleichen Regeln gelten, und sicherstellen, dass die Typgenehmigungsanforderungen hinsichtlich Umwelt und Fahrzeugsicherheit auch tatsächlich wirksam sind.“

 

das begründet nach meiner meinung alle im eu-kommissionsvorschlag gemachten vorschriften soweit sie national bestehende vorschriften aneinander angleichen. die abs-pflicht kann nicht harmonisiert werden, da sie bislang in keinem eu-staat auf nationaler ebene besteht.

lediglich hier „Außerdem wird die Anpassung des Rechtsrahmens an den technischen Fortschritt gleiche Ausgangsbedingungen für die Hersteller bezüglich neuer Techniken bewirken.“ findet sich eine begründung einer eu-weiten gesetzlichen vorschrift zum abs. diese anpassung an den rechtsrahmen würde jedoch bereits erreicht, in dem die rechtsvorschriften für ein lediglich optionales abs hinsichtlich seiner bauteile & ihrer prüfung eu-einheitlich geregelt werden, eine pflicht zum abs lässt sich daraus nicht ableiten. der einsatz eines xenon-scheinwerfers oder eines lenkungsdämpfers, beides bauteile, die dem begriff technischer fortschritt gerecht werden & denen der aspekt der sicherheit intendiert ist, ist in der framework directive nicht verpflichtend vorgeschlagen.

zudem ist die entwicklung & der einsatz neuer techniken teil des wettbewerbs zwischen den herstellern von fahrzeugen und bauteilen; im sinne der oben angeführten begründung müssten technische innovationen grundsätzlich für alle hersteller verbindlich gemacht werden.

der gemachte hinweis auf günstigere verbraucherpreise muss im zusammenhang mit einer abs-pflicht für alle motorräder wohl kaum ernsthaft kommentiert werden, er ist schlicht falsch.

um die verhältnismässigkeit des vorschlags im sinne artikel 5 absatz 4 euv „Nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gehen die Maßnahmen der Union inhaltlich wie formal nicht über das zur Erreichung der Ziele der Verträge erforderliche Maß hinaus.“ zu rechtfertigen, steht weiter im entwurf:

„Grundsatz der Verhältnismäßigkeit

Der Vorschlag entspricht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, weil er nicht über das Maß hinausgeht, das erforderlich ist, um das reibungslose Funktionieren des Binnenmarktes zu gewährleisten, und gleichzeitig für ein hohes Niveau der öffentlichen Sicherheit und des Umweltschutzes zu sorgen.

Wahl des Instruments

Eine Rahmenverordnung wird für angemessen erachtet, weil sie zum einen verbindlich ist und zum anderen nicht in nationales Recht umgesetzt werden muss.“

der vorschlag geht auf das abs bezogen sehr wohl über dieses maß hinaus & ist deshalb nicht verhältnismässig.

eine rahmenverordnung ist bgzl. des abs nicht das angemessene instrument. angemessen wäre höchstens eine richtlinie, die die einzelnen eu-staaten dazu verpflichtet, maßnahmen zu ergreifen, die für mehr verkehrsicherheit & weniger unfalltote im strassenverkehr sorgen & die genaue ausführung der umsetzung dann den einzelnen nationalstaaten überlässt, sofern ein solches ziel sich aus den zuständigkeiten der eu überhaupt herleiten lässt.

die wahl einer richtlinie wäre auch im sinne der im eu-kommissionsvorschlag angeführten rahmenrichtlinie 2002/24/eg1, die auf artikel 95 der eu-verfassung basiert, das angemessene rechtliche instrument. eine pflicht mittels rahmenverordung ist eine darüber hinaus gehende maßnahme.

 

die abs-pflicht ist in der vorgeschlagenen rahmenverordnung eine art blinder passagier, ihr ursprung liegt im europäischen aktionsprogramm für die strassenverkehrsicherheit, worauf sich der kommissionsenwurf ausdrücklich bezieht. aus den zielen dieses aktionsprogramms lässt sich die beugung des subsidiaritätsprinzips jedoch argumentativ nicht abgeleiten.

 

durch die einführung einer abs-pflicht, wie übrigens auch durch die verpflichtende ausstattung von motorrädern unter 125 ccm mit einem kombibremssystem, wird zudem ein neuer juristischer claim auf motorräder ausgedehnt, wie er bei pkw´s mit der eu-weiten esp-pflicht ab november diesen jahres oder auch bei dem bereits beschlossenen vorausschauenden notbremssystem & spurhaltesystem bei lkws bereits erstmals abgesteckt wurde.

dieses rechtliche neuland  kann in zukunft mit weiteren vollautonomen fasm fruchtbar bestellt werden - bis dann nur noch eine anpassung des derzeitig gültigen rechtsrahmens (art. 8 & art. 13 wiener übereinkommen über den strassenverkehr von 1968) nötig ist, um autonome vehicel to vehicel systeme zu etablieren oder auch in verbindung mit telematischen systemen aussenkontrollierte fahrzustände herbeizuführen. mit den abs-bauteilen ist die grundlegende technische voraussetzung, die exakte elektronische erfassung der radzustände, jedenfalls bereits an bord.

jensinberlin (19.3.11)


 

 

 

jensinberlin (17.3.11) 

es kann wunderbar entspannend sein, nach einem zu langen arbeitstag in die heisse badewanne zu steigen. mit einer wunderbaren zeitschrift.

das erste, was ich darin lese, ist ein test der wunderbaren triumph daytona 675 r. dessen zeilen enden „Zudem ist das Motorrad noch frei von elektronischen Fahrhilfen. Dank ausgewogener Konzeption kann auf solche Helferlein auch guten Gewissens verzichtet werden. Bei der Daytona R steht der Fahrer - oder die Fahrerin – im Mittelpunkt. Großartig“.

stimmt. danke mo (nr.4 april 2011), danke jo soppa !

 

 

 

 

jensinberlin (15.3.11.)

die geschichte ist alt http://www.motor-kritik.de/common/05081501.HTM

bestimmt kennt ihr sie bereits.

für die wut, die diesen mann bewegte, habe ich verständnis, aber in seinem kielwasser segle ich nicht. nicht auf antifah.de & auch nicht in den motorradforen, in denen ich mich so herumtreibe.

ich fahre keine bmw & bin nicht enttäuscht, weil ein technisches versprechen nicht eingehalten wurde. & ich erwarte von weiten teilen der motorradpresse nichts, schon gar keine kommerzielle unabhängigkeit.

ich fahre einen herrlichen italiener.

es gibt für mich keinen grund, wild um mich zu schlagen.

 

es sind nicht mehr nur die eingefleischten jungs & mädels, die „motorrad leben“, das motorradfahren ist lange schon in der mitte unserer gesellschaft angekommen. für nicht wenige ist es einfach eine freizeitbeschäftigung unter anderen, der man ab & an, bei guter lust & laune & viel sonnenschein ein bisschen nachgeht. dabei will man sich nicht mit seinen fahrerischen fähigkeiten auseinandersetzen, man will einfach drauf sitzen & spass haben.

für diese motorradfahrer habe ich mein weissestes polo-shirt aus dem schrank gezogen, den krumm gelegenen kragen eigenhändig gebügelt & sage: „ich verstehe, dass euch das fahren manchmal angst macht, ich verstehe, dass ihr hilfe wollt“.

 

weiter bräuchte ich mich damit nicht zu beschäftigen, ich könnte wieder bremsen üben gehen.

 

wenn in der mitte der gesellschaft nicht auch der deutsche spiesser in seiner ganzen epischen breite flatschen würde, der mit den ge-& verboten im kopf, der alles & jedes gesetzlich geregelt haben will. in der ihm eigenen tumben mischung aus sicherheitsreflexen, ordungswut & einer grundsätzlichen enge des denkens sitzt er nun leider auch auf dem motorrad. & freut sich daran, dass es mal wieder eine neue pflicht geben wird.

dabei stört ihn dann auch nicht, dass die exekutive, die ihm diese freude macht, nicht demokratisch legitimiert, nicht gewählt ist, sondern lediglich ernannt. freies, autonomes, selbstbewussstes denken, politische mündigkeit ist eh nicht sein ding, ordnung ist ordnung & recht ist, was gesetz ist.

 

ich könnte weiter bremsen üben gehen, mit ihm ins gespräch zu kommen, kann mir nicht gelingen.

 

wenn es da nicht noch reichlich platz wäre auf der gaußschen normalverteilungskurve. für all jene, an die ich mich wende. das sind die, die frei von fahrhilfen unterwegs sein wollen ebenso wie die, die eine option darauf wollen aber keinen zwang, wie auch diejenigen, die gerne über motorradspezifische vorgänge informiert sind, auch wenn es nicht die zote im motorradforum ist, über die man in immer gleicher manie verbal drüber masturbiert.

 

für diese motorradfahrer nehme ich mir gerne ein bisschen zeit, soviel übung braucht das bremsen dann ja auch wieder nicht.

 

jensinberlin (12.3.11)

wichtige menschen

es ist anfang märz. in brüssel.

wim van de camp ist ein wichtiger mensch.

denn er ist berichterstatter des parlamentarischen ausschusses für binnenmarkt & verbraucherschutz kurz imco (internal market and consumer protection).

dieser ausschuss beschäftigt sich federführend mit dem von der eu-kommission gemachten vorschlag zur eu-weiten neuordnung einer typzulassung für motorräder.

die stellungnahme dieses ausschusses hat grossen einfluss auf das letztendlich gesetzgeberische abstimmungsverhalten des eu-parlaments.

 

herr van de camp unterstützt die einführung einer abs-pflicht für motorräder über 125 ccm.

nach seiner meinung ist das argument, dass ein obligatorisches abs zu einem höheren anschaffungspreis für neumotorräder führt, nicht stichhaltig. er beruft sich dabei auf aussagen der zulieferindustrie, die von einem mehrpreis von weniger als 100 euro je fahrzeug ausgeht.

 

dazu fällt mir ein, dass eine ktm smt mit dem seit diesem jahr serienmässigen, abschaltbaren abs nicht mehr kostet als das modell in 2010, das noch ohne abs zu kaufen war. bei einem motorrad, das sich für ktm verhältnisse erstaunlich gut verkauft & damit mehr umsatz abwirft, als ursprünglich preiskalkuliert war, ist das für ktm kaufmännisch wohl machbar. zudem sich die botschaft „abs umsonst“ wunderbar im markt platzieren lässt. politischer erfolg winkt obendrein, kann so doch beispielgebend gezeigt werden, wie günstig, ja geradezu umsonst, ein abs an die motorräder geschraubt werden kann.

gezeigt wird uns das von ktm & seinem vorstandsvorsitzenden stefan pierer. das ist auch ein wichtiger mensch, denn er ist gleichzeitig präsident des verbands der europäischen motorradhersteller (acem). & genau dieser verband fiel um im vorfeld der gespräche zur geplanten neuregelung, hat seine mit der fema (föderation der europäischen motorradverbände) abgestimmte position gegen eine abs-pflicht verlassen & ist umgeschwenkt auf einen die abs-pflicht befürwortenden kurs.

 

100 euro. das ist übrigens nicht wenig geld. das ist es grundsätzlich nicht & das ist es nicht in relation zum gesamten fahrzeugpreis, der eh steigen wird, durch die allgemeine teuerungsrate, der die kaufkraft nur mühsam hinterherhinkt, aber auch durch die verschärften emmissionsanforderungen, die ebenfalls, neben vielen weiteren inhalten, ein wesentlicher bestandteil des entwurfs zur neuordnung einer typzulassung für motorräder sind.

100 euro sind für einen südeuropäer, der eine kleine 250ziger kauft, mehr wert, als sie es dem deutschen käufer einer 1200er sind. & um dem einwand, dass es sich bei dem genannten betrag um einen durchschnittswert handelt, vorzubeugen – 50 euro in spanien bedingen bereits 150 euro in deutschland.

dabei geht es jedoch gar nicht um die frage, um wieviel sich der neupreis eines motorrads durch eine abs-pflicht verteuert, nicht darum, geldbeträge als hoch oder gering zu qualifizieren.

es geht grundsätzlich darum, dass die motorräder durch die abs-pflicht teurer werden. denn im kommissionsentwurf zur eu-weiten regelung der typprüfung wird argumentiert, dass für den endverbraucher die motorradpreise wegen der dann eu-weit einheitlichen motorradkomponenten & der damit verbundenen höheren stückzahlen sinken werden.

 

zurück zum imco ausschuss: der empfiehlt, darüber nachzudenken, die abs-pflicht bereits vor 2017, wie im eu-kommissionsentwurf vorgesehen, einzuführen. ebenso, wie off-road motorräder ohne strassenzulassung von der abs-pflicht auszunehmen; von einer ausnahme für motorrädern für die asphaltierte rennstrecke ist offenbar nicht die rede.

 

weitere details zur imco sitzung findet ihr hier:

http://www.fema-online.eu/index.phpmact=News,cntnt01,detail,0&cntnt01articleid=186&cntnt01returnid=15

eine öffentliche anhörung zum thema wird es am 22.3.11 geben.

 

 

jensinberlin (6.3.11.)

fmübst.

forum & motorradübergreifender berliner stammtisch.

so nennt sich ein „italiener“stammtisch, der mal ein guzzistammtisch war. der begriff gefällt mir gut.

 

fasm.*

gefällt mir ebenfalls. so nennt sich eine studie http://www.ifz.de/download/ifz_Forschungsheft_14_ifz-Kapitel.pdf, die eine definition von fahrer-assistenzsystemen an motorisierten 2rädern macht.

 

diese lautet: ein „fahrer-assistenzsystem an motorisierten zweirädern (abk.: fas-m*) ist ein technisches ausrüstungsteil an motorisierten zweirädern, welches den fahrer bei seiner fahraufgabe unterstützt bzw. ihm assistiert und/oder die belastung und somit die beanspruchung des fahrers mindert. es dient der aktiven sicherheit (unfallvermeidung) aber auch um unfallfolgen während einer pre-chrash-phase positiv beeinflussen zu können (...)“

 

hergeleitet wird diese definition berechtigterweise aus dem automobilsektor. hier wurden die ersten systeme dieser art entwickelt & marktfähig gemacht & hier existiert bereits eine vielzahl von untersuchungen zum thema.

 

in der studie werden sogenannte teilautonome & vollautonome systeme aufgeführt, die entweder teilweise oder zur gänze anforderungen an den fahrer übernehmen & die von diesem eingeschränkt oder gar nicht beeinflusst werden können.

dazu zählen selbstverständlich das abs & die traktionskontrolle.

aber auch integrale bremssysteme, die bremskraftverstärkung, die brems-überschlagsregelung, der tempomat, die berg-anfahrhilfe, die anti-hopping-kupplung, der elektronische geregelte lenkungsdämpfer, die wheelie-kontrolle, das mapping & sogar der seitenständer-killschalter werden dazu gerechnet.

 

die liste der in der studie genannten fasm wird von den autoren allerdings noch deutlich erweitert. mit der begründung, dass die sinnesbelastung beim fahren eines motorrads „(...) mindestens doppelt so hoch ist, wie beim fahren eines pkw“, unter anderem durch die vibrationen, durch das auf dem motor sitzen, aber auch durch den motorenlärm, die windgeräusche, den fahrtwind & das wetter.

diese sinnesbelastungen zu minimieren ist ja lt. vorgenannter definition ein zweck der fasm.

so enthält die liste neben den bereits aufgeführten systemen noch weitere dinge wie die automatische blinkerabschaltung, die verstellbare sitzbank, die verstellbaren hand- & fußhebel, das adaptive kurvenlicht, die einstellbare federvorspannung ebenso wie das elektronisch einstellbare fahrwerk, die beheizbaren handgriffe & sogar das vorhandensein einer verkleidung.

 

es mag schon sein, dass all diese sachen im sinne einer exakten auslegung der definition den fasm zugerechnet werden können, allerdings ist das höchstens von akademischer bedeutung.

im wahren leben ist es reines fasmgedresche.

 

immerhin aber veranschaulicht die liste der genannten fasm, welchem system sie auch immer im einzelnen zugerechnet werden, wie persönlich die wahrnehmung dessen ist, was für den einzelnen motorradfahrer noch hinnehmbare oder gar willkommene hilfe ergo assistenz oder bereits eine ärgerliche, nicht akzeptable beschneidung der eigenen fahrerischen fähigkeiten ist.

ob mein motorrad einen seitenständer-killschalter hat, ist mir sehr egal, das vorhandensein eines elektronischen lenkungsdämpfers würde mich persönlich ebenfalls nicht stören, die berg-anfahrhilfe allerdings schon.

das mag bei anderen gerne anders sein.

 

in anderen studien wird darauf hingewiesen, dass sich geringe bzw. mangelhafte fahrpraxis statistisch in der unfallhäufigkeit niederschlägt.

daran zu zweifeln gibt es für mich keinen grund.

so gestehe ich also demjenigen, der gerade mal 5.000 km fahrleistung im jahr schafft, gerne ein abs-system an seinem motorrad zu.

erwarte jedoch umgekehrt auch, dass jemandem, der ein mehrfaches davon fährt & der sich womöglich noch mit der fahrdynamik praktisch & theoretisch auseinandersetzt, ein solches system nicht zwangsweise auferlegt wird.

 

ich persönlich möchte im übrigen auch auf gar keinen fall meiner hohen sinnesbelastung beim motorradfahren beraubt werden; ganz im gegenteil - ausdrücklich will ich darauf bestehen, durch vibrationen, das auf dem motor sitzen & durch wind & wetter mindestens doppelt so hoch wie beim fahren eines pkw beansprucht zu werden.

mit der forderung, diese belastungen zu verringern, zeigt sich übrigens sehr anschaulich, welch`geistes kind diese art der studien sind. ihnen geht es nicht - ausdrücklich nicht - um den fahrspass, sondern ausschliesslich um die unfallverhütung als oberste prämisse, dem dieser spass nicht nur untergeordnet ist, sondern der auch als zu berücksichtigender faktor vollkommen aussen vor bleibt.

derjenige motorradfahrer, der sich für fasm stark macht, sollte sich darüber im klaren sein.

 

 

*in der studie fas-m.

aus typografischen gründen verzichte ich auf den bindestrich.

 

jensinberlin (2.3.11)

warum die kawasaki z 1000 sx sturzpads aus durchsichtigem plastik hat

kann ich nicht beantworten.

beantworten kann ich jedoch die von mir gestellte frage, ob es sie auch ohne abs zu kaufen gibt, mit einem klaren: ja ! in österreich, in italien, in frankreich – auf der ganzen welt vermutlich, nur nicht in deutschland, denn hier ist das abs, ob ich es will oder nicht, immer serienmässig dran.

der deutsche wolle die z 1000 sx nicht ohne, sagt kawasaki, sagt der händler.

der im übrigen ein netter ist, der kurze plausch mit ihm verläuft angenehm, im grossen & ganzen liegt man auf einer linie. ihn persönlich störe das vorhandensein eines abs nicht, zumindest auf der strasse käme man ja auch kaum in den regelbereich.

dass ich als käufer jedoch das recht haben sollte, auch ohne zu kaufen, dem pflichtet er bei; zumal, so seine berechtigte anmerkung, der zwang zum abs für alle die motorräder ein weiteres mal verteuern werde.

wie begeistert sind wohl unsere nachbarn - die italiener, die franzosen, die tschechen & all die anderen europäer, von der gesetzesvorlage zur einführung einer eu-weiten abs-pflicht ?

jensinberlin (27.2.11) 

was die winterreifenplicht & die abs-pflicht für motorräder miteinander zu tun haben.

 

zuerst einmal ein paar kurze worte zur eu-kommisson.

die mitglieder der kommission werden nicht gewählt.

sondern von den mitgliedstaaten nominiert.

die kommission als ganzes, nicht also deren einzelne mitglieder, werden vom

eu-parlament ernannt.

derzeit heisst der von der deutschen regierung abgeordnete kommissar günther öttinger, vormals war er ministerpräsident baden-württembergs.

die eu-kommission hat das alleinige exekutive initiativrecht für die eu-rechtsetzung. insofern kann man sie mit der regierung eines nationialstaats vergleichen.

wie auf antifah.de bereits mehrfach erwähnt, hat die eu-kommission einen gesetzesvorschlag gemacht, der neben einem ganzen bündel von neuregelungen unter anderem auch eine abs-pflicht für motoräder enthält.

 

diesem vorschlag voran gegangen sind sogenannte konsultationen.

das sind stellungsnahmen zu den beabsichtigten regelungen.

dazu hat die eu-kommission ein papier erarbeitet, das auf einer eigens dafür geschaffenen webseite online gestellt wurde. hier konnten vom 22.12.2008 bis zum 27.2.2009 stellungsnahmen abgegeben werden.

diese wurden in einem bericht vom 25.11.2009 zusammenfassend veröffentlicht. auf diesen http://ec.europa.eu/enterprise/sectors/automotive/files/consultation/2_3_wheelers/results_report_en.pdf

beziehe ich mich im folgenden.

 

zur frage: "wie ist ihr standpunkt zu einer abs-pflicht für alle motorräder" haben

 

24% prozent* keinen oder einen neutralen standpunkt geäussert,

27% prozent* sich eher nicht dafür oder ausdrücklich dagegen ausgesprochen.

damit haben sich also 51% nicht für eine abs-pflicht für alle motorräder ausgesprochen.

34%* haben sich für eine eu-weite abs-pflicht für alle motorräder ausgesprochen.

17%* stehen dem grundsätzlich wohlwollend gegenüber, wünschen sich jedoch einschränkungen wie z.b. eine abs-pflicht nur für grössere motorräder bzw. eine freiwilligkeit bei kleineren maschinen. oder auch zunächst die ausarbeitung einer folgeabschätzung zum kosten-nutzen verhältnis einer abs-pflicht insgesamt.

ausdrücklich für eine abs-pflicht sprachen sich 32% aus.

ausdrücklich dagegen 29% prozent.

 

aber wer hat sich hier eigentlich dafür oder dagegen ausgesprochen, wer hat an der konsultation teilgenommen ? wer durfte überhaupt teilnehmen ?

klare antwort: jeder !

damit selbstverständlich alle, die einem unmittelbar in den sinn kommen, also verbände wir der adac, abs hersteller wie bosch, die deutsche bundesregierung.

aber auch jeder andere, der in irgend einer weise interesse an der sache hat, hätte teilnehmen, seine stellungsnahmen dazu abgeben können. also z.b. ich oder du. oder antifah.de oder auch eines der vielen motorradforen.

nun - ich habe nicht teilgenommen, du auch nicht, keines der foren hat sich beteiligt & auch nicht antifah.de, das es zum damaligen zeitpunkt auch noch nicht gab.

 

hier ein auszug der tatsächlichen teilnehmer, bezogen auf die abs-fragestellung: 

adac, bombardier, bosch, continental, dekra, tüv. gesamtverband der deutschen versicherungswirtschaft, deutscher verkehrsicherheitsrat, innenministerium baden-würrtemberg, innenministerium mecklenburg- vorpommern, schweizer eidgenossenschaft, verband der europäischen motorradhersteller, europäischer verband der automobilzulieferer (clepa),

verband der europäischen zweiradhändler (etra), motorradweltverband (fim).

 

wer fehlt ? die bikerunion. der bundesverband deutscher motorradfahrer.

diese interessenvertretungen deutscher motorradfahrer sind nicht gelistet, haben sich offenbar an dem gesamten verfahren, das sich auch mit weiteren regelungen zu emmissionswerten oder prüfverfahren befasst, nicht beteiligt.

aber auch die kuhle wampe findet sich nicht.

 

dafür jedoch immerhin 16 einzelpersonen, eu–bürger; sieben davon zur frage zur abs-pflicht, die sie alle sieben abschlägig beschieden.

 

wisst ihr noch ? vor kurzem erst haben wir uns, mich ausdrücklich eingeschlossen, in den diversen motorradforen über die winterreifenplicht für motorräder echauffiert. nachdem sie eingeführt war.

heute schäme ich mich. so unmündig wie ich mich dazu verhalten habe, möchte ich zukünftig nicht bleiben. dazu ist mir das thema motorrad zu wichtig, das fahren damit ein zu bedeutender teil meines lebens.

 

ich werde also dran bleiben am thema.

ich freue mich über alle, die mich auf anifah.de dabei begleiten.

die mir dabei helfen, den link zu antifah.de zu verbreiten.

oder gar guten rat & kompetente hilfe anbieten können.

 

(* wenn man die prozentzahlen aufaddiert, ergeben sich 102%.

die von mir angegebenen zahlen finden sich in figur 8 unter 3.3.1 auf seite

11 des dokuments (siehe oben) - wie bei einer darstellung in der gewählten form - als "kuchenstücke" nämlich -  über 100% herauskommen können, erschliesst sich mir nicht. die im bericht genannten 32% pro abs & die 29% dagegen werden im text erwähnt, nicht jedoch grafisch dargestellt. wie sich all diese zahlen zueinander verhalten, werde ich, wiewohl aufs ganze recht egal, bei der eu-kommission erfragen).

 

jensinberlin (20.2.11)

abs-pflicht vs. subsidiarität.

„Subsidiarität (von lat. „subsidium“, dt. Hilfe, Reserve) ist eine politische und gesellschaftliche Maxime, die Eigenverantwortung vor staatliches Handeln stellt. Danach sollen bei staatlichen Aufgaben zuerst und im Zweifel untergeordnete, lokale Glieder wie Stadt, Gemeinde oder Kommune für die Lösung und Umsetzung zuständig sein, während übergeordnete Glieder zurückzutreten haben.“

quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Subsidiarität

 

dazu auch aus dem vertrag von lissabon Subsidiaritätsprinzip in Art. 3b (5) Abs. 1 S. 1, Abs. 3 und 4 als Ausübungsregelung neben dem Grundsatz der begrenzten Ermächtigung (Absatz 1 S. 1 und Absatz 2) und dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit (Absatz 1 S. 2 und Absatz 4).

„Nach dem Subsidiaritätsprinzip wird die Union in den Bereichen, die nicht in ihre ausschließliche Zuständigkeit fallen, nur tätig, sofern und soweit die Ziele der in Betracht gezogenen Maßnahmen von den Mitgliedstaaten weder auf zentraler noch auf regionaler oder lokaler Ebene ausreichend verwirklicht werden können, sondern vielmehr wegen ihres Umfangs oder ihrer Wirkungen auf Unionsebene besser zu verwirklichen sind“ (Absatz 3).

 

der eu-kommissionsvorschlag zur einführung eine abs-pflicht mittels einer sogenannten rahmenverordnung, die eu-weit bindend, also verpflichtend ist & damit zunächst einmal konträr zum prinzip der subsidiarität, wird im entwurf damit begründet, dass die derzeit häufig voneinander abweichenden rechtsvorschriften dazu führen, dass fahrzeuge, systeme, bauteile in ihren ausführungen kostspielig an die rechtsvorschriften der jeweiligen mitgliedstaaten, lies: der märkte, angepasst werden müssen.

hier geht es also um einen nutzen für die herstellende industrie, das wird in dem kommissionsenwurf ausdrücklich betont.

 

auf der ebene des einzelnen bürgers ist das subsidiaritätsprinzip jedoch ein strukturelles prinzip der demokratie, das nur in der sache angemessen kleinen einheiten wirksam sein kann.

 

im kommissionsentwurf wird auf dieser ebene, auf der ebene des verbrauchers, für die wahl einer diesem prinzip entgegen stehenden rahmenverordung mit niedrigeren preisen der dann eu-weit unter wettbewerbsdruck stehenden herstellern argumentiert.

ein zukünftig zusätzlich vorgeschriebenes abs-system wird jedoch kaum zu einem niedrigen motorradverkaufspreis führen können.

 

zudem ist die argumentationsebene nicht schlüssig, denn im unterschied

zur eu-weiten festlegung einer mindestbremsleistung z.b., die durch ein prüfverfahren im rahmen einer fahrzeugtypprüfung zur erteilung einer allgemeinen betriebserlaubnis erbracht werden muss, ist ein abs-system zunächst einmal eine vorrichtung wie es z.b. ein lenkungsdämpfer ist, dessen verpflichtende eu-weite einführung meines wissens nach nicht vorgeschlagen wird.

verglichen werden muss hier auch die handhabe im pkw-bereich, wo es keine abs-pflicht gibt.

die abs-pflicht segelt als eine art blinder passagier an bord der harmonisierungsargumentation – ihr ursprung liegt im europäischen aktionsprogramm für die strassenverkehrsicherheit (2011-2020), worauf sich der kommissionsenwurf ausdrücklich bezieht. aus den zielen dieses aktionsprogramms wird die beugung des subsidiaritätsprinzips jedoch argumentativ nicht abgeleitet.

der im eu-kommissionsentwurf gemachte bezug auf den artikel 114 über die arbeitsweise der europäischen union ist demnach hinsichtlich der vorgeschlagenen abs-regelung nach meiner auffassung falsch.

 

demgegenüber wäre die wahl einer richtlinie das angemessenere eu-rechtliche instrument.

hierzu aus

http://eur-lex.europa.eu/de/droit_communautaire/droit_communautaire.htm

„1.3.3. Richtlinie

Die Richtlinie wird vom Rat gemeinsam mit dem Parlament oder von der Kommission allein angenommen und ist an die Mitgliedstaaten gerichtet. Sie dient in erster Linie dazu, die Rechtsvorschriften anzugleichen.

Die Richtlinie bindet die Mitgliedstaaten im Hinblick auf das zu erreichende Ziel, lässt ihnen jedoch die Wahl der Form und der Mittel, mit denen sie die gemeinschaftlichen Ziele im Rahmen ihrer internen Rechtsordnung verwirklichen.“

die wahl einer richtlinie als der sache gemässem instument ist auch deshalb schlüssig, weil in dem aktionsprogramm von dem ziel einer

verringerung der verkehrstoten in der sogenannten fahrzeuggklasse l, zu der die motorräder gehören, die rede ist – die nationalen gegebenheiten hinsichtlich der strassenverhältnisse sind jedoch sehr unterschiedlich, die tatsächlichen wie z.b. strassenzustände & die umgebenden verkehrsbedingungen ebenso wie rechtliche vorschriften wie beispielsweise griffigkeitswerte der fahrbahnoberflächen.

vergleichend kann hier das eu-arbeitsschutzrecht herangezogen werden, das eben mittels richtlinien & nicht durch eine rahmenverordnung geregelt ist.

 

ein bemerkung noch: verletzungen des subsidiaritätssprinzips duch die eu ziehen sich wie ein roter faden durch die geschichte der beurteilung der eu-rechtssprechung & finden sich in vielen stellungnahmen betroffener & ihrer verbände zu diversen rechtsbereichen. (siehe hierzu http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/volltexte/1999/74/pdf/ocp5.PDF)

 

 

jensinberlin (19.2.11)

& führe euch in versuchung.

z.b. bei bmw.

kalt ist`s draussen, unter 0 grad, schneegriesel fällt vom himmel.

trotzdem hat der händler die hütte voll. er ist alleine.

offenbar wird ein kaufabschluss gemacht, papiere quellen aus dem drucker.

ich schlendere an den motorrädern vorbei, „aha, die rr gibt’s jetzt auch in dottergelb“, schaue mir die r 1200 rt an. schön ist sie nicht, mit ihrer wallenden verkleidung – aber gut ist sie wohl, trotz ihrer fülligen erscheinung durchaus beweglich. auch auf kleinen bergsträsschen, dabei druckig aus den ecken, selbst mit sozius. das habe ich gesehen, letztes jahr, in der toskana, hinter herbert kaufmann.

nur: die preisschilder, die an den diversen rt baumeln – ja ich weiss, ich bin bei bmw, bin also nicht ganz unvorbereitet – lassen mich dann doch erschrecken: immer über 19.000 mit nur wenig luft nach ganz oben, gerade mal soviel, wie psychologisch wohl unbedingt nötig.

dann doch vielleicht eher die r 1200 r. mit einem grundpreis von 11irgendwas deutlich gefälliger. auch optisch. & eine verkleidung brauche ich eigentlich nicht. der soziusplatz ist nicht ganz so üppig wie bei der rt, für die zierlichen maße meiner süssen sollte er aber locker reichen.

genug gewartet, der händlermann hat zeit für mich: ich gebe ein paar kurze erklärungen ab - aufpassen muss ich dabei nicht, noch ist antifah.de so subversiv unbekannt, dass ich keine gefahr laufe, sofort entlarvt zu werden. ich komme zur kardinalfrage: „könnte ich die rt auch ohne abs kaufen ?“ die prompte antwort : „nein!  das motorrrad hat ohne gar keine typprüfung.“ somit also keine betriebserlaubnis.

„& die r ?“ „nein auch nicht ...“ kurzes innehalten „doch, bei der r sollte es möglich sein. nur werden sie in ganz deutschland keine finden, die müsste in spandau extra für sie gebaut werden.“

na immerhin, diese kleinste wahlmöglichkeit bliebe mir also. auf den vergleich von händlerpreisen müsste ich zwar verzichten, auch über einen vorführer oder eine noch jungfräulich in zahlung gegebene wäre nicht nachzudenken, aber ein letztes eckchen freiheit dürft` ich mir an dieser stelle nehmen.

noch. 

was fehlt ? ihr wisst es bereits: selbstverständlich verlief das gespräch nicht ganz so ausschliesslich entlang der fakten, unausweichlich kam die frage nach dem „warum ohne abs ?“, selbstredend verbunden mit dem hinweis, mir diesen zahn gerne ziehen zu wollen, wenn der laden nicht gerade so voll wäre; zu meinem glück ! so blieb es bei einem kurzen, für mich beinahe schmerzlosen wortwechsel.

bei bmw. 

jensinberlin (15.2.11)

die eu kommission hat einen vorschlag gemacht.

der beinhaltet auch eine abs-pflicht für neu zugelassene motorräder ab dem jahr 2017.

damit aus diesem vorschlag ein gesetz wird, in diesem fall rahmenverordnung genannt, durchläuft er derzeit das dafür vorgesehene prozedere. so wurde er u.a. im oktober letzten jahres dem bundesrat zugeschickt, der wiederum den bundestag davon in kenntnis setzte.

bei dieser rahmenverordnung geht es darum, die bestehenden nationalen gesetze eu - weit bzw. ewr - weit zu vereinheitlichen; harmonisierung nennt sich das. gleich gemacht werden soll etliches:   

umweltverträglichkeiten, antriebsleistungen, spezifikationen der bauweisen, genehmigungs- & prüfverfahren, etc.

& eben auch sicherheitsaspekte, worunter die vorgesehene abs-pflicht fällt.

dass es bei dieser vereinheitlichung auch um einen wirtschaftlichtlichen nutzen für die industrie geht, wird ausdrücklich betont – fahrzeuge, systeme, bauteile können für den gesamten eu - markt identisch & damit in grösseren stückzahlen produziert werden.

die vorgeschlagene abs pflicht folgt allerdings einer anderen direktive – dem europäischen aktionsprogramm für die strassenverkehrssicherheit. dieses nennt übrigens ein weitere nettigkeit, nämlich die technische entwicklung von bordseitigen systemen, die in echtzeit über die aktuellen geschwindigkeitsbegrenzungen informieren. wer das jetzt gut findet, weil es ja, wie das abs sicherlich auch irgendwie leben retten kann, der findet das eben gut, dem kann hier nicht geholfen werden. allen anderen, vor allem aber jenen, die an anderer stelle mit dem technischen fortschritt als wertvoll per se argumentieren („meine oma war auch gegen staubsauger“) sei ausdrücklich gesagt: die geschichte vom geist in der flasche wird nicht von ungefähr seit alter zeit erzählt.

jedenfalls soll also nach diesem vorschlag das abs verplichtend dran an die motorräder. in die grossen ab 125 ccm, in die kleineren wahlweise auch ein kombibremssystem. & zwar an alle, als auch die, die ausschliesslich für den sportlichen wettbewerb auf der strasse oder im gelände bestimmt sind.

4 jahre „karenzzeit“ werden genannt. wenn also von 2017 die rede ist, soll die rahmenverordung in 2013 verabschiedet sein.

bis dahin ist noch ein wenig zeit.

für antifah.

zu werben für eine freie autonome entscheidung.

dem ausdrücklichlichen bekenntnis dazu.

nicht am treff, sondern hier, sichtbar für jeden

abgeordneten, verbandsvertreter, hersteller-, händler, marketingmacher, motorradfahrer... unter bekenner schreiben.

 

jensinberlin (12.2.11)

ich kann mich an eine zeit erinnern, als noch vom mündigen bürger die rede war.

das war wohl in meinen teestubenjahren, damals im selbstverwaltenden jugendhaus. mein kumpel frieder & ich hatten gemeinsam eine grüne quickly. 60 fuhr die regelmäßig, bevor irgendein bowdenzug riss. abends haben wir sie dann im wald in einem verhau hinter zweigen „geparkt“. versteckt. vor den eltern.

heute spricht man vom mündigen konsumenten.

das ist, wenn mich meine erinnerung nicht täuscht, seit den 90zigern so.

damals war der mündige bürger gefordert, heute der mündige konsument. 

die zeitläufte ändern sich, die ansprüche an den einzelnen sind die selben.

lest selbst, ein plädoyer. von lockinger (9.2.11.)

jensinberlin (10.2.11.)

ich werde auch anderen ansichten hier raum geben. auch wenn es sich um meinungen handelt, die hier nur ein weiteres mal wiederholen, was bereits allenthalben geäussert wurde. die eh überall zu hören & zu lesen sind & die deshalb einen speziellen ort wie diesen nicht benötigen.

dass ich dies so handhabe ist übrigens keine selbstverständlichkeit eingedenk dessen, dass antifah.de eine plattform all derer sein soll, die ein recht auf eine autonome entscheidung „ ob mit oder ohne“ einfordern.

so wie

moods (31.1.11.)

Zunächst, ich wäre dafür es dem Einzelnen weiterhin freizustellen ob er ein ABS / TC / Launch C & was sonst noch Fahrhilfe sein kann ...Motorrad fahren will. Das heißt allerdings das diese Hilfe optional zu erwerben sind und eventuell auch deaktivierbar. Faktisch gab es diesen Zustand aus marktregulatorischen Gründen bisher ja teilweise. Bestimmte Motorradmodelle sind im Gegensatz zum Resteuropa in D mit ABS (andere Fahrhilfen in diesem Bereich noch nicht so verbreitet) bestellbar. Nun hat sich diese Praxis aber dahingehend verändert, dass diese Mopeds in D ausschließlich mit ABS angeboten werden.

Man kann sich dann eben nur für ein anderes Modell entscheiden, dass das verpflichtende ABS (noch) nicht hat.

Bisher waren wir in "unserem Sportlerbereich" ja einigermaßen vor diesen Entwicklungen geschützt, u.a. weil diese besonders dynamischen Mopeten öfter an physikalischen Grenzen arbeiten als bespielsweise eine Butter & Brot 600er. Mit der Fireblade, 1198 S, dem BMW Beamer & spätestens der RSV 4 Blah Blah SE scheint das vorbei - immerhin kann man diese oder fast baugleiche Modelle meist grundsätzlich auch noch ohne Fahrhilfen kaufen.

Für den Leistungssport auf 2 Rädern wird wohl weiterhin gelten, wenn es funktioniert, es einen Vorteil bietet & nicht vom Reglement eindeutig verboten ist, werden diese Hilfen entwickelt und eingesetzt werden - es gibt eine lange Liste dieser Entwicklungen aus der Vergangenheit.

Damit ist es vermutlich auch mittel & langfristig klar, dass diese Hilfen immer mehr Einzug im käuflichen Segment halten werden - daher ist es immerhin wichtig einen Widerspruch dagegen zu formulieren - wenn man es dann nicht für sich will.

Erfahrungen konnte ich hauptsächlich mit dem BMW ABS II an der BMW 11 / 12 GS auf ca. 150 tkm sammeln. Auch mit Straßenreifen & Sportfahrwerk wird sicher kein Sportler aus der Kuh und dennoch ist sie teilweise sehr zügig zu bewegen. Du musst dich an eine ABS- Bremse auch gewöhnen - Tatsache ist wohl wenn du nicht zu stark in Schräglage bremst, dann bremst man (wenn man sich traut) sehr effektiv, bei problematischen Bedingungen eh. Damit bist du jeder Witterung (außer Eis) sicher & bei Bedarf schnell unterwegs.

Um diese Bremsleistungen bei guten Bedingungen zu erreichen muss man trainieren, bei schlechten ist das System für Otto- Normal - Verbraucher eindeutig überlegen.

Wenn man das Moped sehr heftig im Regelbreich des Systems bewegt, bremsend in Kurven teilweise über beide Räder driftend (geht gut mit der eigenwilligen Vorderradführung) fährt, brauchst du deine Systemreserven auch auf - dann und nur dann liegst du damit ähnlich schnell flach, wie jemand der sich mit einer normalen Bremse über-/ verbremst.

Nachteile wie schlechtere Dosierung der Bremsleistung gab es natürlich. Nach sovielen Km mit ABS dauerte es schon um sich wieder umzustellen - die P4 /34 Zangen (und Mille Bremsanlange an sich) sind schon klasse & ich hatte über 50tkm keinen " Notfall " - für diesen Fall wäre ein unauffälliges ABS aber entspannend für den Hinterkopf. Ich habe mal so einen unauffälligen Bremshelfer an einem Ducati Sporttourer (ST 4 S ABS ) gefahren und fand es viel besser als das der BMW - fährt sich wie eine normale Bremse, gut dosierbar und am Ende des Weges geht der auch der Arsch hoch - wie bei einer normalen Bremse, aber mit dem Quentchen mehr Sicherheit für Ausnahmesituationen.

Zu TC habe ich keine eigenen Erfahrungen, für die Rennstrecke scheint es ja gut gegen hinterradinduzierte Highsider gut zu funktionieren - früher ans Gas mit den fetten Drehmomenten der aktuellen 1000 er. Viele sind unzufrieden da sie jetzt von "mittelmäßig" begabten Sportpiloten abgeledert werden - vor allem wenn sie selbst die TC nicht einsetzen.

Für den Straßenverkehr hat das ABS sicher seine sicherheitstechnische Berechtigung - solange man sich entscheiden kann ob man es will oder nicht & damit deine Modellwahl nicht zwangsläufig auch gesteuert wird.

TC ist wohl hauptsächlich für die Renne (von Launch C etc. mal abgesehen) gedacht & sinnvoll. Es ist wie immer - diejenigen die sich nach Praktikabilitätsgesichtspunkten entscheiden (und finanziell können) tun es dem Vorteil zuliebe. Ob es um Zeiten oder nur das sichere Gefühl beim Aufziehen geht - egal.

Dann gibt es die bekennenden "auf elektonische Fahrhilfen verzichten" - Wollenden, ob sie wie Jens meint gern selbst entscheiden wollen, wann sie wie stürzen oder nicht oder schlicht dem Bild vom klassischen "sich Messen" Mann gegen Mann (oder Frau) ohne Fahrhilfenhelferlein anhängen. Obwohl diejenigen meist schon auf Mopeds unterwegs sind die sich auch so nicht mit dem des Konkurrenten vergleichen lassen - wenn man das wirklich will dann sollte man Cup fahren.

Wie auch immer - wer Fahrhilfen ablehnt sollte der Industrie & ihren Vertretern schon zeigen das es andere Fahrernaturen gibt als die diejenigen, die alles was technisch möglich ist auch wirklich fahren wollen. Ob das freilich dazu führt, dass damit der Fluss der technischen Entwicklungen, der sich zumindest teilweise am Gewünschten & Ersehnten orientiert, langsamer fliesst - ich vermute nein. Es gibt einen (großen) vermutlich meist männlichen Bedarf an größer, weiter, schneller, dicker & wasweissich um zu versuchen die physikalischen Grenzen wieder etwas weiter zu verschieben oder schlicht den Boxennachbar endlich wieder einmal herbrennen zu können - ob es an den Helferlein oder dem fahrerischen Entwicklungen lag. Es ist sehr viel leichter mit Zeiten zu wuchern, als genau zu analysieren was genau zu welchem Anteil bei der erbrachten Leistung gezählt hat.

In diesem Sinne entscheide jeder wofür sein Herz schlägt - sagt jemand, der sich demnächst mit einer weitgehend originalen ME/ RP Mischung auf die Renne wagt und schon jetzt sich einen Riesenspass erwartet - trotz vieler 50 - 80 PS stärkerer Geradenraketen - so what, schaun wir mal. 

 

jensinberlin (donnerstag, 10.2.11)

weitere kommentare, aus der rubrik bekenner schreiben gefischt & hier eingestellt:

Michael (Donnerstag, 10 Februar 2011 11:26)

Ein Hohn für alle Hinterbliebenen derer, die mit ABS noch leben könnten und eben keinen schweren Unfall gebaut hätten.

Ein falscher Ansatz, der unter anderem ABS und ESP im Auto wohl auch verteufelt und damit den Rückgang um über 25.000 Verkehrstoten im Jahr seit den 70iger Jahren nur zähneknirschend hinnimmt? 

Andreas (Donnerstag, 10 Februar 2011 11:02)

Interessant! Hier findet also eine Zensur Statt. Der Betreiber hat wohl anscheinend ein Problem damit, Beiträge von entgegengesetzten Meinungen, stehen zu lassen. Hier wir jeder Beitrag gelöscht, welcher NICHT der Meinung des Betreibers entspricht.

Viel Freude noch an alle, in einem autokratisch geführten Forum.

jensinberlin (mittwoch, 09.2.11)

antifah.de ist seit heute morgen online.

& schon ein klein wenig vernetzt.

in der rubrik bekenner schreiben gibt es den ersten positiven kommentar.

aber auch spöttische anmerkungen, die ich dort rausgenommen habe, um die rubrik „sauber“ zu halten & sie zu einer liste von leuten werden zu lassen, die der intention von antifah zustimmen.

überzeichnende, verzerrende äusserungen oder solche, die die ganze absicht nicht verstanden habe, setze ich hier rein.

Vmax (Mittwoch, 09 Februar 2011 11:55)

als erstes sollten die Einspritzanlagen und Mappings abgeschafft werden,weil da gehts doch schon los!

Holger (Mittwoch, 09 Februar 2011 13:41)

Dann also ab jetzt wieder mit Kickstarter, oder?

Andreas (Mittwoch, 09 Februar 2011 17:46)

Ist diese Seite jetzt wirklich ernst gemeint? Näh, nich wirklich, oder?
Wenn doch, können ja alle Steinzeitfahrer auch noch auf Enfield umsteigen! Vielleicht gibt es ja irgendwo sogar noch ein Paar Restposten der alten MUZ aus den 70ern. Die haben GARANTIERT keinerlei elektronische Helferlein.

jensinberlin (mittwoch, 09.2.11) 

eine mz würde ich tatsächlich gerne rängdänglen. über den natürlichen lebensraum, für den sie konstruiert wurde, die brandenburger wald-, panzer- & kopfsteinpflasterstrassen.

es ist meist nur polemisch & selten sinnvoll & lebensnah, einen gedanken wie die glieder einer kette fortzuführen. um hier nach dem kickstarter, vielleicht noch nach dem licht, in letzter konsequenz das ganze motorrad zum verschwinden zu bringen, aber selbst an dieser stelle der geschichte wäre ja noch spielraum nach hinten.

dabei wird in den kommentaren ein völlig falscher ansatz zugespitzt.

mir persönlich ist ziemlich egal, ob der sprit, den ich verblase, durch einen vergaser oder durch eine einspritzung gepumpt wurde. nicht egal ist mir jedoch, wenn mein dreh am gasgriff nicht umgesetzt wird, weil ein bauteil das verhindert. wenn meine hände & mein kopf, fürs motorradfahren bedeutende utensilien, nicht mehr die kontrolle über das geschehen ausüben dürfen.

wenn ich schreibe

„(…) essentieller bestandteil des motorradfahrens (ist) die sportliche auseinandersetzung mit dem motorrad, seiner fahrdynamik, den physikalischen möglichkeiten, den begrenzheiten. der auseinandersetzung mit den eigenen fähigkeiten, ihrer entwicklung.“

dann hat das nichts mit dem wunsch nach unmoderner oder antiquierter technik zu tun.

sondern nachgelesenermassen mit dem wunsch nach auseinandersetzung.

ginge es, um einen den sachverhalt klar erläuternden vergleich zu tun, z.b. um das klavierspielen, dann würde ich hier für das selber in die tasten drücken eintreten. mich dafür stark machen, selbst derjenige zu sein, der spielt, der sich durch übung & auseinandersetzung die dazu nötigen fertigkeiten aneignet, auch wenn es die technik ermöglicht, die musik ohne mein zutun computerprogrammiert zum klingen zu bringen. 

 

 

"riding shouldn't be about electronics, the limit is yours and yours only" (simon crafar)